Denksport-Rätsel

Ein Süchtiger mit märchenhaftem Pseudonym

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Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Im Denksport-Rätsel suchen wir den Namen eines Schriftstellers, der nach 1933 in Deutschland blieb.

Das Konzert ist abgesagt, und Geisterspiele der Bundesliga im menschenleeren Stadion sind nicht so Ihr Ding. Was tun? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


Der 18-jährige Rudolf Ditzen und sein Schulfreund planen den Doppelselbstmord, getarnt als Duell. Vor der Kulisse einer frühnebelumwehten Burgruine feuern beide gleichzeitig aufeinander: Der Freund verfehlt, Ditzen trifft und versetzt dem am Boden Liegenden den gezielten Fangschuss. Anschließend jagt er sich selbst eine Kugel in die Brust, wird jedoch gerettet. Im Krankenhaus erfolgt die Verhaftung. Seine Eltern werden benachrichtigt. Mutters spontane Reaktion: „Gott sei Dank, wenigstens nichts Sexuelles!“

Als Kind war Rudolf alljährlich mindestens einmal sterbenskrank gewesen. Als glücklichste Zeit seines Lebens galten ihm die ersten sechs Jahre. Das Bild seiner Geburtsstadt ist heute nicht so ungetrübt beschaulich wie damals. Zwar stehen noch die Türme der drei Stadtkirchen, die man liebevoll „Dicke Marie“, Langer Nikolaus“ und „Kleiner Jakob“ nennt. In den 70er-Jahren begann der Ausbau zur „Energiestadt“. Das hiesige Atomkraftwerk produzierte mehr Störfälle als Strom, bis es nach einer politischen Wende stillgelegt wurde.

Der Störfall Rudolf Ditzen kam nach der Haft in ein Sanatorium (von ihm als „Satanorium“ bezeichnet) – ohne Erfolg. Die Morphiumsucht versuchte er mit Alkohol zu kurieren. Nach einer Unterschlagung kehrte er in die Geburtsstadt zurück – als Häftling. Erst die dritte Haftstrafe entwöhnte ihn zunächst aller Rauschgifte. Er heiratete und begann erfolgreich Bücher zu schreiben. Als Pseudonym wählte er den Namen eines märchenhaften Pferdes, dessen abgetrennter Kopf stets die Wahrheit sprach. Nach 1933 blieb er in Deutschland – er wolle nicht auf „irgendeinem doofen Emigrantenschmollstühlchen“ leben. Längst wieder morphium- und alkoholabhängig endete Rudolf Ditzens Lebensweg am 5. Februar 1947.


Wie heißt sein Pseudonym? Und wie die Geburtsstadt? Die Antwort steht morgen im Abendblatt. In der Dienstagsausgabe suchten wir nach Johannes Kepler, der 1571 in Weil der Stadt zur Welt kam und 1630 in Regensburg starb.

( jasch )

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