Rätsel

Wer war der Komponist, der die Natur hörte?

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Wolkenformation in Form eines Fragezeichens.

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens.

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. Im heutigen Denksport-Rätsel suchen wir einen Musiker, der international sehr bekannt wurde.

Kreis Segeberg.  Das Konzert ist abgesagt, die Museen sind dicht, und mit den Kumpels vom Stammtisch können Sie sich vorerst auch nicht mehr treffen. Was tun mit der ganzen freien Zeit? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir suchen jeden Tag den Namen einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


An schönen Tagen liegt Musik in der Luft. Am Hafenbassin mit dem vertrauenerweckenden Namen „Cholerabecken“ sitzt ein Akkordeonspieler, auf der Esplanade flanieren Spaziergänger am Musikpavillon des Cafés „Kapelli“ vorüber. Rund um den Senatsplatz präsentiert sich die Architektur im Sonnenlicht als steinerne Harmonie - kaum zu glauben, dass der Ort noch gut zweihundert Jahre zuvor aus dem Ensemble einiger Holzhäuser bestand.

Jahrhundertelang regierten fremde Herren die Stadt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts jedoch verdichtete sich unter der Bevölkerung patriotische Sehnsucht zu passivem Widerstand gegen das Fremdregime, dessen Vertreter sämtliche Schlüsselstellen der Verwaltung besetzten. Diese Obrigkeit verbot sämtliche Versammlungen mit nationalistischer Tendenz. Die Patrioten tarnten daher ihre Veranstaltungen: Im „Schwedischen Theater“ am Ostende der Esplanade organisierten sie 1899 „Pressetage“, angeblich zugunsten der Journalisten-Versorgungskasse. Hauptakt der Feierlichkeit war die Darstellung sechs „lebender Bilder“ mit Motiven aus der Landesmythologie. Für die Begleitmusik sorgte ein 34 Jahre alter Komponist. Als Schlussnummer der Veranstaltung schuf er eine Tondichtung, die das vaterländische Empfinden seiner Landsleute derart anregte, dass sie umgehend den Status einer Nationalhymne erlangte – und prompt verboten wurde. Trotzdem erlebte das Stück unter Decknamen wie „Impromptu“, „Das Vaterland“ oder „La patrie“ etliche Aufführungen.

Spätestens seit dieser Zeit galt der Komponist als musikalischer Botschafter seines Landes, der es meisterhaft verstand, spezifisches Volksempfinden und Naturliebe in Noten umzusetzen. Bereits als Jugendlicher regte ihn die Natur zu Fantasien an, wie ein ehemaliger Schulfreund bestätigt: „Wenn es dämmerte, lockte es ihn, in den dunkelsten Winkeln der Wälder nach Märchenwesen zu suchen. Es konnte einem mitunter schon gruseln, wenn man an seiner Seite durch einen dunklen Wald ging, der von Trollen und Hexen bevölkert war.“

Er sah die Natur nicht bloß, er hörte sie. Als Dozent an der Musikakademie offenbarte er später seinen Studenten, er könne die Obertöne von einem vom Wind bewegten Ährenfeld vernehmen. Die aus solcher Fähigkeit geschaffene Musik traf die Seele seiner naturverbundenen Landsleute, für die er auch nach der endlich erlangten Autonomie eine nationale Ikone blieb. Sein Name klingt nicht unbedingt landestypisch, ist es ursprünglich aber: Der Vorname entstand aus dem Kosenamen „Janne“, der Nachname ist die latinisierte Form eines Hofnamens – sein Urgroßvater gelangte durch Heirat in den Besitz des Bauernhofes „Sibbe“.

Während seiner letzten Lebensjahrzehnte – er starb 91-jährig 1957 – veröffentlichte der Meister kaum noch ein Werk. „Diktatur und Krieg widern mich an. Der bloße Gedanke an Tyrannei und Unterdrückung, Sklavenlager und Menschenverfolgung, Zerstörung und Massenmord machen mich seelisch und physisch krank. Das ist einer der Gründe, weshalb ich in über 20 Jahren nichts geschaffen habe, was ich mit ruhigem Herzen der Öffentlichkeit hätte übergeben können.“


Wie heißt der gesuchte Komponist? Und in welcher Stadt wurde seine vaterländische Tondichtung einst uraufgeführt?
Die Lösung finden Sie morgen im Abendblatt. Die Antwort auf die Montagsfrage war nicht allzu schwer: Unser Fußballheld vom WM-Finale 1954 ist natürlich Fritz Walter, das „Fußballwunder“ fand in Bern statt.

( jasch )

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