Schleswig-Holstein

Stadt Norderstedt modernisiert das Rad-Leihsystem

Norderstedt. Radverkehrsplanerin Christine Haß an der Nextbike-Station Rathausallee.

Norderstedt. Radverkehrsplanerin Christine Haß an der Nextbike-Station Rathausallee.

Foto: Christopher Herbst

An 14 Stationen von Nextbike im Stadtgebiet gibt es jetzt neue stabile Leihräder – abgeben kann man sie jetzt auch am Straßenrand.

Norderstedt. Die App auf das Smartphone laden, registrieren, dann mit dem entsprechenden Nummerncode buchen: Nextbike, das Fahrrad-Leihsystem, ist in Norderstedt mittlerweile etabliert, die weiß-blauen Gefährte gehören zum Stadtbild. Und doch war das Sharing-Angebot zuletzt ein wenig in die Jahre gekommen.

Deswegen haben die Verwaltung und der in Leipzig ansässige, global in rund 200 Städten tätige Anbieter nun alle alten Fahrräder gegen neue Modelle ausgetauscht. Dazu sind die 14 Stationen ausgebaut und modernisiert, teilweise auch komplett ersetzt worden. Zuvor hatte es eine europaweite Ausschreibung gegeben – mit dem Ergebnis, dass Norderstedt weiterhin auf Nextbike setzt.

Pro Monat leihen 650 Personen ein Rad aus

Im Rathaus ist Christine Haß als Radverkehrsplanerin zuständige für diese Form der innerstädtischen Mobilität. „Ein neues Radleihsystem war nötig geworden, weil sich die Technik seit der Einführung des Systems vor neun Jahren weiterentwickelt hat“, sagt sie. Zur Erinnerung: Im April 2011 hatte die Stadt das Angebot mit 50 Mieträdern an sechs Standorten eingeführt, seinerzeit anlässlich der Landesgartenschau. In den folgenden Jahren wurde das Netz sukzessive erweitert. Seit 2016 gibt es zudem 24 Transporträder. 2019 folgten 15 Lasten-E-Bikes.

Diese sind Teil des vom Bundesumweltministerium unterstützten und großzügig (70 Prozent) bezuschussten Projektes „Tink“ (Transportrad-Initiative nachhaltiger Kommunen), die Räder sind mittlerweile in den Besitz der Stadt übergegangen. Aus Verwaltungssicht sei man mit diesem Drei-Säulen-Modell ein Vorreiter unter den Kommunen – bundesweit. Monatlich leihen im Schnitt 650 Personen ein Fahrrad aus, gerade das „Tink“-Projekt hat diese Zahlen im Vorjahr steigen lassen.

Zwei Standorte wurden ausgetauscht

Die Stadt verfügt also über eine Menge Erfahrung in der alltäglichen Praxis. „Diese Erfahrungen der vergangenen Jahre konnten wir nutzen, um das Angebot noch besser an die Bedürfnisse der Norderstedterinnen und Norderstedter anzupassen“, sagt Christine Haß. Die neuen Räder seien leichter und sportlicher. Dazu haben die Modelle Rahmenschlösser, die sich beim Ausleihen automatisch öffnen. Und: Jedes Fahrrad hat einen GPS-Sender, der in Echtzeit die Standortdaten liefern kann. Generell hat sich die Stadt dazu entschieden, zwei Nextbike-Stationen aufzugeben – jene am Buchenweg sowie den Standort Gutenbergring.

Beide waren nur wenig genutzt worden. Dafür gibt es zwei neue Stationen am Feuerwehrmuseum und an der Kreuzung Tannenallee mit Kiefernweg im nördlichen Harksheide, unweit des Gewerbegebiets Oststraße. Die zwölf weiteren Stationen bleiben unverändert (siehe Info).

Die Rückgabe ist nun auch in „Flexzonen“ möglich

Allerdings sind Nutzer nun zumindest gebietsweise nicht mehr gezwungen, ein Leihfahrrad an einer der Nextbike­stationen abzugeben. Es wurden „Flexzonen“ eingerichtet. Hier ist die Rückgabe auch an „herkömmlichen“ Fahrradständern oder am Straßenrand möglich.

Entsprechende Zonen gibt es auf der komplette Länge der Horst-Embacher-Allee vom Kreisel Kohfurth bis zum Friedrichsgaber Weg sowie im angrenzenden Wohngebiet; an der Ulzburger Straße auf Höhe des nördlichen „Meilensteins“ ab der Abzweigung Waldstraße; in Norderstedt-Mitte an der Rathausallee sowie umliegend von der Ulzburger Straße bis Heidbergstraße und Buckhörner Moor; rund um das Herold-Center vom Lütjenmoor über Marommer Straße, Kohfurth/Berliner Allee, Willy-Brandt-Park; entlang des Rugenbargs zwischen Ohechaussee und In de Tarpen; im Gewerbegebiet Nettelkrögen. Je nach Bereich wird bei der Rückgabe außerhalb der Stationen ein Servicezuschlag von einem Euro fällig. Die Radler dürfen das Leihrad nicht einfach irgendwo abstellen. Sie müssen beachten, dass Fußgänger noch durchkommen und Zufahrten nicht versperrt sind.

Die Preise sind ansonsten gleich geblieben. Die erste halbe Stunde ist gratis, alle weiteren 30 Minuten kosten jeweils einen Euro, maximal sind 9 Euro (für 24 Stunden) fällig.