Rätsel

Wer war der Schelm, der gern improvisierte?

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Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. Im Denksport-Rätsel suchen wir einen Humoristen, der ein Vorbild unter anderem für Otto Waalkes war.

Kreis Segeberg.  Das Konzert ist abgesagt, die Museen sind dicht, und mit den Kumpels vom Stammtisch können Sie sich auch nicht mehr treffen. Was tun mit der ganzen freien Zeit? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir suchen jeden Tag den Namen einer bekannten Persönlichkeit.


Johann Gottfried Herder, 1764 als Lehrer an die Domschule der Stadt gekommen, empfand die Bürger als „sanftes Volk“ und rühmte ihre „leichten und gefälligen Umgangsformen“. Grund genug für die Bürger, ihm vor dem Stadtmuseum ein Denkmal zu setzen. Herder zeigte sich auch von den „Dainas“ beeindruckt, zumeist vierzeilige Gedichte, deren Schöpfung als Nationalsport gilt. Im „Klein-Paris des Ostens“ hegte man für Kultur und Handel stets große Vorliebe. So umgab beispielsweise die Stadt im Mittelalter eine Mauer, die nur an den Stützpfeilern dick und ansonsten ziemlich dünn war. Dafür vermieteten die Stadtväter den Raum zwischen den Pfeilern als Wohn- und Lagerplatz. Der Erlös diente der Instandhaltung. So wundert es nicht, dass weite Teile der Mauer bis heute erhalten blieben – auch das Schwedentor an der Brauerstraße.

Dichtkunst und Witz sind in dieser Stadt Bürgertradition. Selten vereinte jedoch ein Mensch beide Talente derart optimal wie der 1909 hier geborene Junge. Seine Familie gehörte zur deutschen Bevölkerungsminderheit. Der Großvater führte die bedeutendste Musikalienhandlung am Platze, der Vater weilte als Kapellmeister zumeist auf Tournee. Der Sohn versuchte sich bald als Komponist ernster Musik, aber auch als Unterhaltungskünstler: „Humoristische Lieder zur Laute“ hieß sein erster öffentlicher Auftritt. Langfristig erwies sich die Heimatstadt als zu kleine Bühne für seine Fähigkeiten. Die Stärke des Humoristen und Komikers lag in seinem Improvisationsgenie. Das ließ ihn auch nicht im Stich, wenn er im Programm einen Aussetzer hatte: „Die Musiker im Orchesterraum standen auf und dachten, mir sei was passiert. Die standen auf, also stand ich auch auf, ohne nachzudenken. Ich hatte ja meinen Faden verloren. Faden verloren, Faden verloren, das muss mir im Kopf herumgegangen sein, heute weiß ich es nicht mehr genau. Ich weiß nur noch, dass ich mich bückte und einen gar nicht vorhandenen Faden von den Bühnenbrettern aufhob. ,Verzeihung, ich hatte meinen Faden verloren’, sagte ich, hielt das imaginäre Ding mit spitzen Fingern vor mir hoch und steckte es in die Brusttasche meines Fracks.“

Sein Hang zum Stegreiftheater riss nicht nur die Zuschauer mit. „Wir haben sieben bis acht Wochen gebraucht, um überhaupt nur einigermaßen ernst zu bleiben“, schilderte eine Kollegin das Hauptproblem der gemeinsamen Arbeit an einem Theaterstück.

Nach jahrelangem Siechtum infolge eines Schlaganfalls starb er 1979. „Vor dem Tod habe ich keine Angst“, hatte er gesagt. „Denn alle, die gestorben sind, lassen nicht wieder davon ab.“


Wie hieß der Schelm? Und wie heißt seine Geburtsstadt, die seit kurzer Zeit wieder Hauptstadt eines autonomen Landes ist? Die Antwort steht am Dienstag nach Ostern im Abendblatt. In der Ausgabe vom 9./10. April wollten wir wissen, wie die Sängerin heißt, die während der Nazi-Diktatur ein Lied sang, das weltweit bekannt wurde und als Soldatenlied schlechthin gilt. Die Sängerin ist Lale Andersen (1905–1972), der Song heißt „Lili Marleen“, und die Insel, auf der sich die gebürtige Bremerhavenerin so wohlfühlte und wo auch ihre Urne beigesetzt wurde, ist Langeoog.

( jasch )

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