Rätsel

Der Künstler mit einer Vorliebe für schnelle Autos

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Wolkenformation in Form eines Fragezeichens.

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens.

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. Im Denksport-Rätsel suchen wir heute einen berühmten Komponisten und ein bekanntes Opernhaus.

Kreis Segeberg.  Das Konzert ist abgesagt, die Museen sind dicht, und mit den Kumpels vom Stammtisch können Sie sich auch nicht mehr treffen. Was tun mit der ganzen freien Zeit? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir suchen jeden Tag den Namen einer bekannten Persönlichkeit. Viel Spaß!


Der 1858 geborene Knabe entstammte einer Musikerdynastie: Bis zum Ururgroßvater aufwärts arbeiteten seine Vorfahren als Komponisten und Kapellmeister. Nach dem Besuch einer Aufführung von Verdis „Aida“ kannte der 17-Jährige nur noch eine Berufsperspektive – Opernkomponist. Die Ausbildung dazu erfolgte in der Stadt, deren Opernbühne sich bereits damals internationaler Berühmtheit erfreute. Für den 1776 bis 1778 errichteten Bau hatte man eigens eine gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert abgerissen. Mit 2800 Zuschauerplätzen ist das Gebäude noch immer Europas größtes Theater. Die Stadt selbst verleiht sich heute gern das Prädikat einer „moralischen Hauptstadt“ – hier werde schließlich erarbeitet, was die eigentliche Hauptstadt konsumiere. Tatsächlich wird ein enormer Teil des nationalen Gesamteinkommens im Großraum dieser Metropole verdient.

Zu den Großverdienern zählte der junge Musiker während seiner Studentenzeit von 1880 bis 1883 keineswegs. Einziges Freizeitvergnügen waren Spaziergänge in der Galleria, der noblen Ladenpassage südlich des Opernhauses. Unter der riesigen Glaskuppel gilt noch heute H.V. Mortons Beobachtung: „Niemals werde ich der Galleria überdrüssig, wo sich die Leute wie auf einer Bühne bewegen, wo jedermann Schauspieler und gleichzeitig Zuschauer ist.“ Diese Beobachtungen, das Studentenleben und die höchst bescheidene Unterkunft ergaben später das Milieu einer der bekanntesten Opern des Komponisten.

Das Boheme-Leben hatte 1884 nach der Uraufführung seiner ersten Oper ein Ende. Der Komponist berichtete: „Ich kam mit etwas Kleingeld in der Tasche ins Theater. Es war mein ganzes Vermögen. Und mein Anzug ein ganz unfeierlicher, kaffeebrauner, in dem ich mich auf die Beifallsrufe hin vor dem Vorhang zeigen musste, war der einzige, den ich besaß. Aber wenige Tage später erwarb man die Rechte für die Oper und überreichte mir den ersten Tausender meines Lebens.“

Es blieb nicht der letzte. Zwar diffamierten Musikwissenschaftler sein Werk immer wieder als seicht und minderwertig, aber Opern wie das Rührstück über die unglückliche Liebe einer Geisha zu einem Amerikaner waren und sind Publikumserfolge. Die letzten Jahrzehnte seines Lebens – er starb 1924 – genoss der Liebhaber technischer Neuerrungenschaften den finanziellen Wohlstand. Der begeisterte Motorboot- und Autofahrer kommentierte den Erwerb einer achtzylindrigen Luxuslimousine mit der Weisheit des Gourmets: „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass man sein Leben nur einmal hat.“


Wie heißt der Komponist, der selbst bei der Arbeit nie den Hut absetzte? Und in welcher Stadt liegt das berühmte Opernhaus?

Die Antwort steht morgen im Abendblatt. In der gestrigen Ausgabe suchten wir nach einem Poeten, der bereits in jungen Jahren an einer Überdosis Kokain starb. Es ist Georg Trakl, der von 1887 bis 1914 lebte; seine Heimatstadt ist Salzburg.

( jasch )

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