Norderstedt

Textilreinigungen haben geöffnet – aber wenig zu tun

| Lesedauer: 2 Minuten
Nadine Wagner
Vahit Halavurta von der Ultra Textilpflege am Friedrichsgaber Weg muss Umsatzeinbußen von bis zu 80 Prozent verkraften.

Vahit Halavurta von der Ultra Textilpflege am Friedrichsgaber Weg muss Umsatzeinbußen von bis zu 80 Prozent verkraften.

Foto: Nadine Wagner / Wagner

Wegen der Coronakrise wird unter anderem weniger Arbeitskleidung gewaschen. Wäschereien verzeichnen Umsatzeinbußen von bis zu 80 Prozent.

Norderstedt.  Normalerweise laufen die Waschmaschinen im Ultra Textilpflege Zentrum Norderstedt mehrmals am Tag, doch seitdem viele Branchen aufgrund der Verbreitung des Coronavirus schließen oder auf Homeoffice umstellen mussten, fehlt es der Textilreinigung an Arbeitskleidung, Tischdecken und Bettwäsche. Bloß zwei- oder dreimal pro Woche werde hier noch gewaschen und gebügelt. „Wir haben Umsatzeinbußen von 70 bis 80 Prozent und mussten unsere Öffnungszeiten verkürzen“, sagte Vahit Halavurta, der die Textilreinigung seit drei Jahren zusammen mit seinem Geschäftspartner im Stadtteil Garstedt betreibt.

Momentan sind es hauptsächlich Hemden von Privatpersonen, die zum Waschen und Bügeln vorbeigebracht werden. Abgabe und Abholung der Wäsche erfolgt schnell, eine Markierung auf dem Boden soll helfen, den Mindestabstand einzuhalten, bezahlt wird durch eine Öffnung in der Plexiglasscheibe. „Weil wir die Hygienevorschriften einhalten können, haben wir auch weiterhin geöffnet“, sagt Vahit Halavurta. Sogar Polster- und Teppichreinigungen bieten er und sein Partner noch an, Aufträge gäbe es in diesem Bereich momentan jedoch keine. Dafür verkaufen sie seit Kurzem selbst genähte Mundschutzmasken in ihrem Geschäft.

Gestiegene Betriebskosten, wenige Einnahmen und Kurzarbeit: Die Folgen der Coronakrise bekommt auch die Textilpflege am Schmuggelstieg zu spüren. „Eine schwierige Situation, vor allem weil meine Partnerin und ich den Betrieb erst im vergangenen August übernommen haben“, sagt der Inhaber der Textilpflege, Walter Bellinghausen. Seine wichtigsten Kunden seien momentan Ärzte und Rechtsanwälte, aber auch einige wenige Stammkunden.

Die Hygienevorschriften einzuhalten, sei im Übrigen kein Problem, so Bellinghausen. Die Kleidung werde ohnehin chemisch gereinigt, und die Mitarbeiter tragen Handschuhe und Mundschutz, die in Kooperation mit einer befreundeten Schneiderei entstehen und in der Wäscherei verkauft werden. „Was wirklich fehlt, ist der Smalltalk mit den Kunden“, sagt Bellinghausen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Norderstedt