Denksport-Rätsel

Der erste moderne, deutsche Mensch

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Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

In unserem Denksport-Rätsel suchen wir heute einen Dramatiker, der den Freitod wählte.

Das Konzert ist abgesagt, Geisterspiele der Bundesliga im menschenleeren Stadion sind nicht so Ihr Ding, und die Kumpels am Stammtisch können Sie auch noch nicht treffen. Was tun? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!

Am bundesrepublikanischen Rand liegt die Stadt, deren Zentrum quadratisch und durchgeplant nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstand. Nicht Bomben zerstörten damals die Innenstadt: Nach dem letzten Zusammenstoß eines „Werwolf“-Aufgebots mit polnischen Soldaten brannten zunächst zwei Kaufhäuser, dann geriet das Feuer außer Kontrolle. Nur zehn Prozent der historischen Bausubstanz überstand das Inferno. Unweit des Rathauses befindet sich in dem spätbarocken Gebäude Fahrstraße 7 eine Gedenk- und Forschungsstätte als angemessenes Institut für einen bedeutenden Sohn der Stadt. Der 1777 geborene Spross einer traditionsreichen Offiziersfamilie gab die bereits begonnene Militärkarriere zugunsten einer ungewissen Zukunft als Dramatiker und ziellos Reisender auf. „Wenn ich mit jedem meiner Werke, das ich schreibe, soviel erwerben kann, als ich notdürftig brauche, um ein zweites zu schreiben, so sind alle meine Ansprüche an dieses Leben erfüllt.“ Leider erlebte er zu Lebzeiten nie die Aufführung eines seiner Werke. Heute gelten seine Stücke längst als Klassiker, so auch jenes über einen satyrhaften Dorfrichter. Die Anregung dazu erhielt der Dichter bei der Betrachtung eines französischen Kupferstichs. Darauf abgebildet waren ein trauriges Liebespärchen, eine keifende Mutter, ein großnasiger Richter und ein zerbrochener Majolikakrug. Persönliche Kränkungen, unerreichbare Ideale und finanzielle Probleme bewirkten die Lebensmüdigkeit des Dichters. Nachdem er mehrfach versucht hatte, Freunde zum Doppelselbstmord zu animieren, fand er 1811 mit der krebskranken Henriette Vogel eine Komplizin. Gerade 35 Jahre alt, erschoss er erst die Gefährtin, dann sich. Sein letzter Bittbrief um ein Privatdarlehen, gerichtet an die preußische Regierung, trägt eine Randbemerkung des Staatskanzlers von Hardenberg: „Zu den Akten, da ... nicht mehr lebt.“

Wie hieß der Dichter, den später Literaturwissenschaftler als „ersten modernen Menschen Deutschlands“ bezeichneten? Wo wurde er geboren?

Die Antwort steht am Donnerstag im Abendblatt. Am Dienstag suchten wir nach einer First Lady, die von ihrem Volk sehr verehrt wurde. Es ist Eva („Evita“) Peron, die 1919 in Los Toldos zur Welt kam und 1952 in Buenos Aires starb. In der Stadt steht auch die „Casa Rosada“, von deren Balkon sie die Reden an das argentinische Volk hielt.

( jasch )

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