Henstedt-Ulzburg

Ex-Bürgermeister Stefan Bauer zieht Bilanz

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Christopher Herbst

Nach seinem Abschied als Bürgermeister von Henstedt-Ulzburg erinnert sich Stefan Bauer an die vergangenen Jahre – und blickt in die Zukunft.

Der Schreibtisch ist längst geräumt, der Resturlaub wurde genommen, von vielen Mitarbeitern hat sich Stefan Bauer persönlich verabschiedet. Ab sofort ist der 50-Jährige in Henstedt-Ulzburg nur noch Bürgermeister a. D., am Dienstag, 2. Juni, übernimmt seine Nachfolgerin Ulrike Schmidt (47).

Auf Bauer wartet die Familie, also Ehefrau Marita und die drei erwachsenen Kinder. Und in der Garage seine R 1200 GS von BMW. Das Tourenmotorrad wird allerdings weniger gefordert sein als ursprünglich vorgesehen. „Ich hatte geplant, diesen Sommer zu einer Weltreise aufzubrechen. Das wären 75.000 bis 80.000 Kilometer geworden. Das hätte mich durch Nordafrika, Nord- und Südamerika, Australien, dann den südlichen Teil von Asien über den Kaukasus wieder nach Hause geführt“, so Bauer. „Das wäre eine gigantische Tour gewesen, aber das habe ich wegen der weltweiten Pandemie-Entwicklung für dieses Jahr gestrichen.“

Plan B? „Ich werde den Sommer zu Hause, beim Camping und beim Motorradfahren genießen.“ Er sei mit sich im Reinen, sagt Bauer, er habe „seinen inneren Frieden gefunden“. Nachdem Bauer seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur kurz vor Weihnachten 2019 verkündet hatte, begann bereits ein Abschied auf Raten. „Ich war gerne Bürgermeister“, sagt er, „ich werde die vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre im Rathaus auf allen Ebenen vermissen sowie die Kontakte aus der Funktion heraus zu vielen Menschen im Ort.“ Eher nicht dafür die enorme Arbeitsbelastung. „Die Regel waren 60-Stunden-Wochen, manchmal bis elf Uhr abends im Rathaus.“

Dazu kamen, gerade in der zweiten Hälfte der Amtszeit, immer schärfere Auseinandersetzungen mit großen Teilen der Politik. Trotzdem betont Stefan Bauer: „Es war meine wertvollste berufliche Erfahrung, die ich um keinen Preis missen möchte.“ Mehr als 30 Jahre ist er Beamter gewesen, war bekanntlich vor seinem Wirken im Rathaus 25 Jahre Polizist, davon 19 Jahre in Hamburg, zuletzt Leiter des Fachkommissariats Cybercrime. „Eine Rückkehr halte ich mir offen. Ich habe mir vorgenommen, im zweiten Halbjahr 2021 hierzu eine Entscheidung zu treffen.“

Wenn es dann noch nötig sein wird. Ein ehemaliger hauptamtlicher Bürgermeister verfügt in der Regel über ein gutes Netzwerk. „Aktuell gibt es noch nichts, mich reizen spannende Aufgaben“, sagt Stefan Bauer. „Ich prüfe zwei, drei Optionen, aber aktuell steht alles auf Standby. Auch Führungskräfte werden in der Corona-Zeit nur bedingt gesucht.“ Was er vorerst ausschließt, ist ein politisches Engagement. „Das hatte seine Zeit. Ich werde auch nicht im Ausschuss sitzen, aber als Zeitungsleser das Geschehen weiter verfolgen. Und ich bleibe Teil der Gemeinde, werde auch bei Festen und Veranstaltungen dabei sein.“

Fotos: Herbst (5), Jaeger, Knittermeier (je 2), Behrmann.

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