Kreis Segeberg

Achtet die Lebensgemeinschaft Wald

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Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.

Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.

Foto: Christopher Herbst

Die Landesforsten verzeichnen viele Besucher – die Trockenheit sorgt zurzeit für Brandgefahr.

Kreis Segeberg.  Unter normalen Lebensumständen suchen die Menschen im Wald Ruhe, gute Luft und Einsamkeit. Während der Coronakrise hingegen ist der Wald zwar ein willkommenes Revier für ausgedehnte Spaziergänge. Doch wer zum Beispiel am Wochenende im Rantzauer Forst in Norderstedt Einsamkeit sucht, der wird enttäuscht. Es sind so viele Bürger dort unterwegs, dass man selbst auf Waldwegen die Abstandsregelung beachten muss.

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) verzeichnen landesweit ein erhöhtes Aufkommen Erholungssuchender im Wald. „Das begrüßen wir natürlich sehr, sofern alle Erholungssuchenden die Waldwege nutzen, ihre Hunde anleinen und respektvoll mit dem Wald und im Umgang miteinander sind, damit alle gerade in Coronazeiten den Wald mit Augenmaß und Rücksichtnahme besuchen können“, sagt Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Das erhöhte Besucheraufkommen dürfe nicht dazu führen, dass die Lebensgemeinschaft Wald beeinträchtigt und die Bewirtschaftung des Waldes behindert werde. Einrichtungen und Anlagen dürfen nicht gefährdet, geschädigt oder verunreinigt werden.

Wer im Wald auf gefällte Baumstämme stoße, die zu sogenannten Poltern aufgeschichtet wurden, sollte Vorsicht walten lassen. Sie seien weder Sport- noch Rastflächen. Das Klettern auf einem Polter könne schnell lebensgefährlich werden, warnt Scherer.

Das frühsommerliche Wetter mit anhaltender Trockenheit lässt auch die Waldbrandgefahr steigen. Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein weist daraufhin, dass landesweit die Stufe 3 und teilweise bereits die Stufe 4 (zweithöchste Stufe) in Schleswig-Holstein erreicht wurde. Um ein Ausbrechen von Waldbränden zu vermeiden, seien jetzt die Sicherheitsvorgaben der Feuerwehr zu befolgen. Es herrsche ein absolutes Verbot für offenes Feuer in Wäldern. Grillen ist also verboten. Raucher müssen im Wald auf Zigaretten verzichten. Wer im Auto raucht, darf seine brennenden Zigaretten nicht aus dem Autofenster werfen. Wer im oder am Wald parkt, darf sein Auto nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen. Grasflächen entzünden sich an heißen Katalysatoren. Die Zufahrten zu Wäldern, Mooren und Heideflächen müssen als Rettungswege frei gehalten werden.

( abm )

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