Kreis Segeberg

Zahl der Corona-Infizierten im Kreis steigt auf 108

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Angehörige und andere Privatpersonen dürfen Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nur noch in Ausnahmefällen betreten (Symbolbild).

Angehörige und andere Privatpersonen dürfen Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nur noch in Ausnahmefällen betreten (Symbolbild).

Foto: Jonas Güttler / dpa

13 Neuinfektionen im Vergleich zu Sonntag. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen für Besucher gesperrt.

Kreis Segeberg.  Im Kreis Segeberg gibt es 28 weitere bestätigte Covid-19-Fälle im Vergleich zu Sonntag. Die Gesamtzahl steigt damit auf 108. Bei den Zahlen kam es deshalb zu einem starken Anstieg, weil die Ergebnisse von Tests am Wochenende und zu Wochenbeginn geballt bei der Kreisverwaltung aufliefen. Bei 20 Personen ist die Infektionsquelle unbekannt, einer ist ein Reiserückkehrer und alle weiteren sind Kontaktpersonen bereits bekannter Fälle. In allen Fällen ermittelt der Infektionsschutz des Kreises die Kontaktpersonen. 328 Personen im Kreis sind in Quarantäne. 341 Personen sind wieder aus dieser entlassen. Wieder genesen sind im Kreis Segeberg aktuell 35 Menschen. Im Land wurden bislang 1252 Fälle gemeldet (+ 117 zu Dienstag). 124 liegen in Kliniken, zehn Menschen sind verstorben.

Alte schützen „Wir müssen alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreifen – auch wenn diese für Angehörige nur schwer zu ertragen sind“, sagt Landrat Jan Peter Schröder. Und setzt die restriktive Vorgabe des Landes um, wonach so gut wie niemand mehr Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie stationäre Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe betreten darf. Es sei denn, er ist für den Betrieb der Häuser unbedingt nötig. Angehörige und andere Privatpersonen erhalten nur noch in absoluten Ausnahmefällen Zutritt. Die Maßnahme gilt vorerst bis 19. April.

Miete trotz Jobverlust Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), begrüßt, dass der Staat Bürgern bei Jobverlust wegen der Coronapandemie für ein halbes Jahr die Miete bezahlen will. Betroffene müssten lediglich im Jobcenter einen Antrag auf Grundsicherung stellen. „Diese Änderungen im Sozialgesetzbuch sind sowohl für die Mieter als auch für die Vermieter von grundsätzlicher Bedeutung. Sie helfen, die Stundung von Mietzahlungen zu vermeiden und verhindern, dass Mieter sich infolge der Coronapandemie verschulden.“ Anders als eine gestundete Miete müssen Sozialleistungen nicht zurückgezahlt werden. „Die Bundesregierung zeigt damit ein hohes Verständnis für die Sorgen und Nöte der Mieter, aber auch der Vermieter.“

Hilfen beantragen Von heute an steht das überarbeitete Antragsformular für direkte Zuschüsse aus dem Soforthilfeprogramm auf der Website der IB.SH (www.ib-sh.de) zum Download zur Verfügung. Zugleich werden Sparkassen und Privatbanken in die Lage versetzt, Darlehen aus dem IB.SH-Mittelstandssicherungsfonds an die von der Krise besonders hart getroffenen Betriebe des Beherbergungsgewerbes und der Gastronomie in Schleswig-Holstein auszugeben. Dafür hatte die Landesregierung bereits vor zwei Wochen ein Hilfspaket mit einem Gesamtumfang von 500 Millionen geschnürt.

Stadtwerke haben die Corona-Krise gut im Griff

Die Infrastruktur der Stadtwerke zur Versorgung der Stadt mit Energie, Wasser und Telekommunikation seien derzeit in keiner Weise von den Auswirkungen der Coronapandemie betroffen, teilt der Erste Werkleiter Jens Seedorff mit. „Und daran wird sich auch nichts ändern.“

Wie alle Versorgungsunternehmen in Deutschland hätten sich auch die Norderstedter Stadtwerke auf Szenarien vorbereitet, von denen eine Gefährdung für ihre Strukturen ausgehen könnte. Es bestünden Krisen- und Notfallpläne zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit. „Pandemien gehören zu diesen Szenarien, und auch wenn das Ausmaß der Coronakrise schwer vorhersehbar war, sind wir gut vorbereitet“, sagt Jens Seedorff.

Die Stadtwerke hätten eine Lenkungsgruppe Corona gebildet, die täglich die Lage bewertet und Maßnahmen anpasst. Die Leitwarte und die technischen Mitarbeiter im Netzbetrieb und bei der Entstörung seien rund um die Uhr im Einsatz. Schlüsselfunktionen seien ausreichend besetzt. 50 Prozent der gesamten Mitarbeiterschaft sei im Homeoffice. Der Kundenservice der Stadtwerke sei telefonisch und per E-Mail erreichbar. Dringende Termine vor Ort und beim Kunden werden nur unter Einhaltung alle Vorsichtsmaßnahmen und nach vorheriger Analyse verabredet

Neue Homepage zeigt Firmen, die jetzt noch geöffnet haben

Die beiden Veranstalter und Geschäftspartner Oliver Hauschildt und Thomas Will haben eine Webseite ins Leben gerufen, auf der Norderstedter lokale Unternehmen und Geschäfte finden, die auch während der Coronapandemie Waren und Dienstleistungen anbieten. Unter www.norderstedtbleibtzuhause.de haben sich schon diverse Unternehmen aus der Stadt eingetragen, mit ihren Öffnungszeiten und Angeboten.

Hauschildt und Will, die in Norderstedt als Gastgeber vieler Messen und Publikumsveranstaltungen bekannt sind, sind derzeit zur Untätigkeit verdammt. Sie wollten aber trotzdem irgendetwas für den lokalen Einzelhandel, die Dienstleister und die Restaurants tun. „Der Eintrag auf der Homepage ist für die Unternehmen kostenfrei“, sagt Will. „Wir möchten den Bürgern in Norderstedt eine Übersicht für ihren Einkauf zur Verfügung stellen. Kurze Wege sind die beste Lösung in der aktuellen Situation.“ Zu Hause bleiben und nur bei Bedarf das Nötigste in der Nachbarschaft einkaufen, sei das Gebot der Stunde.

Gewerkschaft kritisiert Vorgaben von Aldi und Co

Sie sorgen für Nachschub im Supermarkt: Die rund 2600 Menschen, die im Kreis Segeberg in der Lebensmittelindustrie arbeiten, leisten in der Coronakrise einen entscheidenden Beitrag dafür, dass Essen und Trinken nicht knapp werden. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen. „Überstunden und Extra-Schichten sind in der Lebensmittelindustrie schon seit Wochen an der Tagesordnung. Die Menschen arbeiten am Limit, damit Aldi und Co die Ware nicht ausgeht“, sagt Silke Kettner von der NGG-Region Hamburg-Elmshorn. Die Politik habe dies erkannt und die Lebensmittelbranche für „systemrelevant“ erklärt.

Scharfe Kritik übt die NGG-Geschäftsführerin dagegen an den Vorgaben von Supermarktketten. Die Konzerne forderten von den Herstellern auf der einen Seite, in der Krise noch schneller und noch mehr zu produzieren. Zugleich wolle man die Preise drücken. „Das geht letztlich auf Kosten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ohnehin unter Volllast arbeiten“, so Kettner.

Da es, wie auch die Politik bestätigt, in der Lebensmittelindustrie derzeit keinerlei Versorgungsengpässe gibt, warnt die NGG vor geplanten einschneidenden Eingriffen in das Arbeitszeitgesetz. „Corona darf nicht dafür herhalten, die Höchstgrenzen bei der Arbeitszeit auszuhebeln.

Beratung für Frauen wird trotz Coronakrise fortgesetzt

Die Beratungsstelle Frau & Beruf hat ihr Beratungsangebot an die aktuellen Gegebenheiten angepasst und berät jetzt ausschließlich telefonisch. Das Beratungsangebot richtet sich an Frauen, die nach einer Auszeit wieder in einen Beruf einsteigen oder von einem Minijob in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wechseln wollen. Individuelle Telefontermine werden unter 04551/94 40 02 an ratsuchende Frauen vergeben.

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