Corona-Bekämpfung

Digitales Portal als Corona-Schutzwall für Kliniken

Eine, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Corona-Intensivstation.

Eine, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Corona-Intensivstation.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Mit dem besseren Austausch von Daten sollen Gesundheitsämter entlastet und Klinikaufenthalte verhindert werden.

Kreis Segeberg.  Die Gesundheitsämter der Kreise, das Land Schleswig-Holstein sowie die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) haben sich enger digital vernetzt, um den Gesundheitszustand von Corona-Patienten besser zu dokumentieren. Dadurch sollen Komplikationen früher erkannt und stationäre Behandlungen möglichst verhindert werden. Ziel der Aktion sei es auch, die Mitarbeiter der Gesundheitsämter zu entlasten.

Die landesweit 15 Gesundheitsämter übertragen ihre Daten über isolierte Covid-Patienten in ein neu geschaffenes Online-Portal. Danach übernehmen die Hausärzte die Regie und erfragen zweimal täglich den Gesundheitszustand und wichtige Messgrößen bei den Patienten ab. Die Daten werden zweimal täglich abgeglichen. Treten bei Patienten Komplikationen auf, stehen landesweit 30 Anästhesisten für Hausbesuche zur Verfügung, die über die nötige Kompetenz zur Behandlung von Notfällen verfügen.

„Mit dem Corona-Monitoring steht erstmals ein digitaler Weg zwischen Vertragsärzten und Gesundheitsämtern zur Verfügung“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Er betont Vorteile des Monitorings: Die Hausärzte überwachen Symptome, behandeln die Erkrankung und beruhigen möglicherweise verängstigte Patienten. Die Gesundheitsämter könnten sich voll darauf konzentrieren, Kontakte nachzuverfolgen und notwendige Isolierungen anzuordnen. Bisher waren die Mitarbeiter auch dafür zuständig, den Gesundheitszustand zu kontrollieren. „Der enge Austausch verhindert, dass einzelne Patienten durch das Netz fallen und nicht ausreichend überwacht und betreut werden“, sagte der Minister.

Segeberger Gesundheitsamt spürt noch keine Entlastung

Der Kreis Segeberg verfährt seit Kurzem nach diesem neuen Verfahren. „Wie groß die Personaleinsparungen dadurch für den Kreis sind und künftig sein werden, können wir im Moment noch nicht beurteilen. Das werden die weiteren Wochen und Monate zeigen“, sagt Sabrina Müller, Sprecherin der Kreisverwaltung. Das zeitintensive Ermitteln von Kontaktpersonen, Anrufe bei Kontaktpersonen in Quarantäne und weitere Aufgaben blieben ja als Teile des Infektionsschutzes bestehen.

Das Land, die KVSH und die Kreise sehen in der digitalen Zusammenarbeit ein Modell für die Zukunft, mit der sich der Gesundheitsschutz der Bürger auch über die Corona-Pandemie hinaus verbessern ließe. Das neue Netz greife auch bei anderen Infektionen, Meldedaten könnten schneller und effizienter weitergegeben werden.