Kreis Segeberg

Coronavirus: Rettungswagen mit zusätzlicher Schutzausrüstung

Mittel zur Händedesinfektion sind teilweise bereits ausverkauft (Symbolbild).

Mittel zur Händedesinfektion sind teilweise bereits ausverkauft (Symbolbild).

Foto: Barbara Gindl / dpa

Große Verunsicherung in der Region. Mittel zur Händedesinfektion ausverkauft. Schulen entscheiden über Auslandsfahrten.

Norderstedt. „Die Verunsicherung und Angst vor dem Coronavirus ist jauch in Norderstedt und Umgebung angekommen“, sagt Svante Gehring, Sprecher der Ärztegenossenschaft Nord. Noch gebe es zwar kein Gedränge in den Wartezimmern, aber: „Ich musste gerade erst zehn Minuten mit einem Patienten diskutieren, der sich unbedingt testen lassen wollte, obwohl das nicht angezeigt war. Er kam weder aus einem Infektionsgebiet, noch hatte er Symptome“, sagt Gehring, der in Norderstedt eine Hausarztpraxis betreibt.

Ähnliche Symptome wie normale Grippe

Problematisch sei, dass die Virusinfektion parallel zur Grippewelle verlaufen und ähnliche Symptome aufweise. Der Mediziner ist wie seine Kollegen darauf vorbereitet, Abstriche wegen des Coronavirus vorzunehmen und ins Labor zu schicken. Eingedeckt hat sich das Team auch mit Desinfektionsmitteln, Schutzmasken in unterschiedlichen Stärken, Schutzbrillen und -anzügen.

Was in den Praxen vorhanden ist, bekommen die Bürger nicht mehr. Auf die Frage nach Mitteln zur Händedesinfektion und Mundschutz heißt es in den Apotheken: ausverkauft. „Wir bemühen uns um Nachschub. Doch da für die Herstellung spezielle Stoffe aus China nötig sind, stockt der Nachschub“, sagt Wiebke Heide, Inhaberin der Coppernicus- Apotheke am Herold-Center.

Übernahme von Rückführungskosten

Das Bildungsministerium in Kiel überlässt es den Schulen, ob Auslandsfahrten stattfinden. Sind Schüler und Lehrer im Ausland und müssen zurückreisen, um einer Corona-Infektion zu entgehen, will das Bildungsministerium prüfen, inwieweit unvermeidbare Rückführungskosten vom Land übernommen werden.

„Eine Gruppe wird nächste Woche nach Südfrankreis fahren. Bisher gehen wir davon aus, dass die Reise stattfindet, da es dort keine Häufung an Corona-Erkrankungen gibt“, sagt Heike Schlesselmann, Leiterin des Coppernicus-Gymnasiums in Norderstedt.

Rettungswagen mit Schutzausrüstung ausgestattet

Wegen der zunehmenden Verbreitung des Virus wurden vor wenigen Tagen sämtliche Rettungswagen im Kreis Segeberg mit zusätzlicher Schutzausrüstung ausgestattet. Neben dem stets vorhandenen Mundschutz, Infektionskitteln und Desinfektionsmitteln stehen für die Notfallsanitäter jetzt spezielle Einmal-Overalls und hochwertigere Mundschutzartikel zur Verfügung.

„Wir sind vorbereitet“, sagt Christian Mandel, Sprecher der Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH), die im Kreis Segeberg und anderen Kreisen für den Rettungsdienst verantwortlich ist. Täglich werte die RKiSH die aktuellen Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts und anderer Facheinrichtungen aus.