Kreis Segeberg

Appell: Handwerker jetzt mit Aufträgen unterstützen

| Lesedauer: 3 Minuten
Das Handwerk müsse in der Coronakrise unterstützt werden, fordert Handwerkskammerpräsident Jörn Arp (Symbolbild).

Das Handwerk müsse in der Coronakrise unterstützt werden, fordert Handwerkskammerpräsident Jörn Arp (Symbolbild).

Foto: Michael Reichel / dpadpa WP

Coronakrise trifft viele Handwerksbetriebe hart. Katholische Kirche bietet Segen zum Mitnehmen. Nur ein neuer Corona-Fall im Kreis Segeberg.

Kreis Segeberg.  Mit dem Appell, das lokale Handwerk zu unterstützen, hat sich Jörn Arp, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, an die Öffentlichkeit gewandt. „Die Handwerke leiden unter den verschiedenen Auflagen – bis hin zum Verbot der Berufsausübung“, sagt Arp. Auch mit den bereits umgesetzten und für die Zeit nach dem 3. Mai anvisierten Lockerungen des Shutdowns werde es dauern, bis die Wirtschaft wieder Fahrt aufnehme, so Arp. Öffentliche und private Kunden des Handwerks sollten deswegen jetzt schon Handwerksarbeiten beauftragen. „Dies können Reparaturen oder Renovierungen sein, die man ursprünglich vielleicht für einen späteren Zeitpunkt eingeplant hatte. Die Chance, jetzt relativ zeitnah einen Betrieb für solche Arbeiten zu bekommen, ist vermutlich sogar ungleich höher als noch vor der Krise“, sagt Arp.

Aber auch der Einkauf bei der örtlichen Bäckerei oder Fleischerei helfe diesen Betrieben in der angespannten Situation weiter. Gleiches gelte auch für Kosmetiker oder Friseure, denen man schon jetzt perspektivisch Aufträge für die Zeit danach sichern könnte. „In jedem Fall sollte vermieden werden, bereits bestehende Aufträge, die sich unter Einhaltung aller Sicherheits- und Hygienevorschriften erledigen lassen, zu stornieren“, sagt Arp. „Eine Beauftragung von Handwerksbetrieben in dieser Zeit dient in jedem Fall der wirtschaftlichen Stabilität und sichert nicht zuletzt viele Arbeits- und Ausbildungsplätze.“

Katholische Kirche bietet Segen zum Mitnehmen an

207 Infizierte Im Kreis Segeberg gibt es einen weiteren bestätigten Covid-19-Fall. Die Gesamtzahl aller Infizierten steigt damit auf 207 (zu Sonntag). Aktuell befinden sich im Kreis Segeberg 164 (-34) Personen in Quarantäne. 716 Personen sind bereits wieder aus dieser entlassen. Wieder genesen sind im Kreis Segeberg aktuell 159 Menschen. Zwei Menschen sind bisher im Kreis als bestätigte Covid-19-Todesfälle registriert: Eine Norderstedterin, Mitte 70, und eine weitere Frau, 77, mit Vorerkrankungen. 2426 Fälle (+9) sind dem Land bisher gemeldet worden. Etwa 1700 Menschen sind genesen. 128 Menschen liegen im Krankenhaus (-1). 67 Todesfälle sind zu beklagen (+5).

Segen to go Die Katholische Pfarrei St. Katharina von Siena bietet jetzt den Segen auch zum Mitnehmen an. Vor der Kirche St. Annen am Schmuggelstieg hängen auf einer Leine Karten mit Segensworten. Wer möchte, kann davon eine oder mehrere abpflücken und mitnehmen – als Mutmacher und Hoffnungszeichen. „Einen halben Tag nach Beginn der Aktion war schon ein Drittel der Segenskärtchen abgepflückt“, sagt Ulrike Hagemann, Küsterin der Gemeinde, die Karten regelmäßig ersetzt. Sebastian Fiebig, Pastoralreferent der Pfarrei: „Wir möchten allen Mut machen, auch in der Krise daran glauben zu können, dass das Leben stärker ist als alle Not und dass auch andere diese Hoffnung mittragen.“

Neuer Regeln Der Kreis Segeberg hat seine Allgemeinverfügung zur Lockerung von Verboten in der Coronakrise präzisiert. In Kitas und Schulen (bis Klasse 6) können jetzt auch Alleinerziehende für ihre Kinder Notbetreuung in Anspruch nehmen. Planbare und aufschiebbare Behandlungen in Krankenhäusern sind wieder möglich, sofern sie keine Intensivkapazitäten binden. Einwohner von Pflegeeinrichtungen, die nur kurz, etwa für eine Dialyse, das Heim verlassen und dabei nur in Kontakt mit Personal aus der Einrichtung stehen, müssen bei ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Norderstedt