Kreis Segeberg

Neue Rätsel-Kolumne: Die Kaffeeschwester

| Lesedauer: 2 Minuten
Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Symbolbild).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Symbolbild).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In der ersten Folge unseres neuen Denksport-Rätsels geht es um eine geniale Erfinderin.

Kreis Segeberg.  Das Konzert ist abgesagt, die wöchentliche Gymnastikstunde im Sportverein ebenfalls, die Museen sind dicht, und die Kumpels vom Stammtisch wollen sich vorerst auch nicht mehr treffen. Was tun? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Von heute an bis zum Ende der Corona-Krise veröffentlichen wir täglich die Rätsel-Kolumne – gesucht wird immer der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


Anno 1908 gönnte sich Frau Bentz, Mutter und Hausfrau aus Dresden, eine kurze Pause und griff zur Kaffeemühle. Schon stand sie wieder einmal vor dem Problem, das Millionen von Kaffeetrinkern in aller Welt beschäftigte: Wie trennt man den matschigen Kaffeesatz von den köstlichen Aromastoffen? Bei der herkömmlichen – bislang auch von Frau Bentz favorisierten – Methode wurden gemahlene Bohnen lose in einen Stoffbeutel gegeben und in kochendes Wasser gehängt. Leider schmeckte das derart zubereitete Heißgetränk bitter und enthielt noch ziemlich viel Kaffeesatz, der unweigerlich dem Beutel durch die Maschen ging – kein zufriedenstellender Genuss für eine Dresdener Kaffeeschwester.

Frau Bentz war in Experimentierlaune. In den Boden einer Blechdose stanzte sie dicht an dicht feine Löcher. Im Schulheft ihres Sohnes fand sich ein Blatt Löschpapier, aus dem sie ein kreisrundes Stück herausschnitt und es auf den durchsiebten Dosenboden legte. Diesen selbst gebastelten Filter setzte sie auf ihre Kaffeekanne, gab einige Löffel vom Frischgemahlenen hinein und goss kochendes Wasser nach. Ein verlockender Duft durchzog Frau Bentz’ Küche... Ehemann Hugo war restlos begeistert. Gemeinsam beauftragte das Ehepaar einen Kupferschmied mit der Herstellung von Kaffeefiltern nach dem Modell des rustikalen Prototyps. 1909 wagten sie sich mit dem Koffein-Knüller auf die Leipziger Messe – mit Erfolg: Mehr als 1200 Filter wurden während der Veranstaltung abgesetzt, Initialzündung für die Massenproduktion.

Frau Bentz experimentierte weiter. Das ursprünglich runde „Filtriergerät“ wurde modifiziert. Bereits 1912 stellte man eine ganze Reihe unterschiedlicher Kaffeefilter her. Der Familienbetrieb florierte, Kinder und Enkel wuchsen in die Firmenleitung hinein und entwickelten aus dem Rundfilter den noch heute vertrauten Trichterfilter. Statt des ursprünglich verwendeten Metalls setzte man nun auch auf Kunststoff und Porzellan als Material für das Gerät. Aus der Kaffeepause einer Dresdener Hausfrau entstand ein internationaler Konzern. Die Erfindung der Mutter Bentz benutzen noch immer täglich Millionen Kaffeetrinker in aller Welt.

Wie hieß Frau Bentz mit Vornamen? Die Lösung gibt’s morgen im Abendblatt.

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