Kreis Segeberg

Corona-Orchester sucht Beiträge für Online-Konzerte

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Der Musiker, Lehrer und Komponist Jens Illemann aus Wewelsfleth hat das Corona-Orchester ins Leben gerufen.

Der Musiker, Lehrer und Komponist Jens Illemann aus Wewelsfleth hat das Corona-Orchester ins Leben gerufen.

Foto: Michael Rauhe

151 Menschen im Kreis Segeberg infiziert, acht neue Fälle. Sportvereine erhalten Millionen-Euro-Hilfe. Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche.

Kreis Segeberg.  „Highway To Hell“, schallt es aus den Lautsprechern des PCs. Mehr als 250 Musikerinnen und Musiker aus sieben Nationen singen und spielen den AC/DC-Dauerbrenner mit viel Energie und noch mehr Spaß auf Pauken, Posaunen und Trompeten, Gitarre, Geige, Cello und Kontrabass, Fagott und Flöten und Saxofon. Der Musiker, Lehrer und Komponist Jens Illemann aus Wewelsfleth brachte sie für sein Corona-Orchester zusammen, und zwar einzig über Online-Kontakt.

„Das #corona-Spezial Online-Orchester hat nun das dritte Stück fertiggestellt, für das mir Musiker aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Niederlande, Irland und Moldawien ihre Videos gemailt haben“, sagt Jens Illemann, der im Norden bekannt wurde, als er im vergangenen Jahr das Norddeutsche Film-Orchester gründete. Für sein neues Corona-Projekt haben ihm bis jetzt insgesamt mehr als 1000 Musiker aus mittlerweile neun Nationen Aufnahmen von ihren Auftritten im heimischen Wohn- oder Arbeitszimmer geschickt.

Jens Illemann möchte jede Woche einen neuen Song produzieren, bis die Corona-Kontaktsperre aufgehoben ist. Wer mitmachen will, meldet sich unter www.corona-orchester.de an und erhält per E-Mail alle Unterlagen wie Notenmaterial und Klangbeispiele. Illemann schneidet aus allen Beiträgen das endgültige Video und stellt es via YouTube ins Netz (https://www.youtube.com/watch?v=VYHzWoPUFME). Musiker, die dabei sein wollen, können jeweils bis Donnerstag, 18 Uhr, ihre Beiträge einsenden.

340 Menschen im Kreis Segeberg in Quarantäne

151 Infizierte Im Kreis Segeberg gibt es acht weitere labordiagnostisch bestätigte Covid-19-Fälle. Die Gesamtzahl aller bisher Infizierten steigt damit auf 151. Bei sieben Personen handelt es sich um Kontaktpersonen zu einem bereits bestätigten Fall, bei einer Person ist die Infektionsquelle unbekannt. Aktuell befinden sich im Kreis Segeberg 340 Personen in Quarantäne. 415 Personen sind bereits wieder aus dieser entlassen worden. Wieder genesen sind im Kreis Segeberg aktuell 62 Menschen. Im ganzen Land Schleswig-Holstein wurden seit Beginn der Pandemie 1678 Fälle gemeldet (+40) im Vergleich zu Sonntag). 156 Personen liegen im Krankenhaus (-6). 20 Menschen haben die Infektion bislang nicht überlebt.

Entlastung für Betriebe Die IHK Schleswig-Holstein fordert weitere steuerliche Maßnahmen, um die Liquidität der Betriebe zu stützen. Die Frist zur Abgabe der Steuervoranmeldungen sollte verlängert werden. Bei der Verlustverrechnung sollten geschätzte Verluste aus 2020 bereits jetzt unterjährig mit den Einkünften aus dem Vorjahr verrechnet werden, um den Unternehmen zusätzliche Liquidität zur Verfügung zu stellen. Technisch könnte dies durch eine Erstattung der Vorauszahlungen aus 2019 realisiert werden. Außerdem sollte die Umrüstung elektronischer Regierkassen mit technischen Sicherheitseinrichtungen auf 2021 verschoben werden.

Suchtberatung Die Suchtberatungsstellen im Kreis Segeberg sind derzeit nur telefonisch oder über das Internet zu erreichen. Bei Bedarf gibt es dort direkte Auskünfte, Fachkräfte rufen auch bei individuellen Problemen zurück (ATS Norderstedt: 040/523 32 22; sucht.nor@ats-sh.de. Sozialwerk: 040/523 71 60; skb@sozialwerk-norderstedt.de). Onlineberatung gibt es im Chatportal www.suchtonline.de (dienstags, 14.00-16.00, donnerstags 10.00-13.00).

Land unterstützt Sportvereine mit 12,5 Millionen Euro

Mit einer Soforthilfe in Höhe von bis zu 12,5 Millionen Euro unterstützt die Landesregierung die gemeinnützigen Sportvereine und -verbände im Land. „Unsere Sportvereine mit ihren mehr als 770.000 Mitgliedern sind ein Eckpfeiler unserer Gesellschaft. Auch sie kommen durch die zur Eindämmung des Virus notwendigen Beschränkungen des öffentlichen Lebens in schweres Fahrwasser. Deshalb ist diese Unterstützung notwendig und selbstverständlich“, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) in Kiel.

Zu finanziellen Engpässen komme es bei den Vereinen, weil durch wegbrechende Mitgliedsbeiträge und Kursgebühren oder beispielsweise abgesagte Jugendfreizeiten bei fortlaufenden Betriebskosten die Einnahmen fehlen. Bei den Zuschüssen handle es sich ganz bewusst nicht um Kredite, betont Grote. Die Soforthilfe kann bei Nachweis der aus der Coronalage bedingten finanziellen Notlage beim für Sport zuständigen Innenministerium beantragt werden. „Sie muss später nicht zurückgezahlt werden“, so Grote.

Gemeinnützigen Sportvereinen, die Mitglied im Landessportverband Schleswig-Holstein sind, werde ein Zuschuss in Höhe von 15 Euro pro Mitglied als Einmalzahlung gewährt, maximal bis zur Höhe des dargelegten Liquiditätsengpasses. Im Landessportverband Schleswig-Holstein organisierten Verbänden werde ein maximaler Zuschuss als Einmalzahlung in nachfolgenden Höhen gewährt:· Sportverbände bis 2000 Mitglieder bekommen 2500 Euro, bis 5000 Mitglieder gibt es 5000 Euro, bis 15.000 Mitglieder: 10.000 Euro und bis 50.000 Mitglieder 15.000 Euro. Sportverbände bis 75.000 Mitglieder erhalten 20.000 Euro, noch größere Verbände 25.000 Euro und jene mit überregional bedeutsamen Einrichtungen oder Sportschulen einmalig bis zu 150.000 Euro.

Weitere Informationen zum Antragsverfahren unter: www.schleswig-holstein.de/coronavirus-sport

Betrüger in der Coronakrise: Obacht bei Hausbesuchen

Es gibt in dieser Coronakrise Zeitgenossen, die skrupellos Profit schlagen wollen aus der Verunsicherung der Bürger. Bundesweit werden der Polizei in diesen Wochen Fälle gemeldet. Oftmals geben sich die Kriminellen als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus, die angeblich einen Coronatest in der Wohnung machen wollen – um dort dann nur Geld und Schmuck zu stehlen. Andere haben den Enkeltrick abgeändert, geben sich bei alten Menschen am Telefon als Verwandter aus, der in Quarantäne lebe und dringend Geld brauche. Die IHK warnte bereits vor Abzockern, die Unternehmen mit Versprechen betrügen, wie sie schneller an finanzielle Hilfen gelangen können.

Die Stadt Norderstedt und ihre Tochterunternehmen weisen vor diesem Hintergrund jetzt vorsorglich die Norderstedter darauf hin, dass die Mitarbeite der Stadtverwaltung und auch der Stadtwerke während der Coronakrise niemals Hausbesuche machen, ohne im Vorfeld mit den Haushalten Termine abgesprochen zu haben. „Unangemeldete Besuche finden nicht statt“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Das gelte auch für den bei den Stadtwerken angesiedelten Telekommunikationsanbieter wilhelm.tel. Mitarbeiter des Unternehmens besuchen nur Bürger, die um einen Termin gebeten haben. Grundsätzlich können sich alle städtischen Mitarbeiter mit einem Dienstausweis legitimieren.

Wer sich nicht sicher ist, sollte vorerst niemanden ins Haus oder in die Wohnung hineinlassen. Beim Bürgertelefon der Stadt (040/53 59 56 58) oder über 040/52 10 40 bei den Stadtwerken kann im Zweifel nachgefragt werden, ob der Mitarbeiter vor Tür wirklich derjenige ist, für den er sich ausgibt. Ansonsten hilft die Polizei unter 110.

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