Norderstedt
Rätsel-Kolumne

Wer war der Sheriff mit dem schnellen Colt?

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Symbolbild).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Symbolbild).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. Im heutigen Denksport-Rätsel geht es um den Namen eines Revolverhelden zu Zeiten des Goldrausches.

Kreis Segeberg.  Wenn Sie sich wegen der Corona-Krise in diesen Tagen nur sehr eingeschränkt körperlich betätigen, weil die Gymnastikstunde ausfällt und auch die Boule-Runde eine Pause einlegt, dann versuchen Sie es doch mal mit Denksport! Wir suchen täglich nach dem Namen einer bekannten Persönlichkeit. Viel Spaß!


Als Ed Schieffelin aufbrach, um seinen Traum vom großen Goldfund zu verwirklichen, spöttelten seine Freunde, er werde statt wertvoller Mineralien bloß seinen Grabstein finden. Ed revanchierte sich mit einer besonderen Pointe: Nachdem er 1877 ein reiches Silbervorkommen entdeckte und neben der Mine eine Boomtown entstand, gab er der Stadt den eindeutig an Friedhof erinnernden Namen.

Als Anfang der 1880er Jahre die Stadt 15.000 Einwohner zählte, wurde der Name zum Programm. Es gab viele zweifelhafte Etablissements und blutige Schießereien, die legendärste am Mittwoch, den 26. Oktober 1881. 14.30 Uhr, Siesta-Zeit. Vier Männer in schwarzen Prince-Albert-Röcken, weißen Hemden und Schnürsenkelkrawatten verlassen die Hauptstraße und schreiten hinunter zu einem der großen Viehpferche. Dort erwartet sie eine Gruppe von fünf weiteren Männern. Einer der vier Ankommenden tritt vor: „Ihr seid verhaftet. Legt eure Waffen ab.“ „Hol sie dir“, kommt die knappe Antwort. Ende der Mittagsruhe. Als sich nach hitzigem Feuergefecht der Pulverdampf verzog, lagen drei Mann der Fünfergruppe tot am Boden, zwei waren geflohen. Von den vier Angreifern blieb nur einer unverletzt.

Diese Minuten im Viehpferch wurden zu einer Nationallegende. Zeitungsberichte, Schundromane und später zahlreiche Filme stilisierten die Beteiligten zu Superhelden (die Vierergruppe) und Oberschurken (die Fünfergruppe). Zum Megastar und Synonym für Recht und Gesetz avancierte der unverletzt gebliebene Angreifer. Bei so einer Lichtgestalt übersah man damals wie heute gern, dass die Vergangenheit des Helden eine Verurteilung wegen Pferdediebstahls und eine beachtliche Karriere als Berufsspieler aufwies.

In einer anderen Stadt des Wilden Westens hatten ihn die Bürger zwar eine Weile als Hilfspolizist beschäftigt, aber gleichzeitig wegen seiner kriminellen Nebengeschäfte den Beinamen „fighting pimp“ (wörtlich: „kämpfender Zuhälter“) verliehen. Und in dem sagenhaften Kampf im Viehpferch ging es nur vordergründig um eine Verhaftung im Namen des Gesetzes. Es war die Eskalation des Streites zweier Interessengruppen.

Dem Helden zur Seite standen dabei seine beiden Brüder sowie ein tuberkulosekranker, verkrachter Dentist mit dem schönen Namen Doc Holliday. Der Held vermarktete den Ruhm geschickt, starb 1929 friedlich im Alter von 80 Jahren und hinterließ eine halbe Million Dollar. Kurz zuvor diktierte er einem ahnungslosen Journalisten seine schöngelogenen Lebenserinnerungen.


Wie hieß der Revolverschwinger? Und wie heißt die Stadt mit dem düsteren Namen, die heute nur noch 2000 Einwohner zählt, aber ganz gut von der Vermarktung der Legende lebt?
Die Lösung steht morgen im Abendblatt. Zur Wochenendausgabe: Die schöne und so exotische Frau, die den Männern den Kopf verdrehte und als Spionin hingerichtet wurde, ist Mata Hari.