Norderstedt
Pandemie

Corona-Krise: Nordkirche bietet Seelsorge am Telefon an

Eine ehrenamtliche Telefonseelsorgerin  telefoniert (Symbolbild).

Eine ehrenamtliche Telefonseelsorgerin telefoniert (Symbolbild).

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Die Seelsorge-Hotline richtet sich insbesondere an ältere und kranke Menschen. Bisher 30 bestätigte Corona-Fälle im Kreis.

Kreis Segeberg.  Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland bietet ab heute, Dienstag, 24. März, eine kostenlose Seelsorge-Hotline für alle Menschen an, die unter den Folgen der Corona-Krise leiden. Unter der Nummer 0800/454 01 06 sind bis auf Weiteres täglich von 14 bis 18 Uhr ausgebildete Seelsorgerinnen und Seelsorger der Nordkirche erreichbar.

Menschen, die beispielsweise unter emotionalen und psychischen Belastungen oder sozialer Isolation leiden, sowie kranke und alte Menschen, die seelsorgerliche Begleitung brauchen, können sich an die Hotline wenden. Sie wurde vom Hauptbereich Seelsorge und gesellschaftlicher Dialog der Nordkirche und dem Beratungs- und Seelsorgezentrum an der Hamburger Hauptkirche St. Petri (BSZ) eingerichtet.

Die Initiative dazu ging von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt aus: „Vieles belastet Menschen in diesen Tagen: Fragen, wie es weitergeht, Ängste vor Ansteckung und Krankheit und auch Sorgen um liebe Menschen oder die Zukunft des Arbeitsplatzes.“ Damit Herz und Seele leichter würden in schwerer Zeit, könne all das in der Seelsorge-Hotline zur Sprache kommen. Das Angebot gilt für alle Menschen, unabhängig von Herkunft oder Religionszugehörigkeit.

Pastorin Kerstin Lammer, Leiterin des Hauptbereichs Seelsorge und gesellschaftlicher Dialog, hebt hervor: „Wer hätte sich vorstellen können, dass sich unser Leben so schnell und radikal verändert? Einander nicht mehr berühren, soziale Kontakte vermeiden, Ausgangssperren – da kommen Ängste und Erinnerungen hoch. Wir denken besonders an Menschen, die jetzt allein sind. “

Zum Start werden 35 haupt- und ehrenamtliche kirchliche Fachkräfte abwechselnd an der Seelsorge-Hotline im Einsatz sein. Je nach Bedarf und Anzahl der Anrufe kann das Helferteam erweitert werden. In einem Schreiben ruft die Nordkirche weitere ausgebildete Helfer dazu auf, sich für die Hotline zur Verfügung zu stellen. Die Seelsorge ist unter folgender Nummer zu erreichen: 0800/454 01 06.

Zweites Corona-Todesopfer in Schleswig-Holstein

34 Fälle Am Montagabend gab es im Kreis Segeberg 34 labordiagnostisch bestätigte Fälle einer Infizierung mit dem Coronavirus. Landesweit waren es zum Redaktionsschluss 467 Fälle, davon 36 Personen in klinischer Behandlung. Ein Mann aus dem Kreis Plön ist das zweite Todesopfer in Zusammenhang mit Corona in Schleswig-Holstein, er verstarb am vergangenen Wochenende, gehörte laut Behörden wegen seines Alters und seiner Vorerkrankungen zu der Hochrisikogruppe.

Gemeinde kontrolliert: Das Ordnungsamt in Henstedt-Ulzburg hat in den vergangenen Tagen zahlreiche Kontrollgänge im Ort gemacht – es ging um das Betretungsverbot von Spiel- und Bolzplätzen sowie um Menschenansammlungen. „Die allermeisten Menschen im Ort halten sich an die verordneten Maßnahmen“, sagt Bürgermeister Stefan Bauer. Nur vereinzelt musste von den Ordnungshütern eingegriffen werden, weil zu viele Personen zusammenstanden. Bauer kündigt an, dass die Kontrollen in den kommenden Tagen fortgeführt werden.

Hilfe für Unternehmer Die Corona-Pandemie stellt die deutsche Wirtschaft in den meisten Branchen vor vielfältige Probleme. Täglich ändern sich die Rahmenbedingungen, eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen wurde erlassen oder wegen der Corona-Situation angepasst. Fragestellungen zur Entgeltabrechnung beantwortet die IKK classic mit einem 90-minütigen Online-Seminar am 31. März, von 15 Uhr an. Die Teilnahme ist kostenlos und für alle Arbeitgeber und Mitarbeiter in Lohnbüros möglich. Nach der Anmeldung unter www.ikk-classic.de/seminare erhalten die Teilnehmer ihre Zugangsdaten und alle weiteren Informationen zum Ablauf.

Bauern suchen dringend Helfer für die Spargelernte

Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf die Landwirtschaft: Aufgrund der stark eingeschränkten Reisebestimmungen fehlen in Schleswig-Holstein in den kommenden Wochen Tausende Erntehelfer.

Die Landesregierung ruft deshalb im Verbund mit dem Bauernverband Schleswig-Holstein und der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit unter dem Motto „Erntehilfe SH“ dazu auf, Landwirtinnen und Landwirte bei der Erntearbeit zu unterstützen. Der Appell richtet sich vor allem an Fachkräfte aus dem Einzelhandel und der Gastronomie, die derzeit nicht arbeiten können, an Beschäftigte in vorübergehender Kurzarbeit sowie an Studierende.

Wer die Landwirtschaft als Erntehelfer und Erntehelferin unterstützen möchte, kann sich an die zuständige Arbeitsagentur wenden. Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht: „Wir müssen gemeinsam sicherstellen, dass die Betriebsabläufe funktionieren und die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln gewährleistet ist. Dafür brauchen wir eine breite Unterstützung von Menschen, die sonst nicht in der Landwirtschaft tätig sind. Jede helfende Hand auf dem Feld zählt.“

Bauernpräsident Werner Schwarz: „Auf vielen Betrieben stehen nun Pflanz-, Pflege- und bald auch erste Erntearbeiten an. Wir möchten die Bevölkerung weiter mit hochwertigen und gesunden Nahrungsmitteln wie Spargel, Kohl oder Erdbeeren versorgen und verhindern, dass Erntegut auf dem Feld bleibt und verdirbt oder Gemüse gar nicht erst gepflanzt werden kann.“

Für Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz schafft „die Initiative eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Die landwirtschaftlichen Betriebe erhalten die dringend benötigten Arbeitskräfte und Menschen, die in der aktuellen Krise von Arbeitslosigkeit betroffen sind, erhalten die Möglichkeit, zumindest vorübergehend Einkommen zu erzielen.“

Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht von bundesweit etwa 280.000 Saisonarbeitskräften im Agrarbereich aus. Viele dieser Saisonarbeitskräfte kommen für diese Zeit aus dem Ausland – meist aus EU-Ländern wie Rumänien, Bulgarien und Polen – nach Deutschland und Schleswig-Holstein. Der Hauptbedarf an Saisonarbeitskräften setzt beim Spargel ab dem 1. April ein. Zurzeit sind für die Vorarbeiten etwa 200 ausländische Saisonarbeitskräfte im Land. Unter der Annahme, dass 50 Prozent des Bedarfes noch durch ausländische Arbeitskräfte gedeckt werden können, werden bei der Spargel-Ernte voraussichtlich 600 Arbeitskräfte und bei der Erdbeer-Ernte 2000 Arbeitskräfte benötigt.

Trotz Corona: Jetzt anmelden für die SE-KulturTage

Das Kulturleben steht zwar derzeit still. Aber die Kreativen planen schon für die Zeit nach der Corona-Krise. Für „SE-KulturTage“ vom 11. bis zum 27. September können sich die Kulturschaffenden jetzt schon anmelden. Der Verein für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Segeberg (VJKA) blickt optimistisch in die Zukunft und möchte mit dem Start des Anmeldezeitraums auch ein Zeichen setzen. Die Kulturschaffenden des Kreises Segeberg sollen sich bei der siebten Auflage der Veranstaltung mit einem außergewöhnlichen Programm präsentieren. Der VJKA als Projektträger freut sich auf viele Veranstaltungsideen und spannende kulturelle Aktionen aller Art. Infos zur Anmeldung sind auf der Internetseite www.SE-Kultur.de zu finden. Das Bewerbungsportal ist bis zum 30. Juni geöffnet. Der VJKA unterstützt die Bewerber auch gerne bei der Umsetzung ihrer Ideen. Sei es, um einen geeigneten Partner oder einen passenden Raum zu finden oder praktische Tipps für die Planung zu erhalten (Kontakt: 04551/95 91 70).

Geistervorstellungen: Kinos bitte um Unterstützung

Eine Kinokarte kaufen für eine Vorstellung, die gar nicht stattfindet? Was normalerweise undenkbar wäre, ist in der Corona-Krise möglich: Das Beluga-Kino in Quickborn, das auf Anordnung des Landes Schleswig-Holstein bis auf Weiteres geschlossen ist, bietet für drei ihrer beliebtesten Formate sogenannte Geistervorstellungen an: Kinogänger können für Vorstellungen, die gar nicht stattfinden, symbolische Tickets erwerben – um so ihr örtliches Kino während der Zwangspause zu unterstützen. Auf der Website www.beluga-kino.de können Tickets für die Pyjama Party (10 Euro), Ladies Night (15 Euro) und die Horrorfilmnacht (20 Euro) gebucht werden.

Die ungewöhnliche Aktion kommt bei den Kinofreunden offensichtlich an: Für die Pyjama Party ist laut Saalplan schon die Hälfte aller 150 Tickets verkauft, und auch die Geistervorstellungen der Ladies Night und die Horrorfilmnacht sind immerhin schon zu einem Drittel gebucht.

Das Spectrum-Kino in Norderstedt und das Cine-Planet 5 in Segeberg sind ebenfalls geschlossen. Dort gibt es bisher noch keine vergleichbaren Unterstützungsaktionen. Der Filmstart des neuen James Bond („Keine Zeit zu sterben“) wurde von April auf November verschoben. Der Konzertfilm ,,David Garrett Unlimited“ live in Verona wurde ebenfalls verlegt. Online gebuchte Tickets werden bei Cine-Planet 5 automatisch storniert. An der Kasse erworbene Karten können bis einschließlich Sonntag, 29. März, an der Kasse zurückgegeben werden.