50 Jahre Norderstedt

Anna Schüler ist Norderstedts größtes Talent

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Anne Pamperin
Anna Schüler hat in der gesamten Saison 15 Einzelsiege errungen und nicht ein einziges Match verloren.

Anna Schüler hat in der gesamten Saison 15 Einzelsiege errungen und nicht ein einziges Match verloren.

Foto: Thorsten Ahlf

Die Tischtennisspielerin hat den Sprung in den deutschen U-18-Bundeskader geschafft. 16-Jährige will weiterhin für den SV Friedrichsgabe spielen.

Norderstedt.  Der Gedanke, an einen der Bundesstützpunkte in Hannover oder Düsseldorf zu wechseln, war schon mal da, aber ich konnte und kann es mir einfach nicht vorstellen, Norderstedt zu verlassen“, sagt Anna Schüler, eines der größten Tischtennistalente in Schleswig-Holstein.

Vor acht Jahren hielt die junge Glashütterin zum ersten Mal einen Schläger in der Hand, schnell wurde aus dem Hobby eine Leidenschaft. Ihre ersten Punktspiele bestritt die talentierte Rechtshänderin für den SV Friedrichsgabe, den Verein, bei dem sie auch heute noch aktiv ist. Das Ballgefühl und den Spaß an der Bewegung hat Anna Schüler übrigens von ihren Eltern geerbt. Die allerdings haben eher eine Vorliebe für die größere Variante: Großmutter Petra, Mutter Stefanie und Vater Jörn waren und sind leidenschaftliche Handballfans – Stefanie Schüler stand sogar im Kader der Juniorinnen-Nationalmannschaft.

Tochter Anna hat sich – gegen den Familientrend – für die kleine weiße Tischtenniskugel entschieden. Wahrlich eine gute Wahl, denn ihre sportlichen Erfolge sind schon jetzt beeindruckend. In dieser Saison schaffte Anna Schüler den Sprung in den deutschen U-18-Bundeskader und zählt somit zu den besten zehn Nachwuchstalenten im ganzen Land. Und daran hat Norderstedt einen großen Anteil. Die fünftgrößte Stadt ist nicht nur ihr Wohnort, sondern auch ihre sportliche Heimat – und das soll auch so bleiben.

„Ich fühle mich hier in Norderstedt sehr wohl. Ich bin dem SV Friedrichsgabe sehr dankbar für alles. Hier wurde sehr viel für mich getan, ich werde sehr gut unterstützt“, sagt die 16-Jährige, für die Vereinstreue alles andere als eine leere Worthülse ist.

Bei den Deutschen U-18-Meisterschaften in Moosbach am 25. und 26. April wäre Anna Schüler liebend gerne gestartet, doch dieser Termin ist aufgrund der Coronakrise abgesagt. Immerhin: Während viele Veranstaltungen ersatzlos gestrichen wurden, besteht noch Hoffnung auf eine Verschiebung. Der Deutsche Tischtennisbund (DTTB) hofft, die U-15- und U-18-Titelkämpfe nach Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt auszutragen.

Mannschaft von Anna Schüler spielt jetzt in der Regionalliga

Punktspiele wird Anna Schüler bis zum Sommer indes nicht mehr bestreiten, die Saison wurde vorzeitig beendet. Die Oberliga-Meisterschaft hatte ihr Team, die erste Damenmannschaft des SV Fried­richsgabe, allerdings schon vorher in der Tasche. Mit der beeindruckenden Bilanz von 30:0 Punkten, also keiner einzigen Niederlage, holten sich die Fried­richsgaberinnen den Titel und steigen damit in die Regionalliga Nord auf.

Ein Blick auf Anna Schülers Einzelresultate belegt ihr Talent und ihre Stärke. Die junge Angriffsspielerin hat in der gesamten Saison nicht ein einziges Match verloren und steht mit 15:0 Siegen extrem gut da. Dass sich die aktuelle Nummer drei der Mannschaft auf die kommende Spielzeit in der nächst höheren Klasse freut, ist nur verständlich.

Selbstbewusst ist Anna Schüler auf jeden Fall, was die Prognose für die vierthöchste deutsche Spielklasse angeht. „Der Klassenerhalt ist natürlich das erste Ziel. Aber auch in dieser Liga würde ich gerne oben mitspielen“, sagt Anna Schüler, die auf jeden Fall in Norderstedt bleibt. „Die Mannschaft ist toll, wir verstehen uns alle sehr gut. Mir gefällt es auch hier in der Stadt. Alles ist so dicht beieinander und praktisch zu erreichen.“

Anna Schüler besucht die elfte Klasse des Lise-Meitner-Gymnasiums in Glashütte und hat einen Schulweg von wenigen Minuten. Zum Training beim SV Friedrichsgabe ist es dann schon etwas weiter, aber auch das ist für Sportlerin überhaupt kein Problem. „Ich habe normalerweise von 8 bis 15 Uhr Schule. Dann bin ich zwei Stunden zu Hause und fahre anschließend wieder los. Das Landeskadertraining findet beim SVF und in Bargteheide statt.“

Auch wenn es manchmal etwas stressig ist, geht Anna Schüler gerne zum Sport. „Das ist ein perfekter Ausgleich zur Schule“, sagt sie. Nun wartet die talentierte Rechtshänderin sehnsüchtig darauf, dass es mit dem Sport und mit der Schule endlich wieder losgeht. Bis dahin ist allerdings noch ein wenig Geduld angesagt. Egal, was kommt – auf diese Saison kann Anna Schüler wahrlich zufrieden zurückblicken.

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