Denksport-Rätsel

Gesucht: Ein Mann der Richter und Dichter war

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Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Im Denksport-Rätsel suchen wir heute einen Mann, der in der grauen Stadt am Meer lebte.

Das Konzert ist abgesagt, die Museen sind dicht, und mit den Kumpels vom Stammtisch können Sie sich auch nicht mehr treffen. Was tun mit der ganzen freien Zeit? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir suchen jeden Tag den Namen einer bekannten Persönlichkeit. Viel Spaß!


Zur Krokusblüte leuchtet der Schlosspark in Blauviolett. Vier Millionen Blütenkelche der Gattung „crocus tomasianus“ vermitteln selbst bei Nieselregen sinnlich-farbenfrohe Frühlingsgefühle. Im Herbst, wenn rauer Seewind alle Blütenträume verweht und glanzloses Gemäuer sich gegen feuchte Schwaden aus Regen und Nebel duckt, braucht es jedoch ein gutes Stück Heimatverbundenheit, um diese Stadt zu lieben.

Dem Dichter, der hier 1817 geboren wurde, mangelte es daran nicht. „Am grauen Strand, am grauen Meer/Und seitab liegt die Stadt;/Der Nebel drückt die Dächer schwer,/Und durch die Stille lärmt das Meer/Eintönig um die Stadt.“ Sein Geburtshaus liegt am Marktplatz, gegenüber der Kirche. Das klassizistische Gotteshaus hatte man während der Kindheit des Dichters anstelle eines zuvor abgebrochenen gotischen Doms erbaut. Zeitlebens erboste sich der Poet über diese kulturpolitische Barbarei und bezeichnete den Neubau als „gelbes, hässliches Kaninchenhaus“ mit einem „Turm wie eine Pfefferbüchse“.

Seinen Lebensunterhalt bestritt als Jurist. Politische Wirren brachten ihn 1852 um seine Advokatur in der Heimatstadt. Zwölf Exiljahre in Potsdam und Heiligenstadt, die Aufnahme in den illustren Literatenzirkel „Tunnel über der Spree“ und die damit verbundene Freundschaft mit Paul Heyse und Theodor Fontane folgten. 1864 kehrte er als Landvogt und späterer preußischer Amtsrichter in die Heimatstadt zurück.

Sein Werk umfasst Gedichte und zahlreiche Novellen, aber auch Kindermärchen wie die Geschichte von dem Jungen, der sich samt Bettgestell vom Mond durch den Himmel pusten lässt. In einer kleinen Stadt sei es mit künstlerischen Angelegenheiten „wie mit dem Hausgebäck“, sagte der Vater von acht Kindern: „man muss sich alles selber machen.“

Nach seinem Tod errichtete die Heimatstadt in einem seiner ehemaligen Wohnhäuser eine Gedenkstätte für den Ehrenbürger, der ihr trotz allen Nebels die Liebeserklärung antrug: „Doch hängt mein ganzes Herz an dir,/ Du graue Stadt am Meer“.


Wie hieß der Poet, und welcher Stadt fühlte er sich verbunden?

Die Lösung steht morgen im Abendblatt. In der gestrigen Ausgabe suchten wir eine mexikanische Malerin mit deutschen Wurzeln. Es ist Frida Kahlo, die 1907 in Mexico-City geboren wurde und dort 1954 auch starb.

( jasch )

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