Norderstedt

Albertinen Hospiz feiert Richtfest und sucht Mitarbeiter

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Das Albertinen Hospiz Norderstedt, hier als Modell, eröffnet im Oktober mit 14 Zimmern.

Das Albertinen Hospiz Norderstedt, hier als Modell, eröffnet im Oktober mit 14 Zimmern.

Foto: Architektencontor Agather Bielenberg Hamburg / Burkhard Fuchs

Die Einrichtung in Friedrichsgabe soll im Oktober eröffnen – Spenden in Höhe von 439.000 Euro sind bisher eingegangen.

Norderstedt.  Der Rohbau für das Albertinen-Hospiz Norderstedt ist fertiggestellt. Nur rund zwei Monate nach der Grundsteinlegung konnte nach Abschluss der Zimmermannsarbeiten der Richtkranz aufgezogen werden. Das traditionelle Fest für die Bauleute fiel allerdings in Zeiten der Coronakrise aus.

Der Ende März in den Ruhestand verabschiedete Geschäftsführer der Albertinen Diakoniewerk gGmbH, Pastor Dr. Stefan Stiegler, besuchte stattdessen die Baustelle und dankte den anwesenden fünf Bauleuten für die geleistete Arbeit. Der Geschäftsführer des Hospizes, Pastor Andreas Hausberg, sprach ein Segenswort.

Erstes Hospiz in Schleswig-Holstein in kommunaler Trägerschaft.

Im Norderstedter Stadtteil Fried­richsgabe entsteht mit dem Albertinen-Hospiz Norderstedt eine Einrichtung für Erwachsene in ihrer letzten Lebensphase, die an unheilbaren, rasant verlaufenden Krankheiten leiden, verbunden mit sehr belastenden Symptomen. Der Leitgedanke des Hospizes lautet: In Würde leben bis zuletzt.

Der Bau ist voll im Zeitplan, bereits am 6. April werden die Fenster eingebaut und die Dachpfannen verlegt. Die Eröffnung soll im Oktober 2020 mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür gefeiert werden.

Das Albertinen-Hospiz Norderstedt ist das erste stationäre Hospiz in Schleswig-Holstein in diakonischer und kommunaler Trägerschaft. Im Juli 2018 wurde die Albertinen Hospiz Norderstedt gGmbH von den drei Gesellschaftern Albertinen Diakoniewerk, der Stadt Norderstedt sowie der Gemeinde Henstedt-Ulzburg gegründet.

Das Einzugsgebiet umfasst das Gebiet von Norderstedt bis Neumünster und alle Orte westlich und östlich der Autobahn 7. In diesem Gebiet leben etwa 270.000 Menschen.

Zimmer mit freier Sicht ins Grüne

An der Lawaetzstraße 1B entsteht ein Haus mit 14 Einzelzimmern. Die Zimmer mit eigenem behindertengerechten Bad sind um ein Atrium mit Kreuzgang gebaut. Jedes Zimmer hat einen Zugang zur eigenen Terrasse. Die Fenster- und Türelemente reichen bis zum Boden, damit eine freie Sicht ins Grüne möglich ist. Ebenso gibt es auch einen Zugang mit Bett in den künstlerisch gestalteten Innenhof.

Damit wird die von Architekt Dieter Glienke entwickelte Gebäudestruktur des Diakonie-Hospizes Volksdorf aufgenommen. Die ersten 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Albertinen-Hospizes Norderstedt wurden zum 1. Oktober 2020 eingestellt. Einige wenige Mitarbeitende in der Pflege werden noch gesucht.

Kurs zur Sterbebegleitung wegen Coronakrise unterbrochen

Darüber hinaus haben im Januar 15 Ehrenamtliche den Befähigungskursus zur Sterbebegleitung begonnen. Der Kursus wurde anlässlich der Coronapandemie unterbrochen, wird aber vor der Eröffnung abgeschlossen werden können. Die Ehrenamtlichen werden die etwa 30 hauptamtlichen Mitarbeitenden unterstützen.

Die Investitionskosten für den Bau des Hospizes belaufen sich auf insgesamt 4,6 Millionen Euro. Das Land Schleswig-Holstein hat Fördermittel in Höhe von 420.000 Euro bewilligt. Weitere Fördermittel sind beantragt. Durch 1530 Spenden wurden bereits 439.000 Euro überwiesen. Weitere Spenden in Höhe von 150.000 Euro wurden verbindlich zugesagt.

Pastor Hausberg: „Wir sind immer wieder von der großen Spendenbereitschaft von Privatpersonen, Firmen, Institutionen und Kirchengemeinden beeindruckt. Allen Spenderinnen und Spendern gilt unser ausdrücklicher Dank! Auch heute lade ich alle Interessierten dazu ein, sich in unserem Freundes- und Fördererkreis zu engagieren.“

( abm )

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