Henstedt-Ulzburg

Ulrike Schmidt gibt jetzt im Rathaus den Ton an

Die neue Henstedt-Ulzburger Bürgermeisterin Ulrike Schmidt vor dem Rathaus in Henstedt-Ulzburg.

Die neue Henstedt-Ulzburger Bürgermeisterin Ulrike Schmidt vor dem Rathaus in Henstedt-Ulzburg.

Foto: Thorsten Ahlf

Der neuen Bürgermeisterin von Henstedt-Ulzburg wurde am Dienstag von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein warmherziger Empfang bereitet.

Henstedt-Ulzburg.  In sommerlich-heller Kleidung posiert Ulrike Schmidt vor dem Rathaus und lässt sich bereitwillig fotografieren. Dabei strahlt sie in die Kamera, grüßt nebenbei vorbeieilende Mitbürger und gerät auch nicht aus der Ruhe, als der Fotograf sie immer neu postiert. Henstedt-Ulzburgs neue Bürgermeisterin steht seit gestern im Mittelpunkt des örtlichen Interesses.

Der erste Arbeitstag im ersten Stock des Rathauses war für sie aufregend, aber unspektakulär. Dabei bekam Ulrike Schmidt auch gleich einen kleinen Vorgeschmack auf das, was sie in der nächsten Zeit erwarten wird: Bis 21 Uhr musste sie im Rathaus bleiben, erst dann war das Arbeitstreffen zur Kita-Reform beendet.

Ulrike Schmidt will vom Auto aufs Fahrrad umsteigen

Um 8.28 Uhr betrat Ulrike Schmidt am Dienstag zum ersten Mal in offizieller Funktion als Bürgermeisterin der Gemeinde Henstedt-Ulzburg das Rathaus. Malte Pohlmann, ihr persönlicher Referent und Pressesprecher der Großgemeinde, empfing sie zusammen mit Jens Richter, dem büroleitenden Beamten der Verwaltung. Beide gemeinsam hatten einen Blumenstrauß besorgt und ihn zur Begrüßung auf den Bürgermeisterinnen-Schreibtisch gestellt.

Dort fand Ulrike Schmidt auch eine Glückwunschkarte ihrer Bürgermeisterkollegin Verena Jeske aus Bad Bramstedt vor, die ihr Amt vor zwei Jahren in der Rolandstadt angetreten hat. Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause gratulierte per E-Mail.

„Es war ein sehr warmherziger Empfang“, sagt Ulrike Schmidt, die für acht Jahre zur Bürgermeisterin gewählt worden ist. Die erste Dienst-Fahrt von ihrem neuen Haus am Hasselbusch bis zum Rathaus hatte sie mit dem Auto zurückgelegt, versprach aber, demnächst auf das Fahrrad umzusteigen. Allerdings – die 47-Jährige muss sich erst noch eins kaufen: „Bisher wurden mir alle meine Räder gestohlen, das letzte in Wien“, sagt sie.

Bis zum Presseempfang um 11 Uhr hatte sie bereits die meisten Mitarbeiter im Rathaus kennengelernt. Jens Richter begleitete sie durch alle Büroräume, stellte die neue Chefin den Kolleginnen und Kollegen vor und erklärte die jeweiligen Aufgaben. Demnächst will sie intensivere Gespräche mit den Mitarbeitern führen, um sich über die Sachbereiche zu informieren und sich „reinzufuchsen“, wie sie sagt. Dafür, so verspricht Schmidt, werde sie sich viel Zeit nehmen. „Das ist mir sehr wichtig, denn ich habe ja noch nie in einem Rathaus gearbeitet.“ Erst einmal alles kennenlernen, dann einen Abgleich machen und möglicherweise Änderungen vornehmen, das entspreche ihrer Art. „Ich verlasse mich nicht darauf, dass alles gut läuft, aber erst mal will ich Einblicke haben.“

Die meisten anderen Bürgermeister aus dem Kreis Segeberg wird Ulrike Schmidt am Freitag nächster Woche, dem 12. Juni kennenlernen, wenn bei Landrat Jan Peter Schröder in Bad Segeberg die halbjährliche Bürgermeister-Runde stattfindet. Für sie eine gute Gelegenheit, sich kurz nach ihrem Amtsantritt in einer größeren Runde bekanntzumachen.

Vor dem sprichwörtlich rauen Ton in der örtlichen Politik hat Ulrike Schmidt keine Angst. Sie habe den Eindruck gewonnen, dass in der Vergangenheit vieles hochgeschaukelt und das Gute in der Henstedt-Ulzburger Politik zu wenig herausgehoben worden sei. „Leidenschaftliche Diskussionen sind normal“, sagt die neue Verwaltungschefin. Generell seien Streitigkeiten und Konflikte durchaus etwas Positives, denn daraus könne sich Neues entwickeln. Als gelernte Konfliktmanagerin sieht sie Chancen im Umgang mit den politischen Vertretern der Gemeinde: „Wenn man den Ton vorgibt, kann sich die Kultur ändern.“ Kontakt mit den Fraktionen hat sie bereits an ihrem ersten Arbeitstag aufgenommen.

Schmidts Lebensgefährte sitzt noch in Nord-Mazedonien fest

Ihr Haus am Hasselbusch hatte Ulrike Schmidt am 1. Mai übernommen, eingezogen ist sie dort am 7. Mai. Zunächst allein, weil ihr Lebensgefährte noch in Nord-Mazedonien festsitzt und das Land wegen der vielen Corona-Neuinfizierten voraussichtlich auch nicht so bald verlassen kann. Seit kurz nach der Bürgermeisterwahl im März hat sich das Paar nur via Bildschirm, aber nicht persönlich gesehen.

Die Neubürgerin wurde von den Nachbarn herzlich aufgenommen und mit reichlich Begrüßungsgeschenken bedacht. Die Lage des Hauses ist für Ulrike Schmidt ideal: Dreimal in der Woche kann sie von dort an Wiesen und Feldern entlang bis nach Kisdorf joggen – wenn sie abends rechtzeitig nach Hause kommt.