Kreis Segeberg

Norderstedter Flüchtlinge nähen 2500 Masken

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Geflüchtete nähen in einer Norderstedter Unterkunft Mund-Nase-Masken. Damit wurden andere Flüchtlinge versorgt, aber auch soziale Einrichtungen, Arztpraxen und Verwaltung und Politik.

Geflüchtete nähen in einer Norderstedter Unterkunft Mund-Nase-Masken. Damit wurden andere Flüchtlinge versorgt, aber auch soziale Einrichtungen, Arztpraxen und Verwaltung und Politik.

Foto: Stadt Norderstedt /Bozan Sheikho

Die Menschen trafen sich in Norderstedt zum Nähmarathon. Für die Politik gab es sogar Masken mit einer Dankesbotschaft.

Norderstedt.  Es ist eine große Geste in einer großen Krise: Eine Gruppe von Geflüchteten, die in Norderstedt leben, haben in den vergangenen drei Wochen mehr als 2500 Mund-Nase-Masken genäht und verteilt. Die beiden Gruppen um die beiden Syrerinnen Thuraya Hasan und Hussain Muhi aus den Unterkünften Fadens Tannen und an der Lawaetzstraße haben mit zehn Frauen, Männern und Kindern einen wahren Nähmarathon hingelegt.

Mit den Masken konnten mittlerweile alle in Norderstedt lebenden Geflüchteten ausgestattet werden. Mehrere Hundert gingen zudem an soziale Einrichtungen wie das Frauenhaus und die Tagesaufenthaltsstätte (TAS) für Obdachlose. Verschiedene Norderstedter Arztpraxen wurden mit Masken beschenkt. Und auch die Politik und die Verwaltung im Rathaus wurden von den Geflüchteten bedacht – sogar mit einer ganz besonderen Dankesbotschaft. 50 der Masken gaben Thuraya Hasan und Hussain Muhi im Rathaus ab. Sie sollen unter anderem zum Einsatz kommen, wenn am Montag, 4. Mai, die Mitglieder des Hauptausschusses zum ersten Mal nach langer Pause um 18 Uhr im Plenarsaal des Rathauses zu einer öffentlichen Sitzung zusammenkommen. Auf jeder Maske haben die Geflüchteten ihre Dankbarkeit verewigt: „Wir haben in Norderstedt unsere zweite Heimat gefunden. Danke an die Stadt Norderstedt. Bleiben Sie gesund!“ Stellvertretend nahmen Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder, Stadtpräsidentin Katrin Oehme und Sozialdezernentin Anette Reinders die Masken entgegen „Das ist eine ganz große Geste von Ihnen!“ sagte Roeder. Wie Hero Hewa Amin von der Diakonie sagt, ist es für die meisten der Geflüchteten selbstverständlich, sich in Zeiten der Not gegenseitig zu unterstützen. „Diese Menschen haben viel durchgemacht, mussten improvisieren und sich auf neue Situationen einstellen. Für sie bedeutet eine Krise, dass sie aktiv werden und anpacken.“

Den Stoff für die Masken suchten sich die beiden Gruppen zusammen. Hilfe kam dabei auch vom Norderstedter Verein Willkommen Team. In einem Fall musste kurzerhand der Stoff für ein schönes neues Kleid als Material für die Schutzmasken herhalten. Nach den dieser Tage so gefragten Gummibändern suchten die Näherinnen und Näher teils lange in Geschäften in der gesamten Umgebung. Gebrauchte Nähmaschinen standen zur Verfügung, weil sich die Menschen schon seit geraumer Zeit zum Nähen treffen.

Hero Hewa Amin und die städtische Integrationsbeauftragte Heide Kröger lobten unisono den Einsatz der Geflüchteten: „Viele von Ihnen sind unglaublich fleißig! Danke, dass Sie so viele von uns mit Masken bedacht haben.“

( abm )

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