Kreis Segeberg

Kaltenkirchens Rathaus soll erweitert werden

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Wolfgang Klietz
Neben dem bestehenden Rathaus (links) soll für 5,5 Millionen Euro ein Anbau für die Stadtverwaltung entstehen.

Neben dem bestehenden Rathaus (links) soll für 5,5 Millionen Euro ein Anbau für die Stadtverwaltung entstehen.

Foto: Winking · Froh Architekten GmbH

Vergrößerung dringend notwendig. Am Dienstag nach Pfingsten entscheidet die Stadtvertretung, wie groß der Erweiterungsbau ausfallen wird.

Kaltenkirchen . Die Kaltenkirchener Stadtvertreter werden bei ihrer nächsten Sitzung ein kleines Stück Stadtgeschichte schreiben. Am Dienstag, 2. Juni, soll die Entscheidung fallen, wie groß der Erweiterungsbau für das Rathaus ausfallen wird. Fest steht schon jetzt, dass es sich bei dem Projekt um eine der größten städtischen Investitionen der vergangenen Jahre handeln wird. Die Kosten für den Erweiterungsbau werden sich voraussichtlich auf etwa 5,5 Millionen Euro belaufen. Den Mitgliedern der Stadtvertretung liegen drei Varianten vor.

Wenn das Stadtparlament die Mittel freigibt, könnten die Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen. Laufen die Arbeiten nach Plan, wird der Bau voraussichtlich im kommenden Jahr eröffnet. Das neue Rathausgebäude soll nördlich an den bestehenden Komplex der Stadtverwaltung anschließen. Das Gebäude an der Holstenstraße 12 muss dafür allerdings abgerissen werden, auch vier Bäume werden dem Erweiterungsbau weichen müssen.

Eine klare Empfehlung des Bauausschusses, welche Variante umgesetzt werden soll, liegt bereits vor. Mit einer Mehrheit von acht zu eins Stimmen hatte sich das Gremium am 11. Mai für die sogenannte Variante 1A ausgesprochen, die unter anderem eine Unterkellerung des Anbaus vorsieht. Dagegen hatte sich im Ausschuss die Vertreterin der Wählergemeinschaft Pro Kaki, Sina Klawun, ausgesprochen und einen Änderungsantrag vorgelegt, dem sie jedoch als einzige zustimmte.

Pro Kaki fordert, die Kosten für den Anbau möglichst weit einzugrenzen, um die Neuverschuldung der Stadt zu reduzieren. Bereits im Vorfeld der Diskussionen hatte sich Pro Kaki dafür immer wieder starkgemacht, die anderen Fraktionen folgten der Wählergemeinschaft jedoch nicht. Auch die Stadtverwaltung und Bürgermeister Hanno Krause persönlich hatten sich gegen die Pläne von Pro Kaki ausgesprochen und ihre ablehnende Haltung in der Beschlussvorlage formuliert.

„Die Variante 1A sieht ein viergeschossiges vollunterkellertes Gebäude vor mit einer kleinen Gastronomie oder Bäckerei ohne Vollküche im Erdgeschoss sowie einer WC-Anlage und einer Treppe im Keller“, heißt es in der Beschlussvorlage für die Stadtvertretung.

Der Datenschutz ist nur schwer zu gewährleisten

Die Winking Froh Architekten GmbH hat für die Variante 1A die Pläne geändert und die sogenannte Vollküche für eine große Gastronomie herausgerechnet, nachdem die Stadtverwaltung Kontakt mit dem Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) aufgenommen hatte. Die Dehoga hatte erklärt, dass der Platz für eine Vollküche in dem Anbau nicht ausreichen werde. Alle Fraktionen hatten daraufhin für eine Änderung der Pläne votiert.

Die Kaltenkirchener Stadtverwaltung hat die Erweiterung mehrfach als zwingend notwendig bezeichnet. Durch das Wachstum seien die Aufgaben der Stadtverwaltung und damit auch der Personalbestand ständig gewachsen. Der Anbau war immer wieder verschoben worden, um die knappen Finanzmittel in andere Projekte zu investieren. Eine weitere Verschiebung sei aus arbeitsrechtlichen und arbeitsmedizinischen Gründen nicht mehr vertretbar, sagte Bürgermeister Krause. Zu viele Mitarbeiter müssten sich ein Büro teilen. Außerdem sei bei Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern der Datenschutz kaum noch zu gewährleisten.

Pläne für eine Erweiterung des Rathauses liegen bereits seit Jahren in der Verwaltung vor. Im Jahr 2008 hat die Stadt an der Holstenstraße das Grundstück nebst Gebäude gekauft, auf dem jetzt gebaut werden soll. Über die Höhe des Kaufpreises schwieg sich die Verwaltung seinerzeit aus. Im Rathaus bestehe schon seit Jahren der Wunsch, über mehr Platz zu verfügen, hieß es 2008.. Angesichts des Bevölkerungszuwachses wüchsen die Aufgaben und damit der Bedarf an Büros, teilte die Stadt damals mit. Damals rechnete man im Rathaus damit, dass in etwa drei Jahren, als etwa im Jahr 2011, die Arbeiten beginnen könnten.

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