Kreis Segeberg

14 Corona-Infizierte im Kreis – Arztpraxis geschlossen

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An der Eingangstür einer Arztpraxis hängt ein Hinweiszettel mit der Aufschrift "Diese Praxis bleibt heute geschlossen" (Symbolbild).

An der Eingangstür einer Arztpraxis hängt ein Hinweiszettel mit der Aufschrift "Diese Praxis bleibt heute geschlossen" (Symbolbild).

Foto: Patrick Pleul / dpa

Mitarbeiterin einer Hautarztpraxis positiv auf Coronavirus getestet. Praxisteam isoliert. Hinweise zur Corona-Pandemie.

Kreis Segeberg.  Die Zahl der bestätigten Fälle einer Covid-19-Infizierung steigt im Kreis Segeberg auf 14 an. Darunter die Mitarbeiterin einer Hausarztpraxis im Kreis. Die Praxis wurde geschlossen, alle 25 Kontaktpersonen aus dem Kreisgebiet sowie aus zwei Nachbarkreisen sind bekannt und teilweise isoliert. Darunter auch das Praxisteam sowie zwei Familienmitglieder. Alle engen Kontaktpersonen im privaten Umfeld sind ebenfalls ermittelt und häuslich abgesondert.

Die Kassenärztliche Vereinigung in Bad Segeberg (KVSH) äußerte sich am Dienstag zur Corona-Abstrichdiagnostik im Kreis Segeberg. Arztpraxen könnten diese nur in Ausnahmefällen anbieten, weil ihnen derzeit keine Schutzausrüstung zur Verfügung steht. Die KVSH baue für Patienten mit Atemwegssymptomen, mit Kontakt zu bereits erkrankten Personen oder für Rückkehrer aus Risikogebieten ambulante Diagnostikzentren auf. Sechs wurden im Land bereits in Betrieb genommen, weitere folgen in den nächsten Tagen. Unterwegs ist ebenso ein fahrender Dienst, der bei nicht mobilen Menschen diagnostische Abstriche entnimmt.

Wer Symptome hat, soll sich zuerst unter 116 117 melden, dort werde die nächste Anlaufstelle genannt und entschieden, ob ein Corona-Abstrich erforderlich ist. In der Leitstelle seien 50 Telefonleitungen rund um die Uhr besetzt, dennoch kann es zu Wartezeiten kommen. Das Abstrichergebnis wird innerhalb von zwei Tagen telefonisch mitgeteilt.

Rezepte und Überweisungen sollten telefonisch bestellt und nicht abgeholt werden. Apotheken geben Medikamente auch nach Fax- oder Mailübermittlung von der Praxis aus.

Hinweise zur Corona-Pandemie

Reha untersagt Der Kreis Segeberg hat Vorsorge- und Rehamaßnahmen in entsprechenden Einrichtungen, Kliniken und in der stationären Tages- und Nachtpflege untersagt. Ausgenommen seien Leistungen der Anschlussheilbehandlung und pflegebedürftige Personen, die von Angehörigen versorgt und betreut werden, die in Bereichen der kritischen Infrastruktur tätig sind. Darüber hinaus gilt das Verbot nicht für Personen, die einen täglichen Pflege- und Betreuungsaufwand haben, dem im häuslichen Umfeld nicht entsprochen werden könnte. Für diese Menschen soll es einen Notbetrieb geben.

Mülltonne zu! Das Norderstedter Betriebsamt bittet die Bürger, Mülltonnen mit vollständig geschlossenem Deckel an die Straße zu stellen, um das Infektionsrisiko für die Mitarbeiter der Müllabfuhr zu minimieren. Die Tonnen sollen unbedingt am Abend vor dem Termin der Leerung bereitgestellt werden, weil die Uhrzeiten der Abholung derzeit vom bekannten Zeitplan abweichen können. Wer mehr Kapazität braucht, kann im Handel städtische Abfallsäcke kaufen. Diese müssen gut verschlossen am Abholtag neben der Mülltonne platziert werden.

Kein Sperrmüll Der WZV des Kreises Segeberg wird die Sperrmüll- und Strauchgutabholung ab dem 23. März einstellen. Die gewohnten Abfuhrtermine für die Rest-, Bio- und Papierabfuhr werden eingehalten.

Mehr Geld Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert für die 4300 Angestellten in den 410 Hotels und Restaurants im Kreis Segeberg ein Aufstocken des Kurzarbeitergeldes. Von 60 Prozent des Gehaltes könnten die Beschäftigten nicht über die Runden kommen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) solle per Tarifvertrag eine deutliche Aufstockung auf den Weg zu bringen, so die NGG.

Bürgertelefon Unter 040/53 59 56 58 informiert die Stadt Norderstedt ab sofort von montags bis freitags, zwischen 8 und 18 Uhr über die neuesten Entwicklungen der Corona-Krise und die Auswirkungen in der Stadt.

( abm )

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