Denksport-Rätsel

Ein Machtmensch, der einem Komplott zum Opfer fiel

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Im Denksport-Rätsel suchen wir heute den Namen eines spanischen Eroberers aus dem 16. Jahrhundert.

Das Konzert ist abgesagt, Geisterspiele der Bundesliga im menschenleeren Stadion sind nicht so Ihr Ding, und die Kumpels am Stammtisch in der Kneipe können Sie auch noch nicht treffen. Was tun? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


Der im Jahr 1476 oder 1478 unehelich geborene Sohn eines verarmten Ritters hütete Schweine in der kargen Landschaft der spanischen Estremadura. Eines Tages verlor er einige von Mücken vertriebene Tiere und lief, den väterlichen Zorn fürchtend, fort. So beginnt die Lebenslegende des Abenteurers, der in der „Neuen Welt“ nach Reichtum und Macht suchte.

An der Spitze eines Haufens Gleichgesinnter landete er im April 1532 an der Küste eines Reiches, das die Einheimischen Tahuantinsuyo – „Vier Regionen“ – nannten. Im Schnittpunkt der vier Landesteile liegt die damalige Hauptstadt, deren Name „Nabel“ bedeutet. Das mächtige Reich verfügte über gut ausgebaute Straßen, aber nicht über Pferde oder Wagen. Es besaß Gold und Silber, aber kein Eisen für Schwerter und Rüstungen. Die Einheimischen hielten die Eisenmänner auf den vierbeinigen, geschweiften Tieren für einheitliche, zentaurengleiche Lebewesen. Die Politik der Eindringlinge – eine Mischung aus Bluff, Intrige und skrupelloser Gewalt - erwies sich als unwiderstehlich. Im November 1533 eroberte der einstige Schweinehirte die Hauptstadt und machte Beute: „200 Lasten Gold und 2 Lasten Silber; an Gold allein ungefähr 130 Zentner.“ Einen Teil des Reichtums sandte er seinem König. Der revanchierte sich mit der Ernennung des Usurpators zum Gouverneur der neuen Kolonie, obwohl der Abenteurer nicht einmal in der Lage war, ein Dokument eigenhändig zu unterzeichnen – er blieb lebenslang Analphabet.

In der eroberten Hauptstadt entstanden neue Gebäude auf den Grundmauern der alten Paläste. Noch heute bilden die festgefügten Steinwände solide Fundamente, resistent selbst gegen die Urgewalten der in dieser Region häufigen Erdbeben.

Der Gouverneur zog es jedoch vor, in Küstennähe eine neue Landeshauptstadt zu gründen. Dort fiel 1541 der Glücksritter einem Komplott seiner eigenen Leute zum Opfer. Nachdem er selbst mehrere Verschwörer töten konnte, fällte ihn ein Schwertstoß in den Hals. Aus Angst vor dem noch immer tobenden Verletzten verweigerte man dem Todwunden die Sterbesakramente. Mit bluttriefendem Finger malte er ein Kreuz auf den Boden, küsste es und starb. So endet die Lebenslegende des Abenteurers.


Wie hieß der Gouverneur, und wie heißt der „Nabel der vier Regionen“?
Die Lösung steht morgen im Abendblatt. In der Dienstagausgabe suchten wir nach Charles Darwin und den Galapagos-Inseln.