Kreis Segeberg

Ewig Junggebliebene – Geburtstag nur alle vier Jahre

Katja Trost (rechts) und Christine Kallweit haben nur alle vier Jahre Geburtstag.  Beide sind Kolleginnen im Henstedt-Ulzburger Rathaus.

Katja Trost (rechts) und Christine Kallweit haben nur alle vier Jahre Geburtstag. Beide sind Kolleginnen im Henstedt-Ulzburger Rathaus.

Foto: Frank Knittermeier

Katja Trost und Christine Kallweit aus Henstedt-Ulzburg können nur alle vier Jahre „echten“ Geburtstag feiern – sie sind „Schaltjahreskinder“.

Henstedt-Ulzburg . Das magische Datum ist für Katja Trost und Christina Kallweit längst nicht mehr aufregend. „Interessant finden das vor allem andere“, sagt Katja Trost. Christine Kallweit nickt. Die beiden Kolleginnen aus dem Henstedt-Ulzburger Rathaus hatten ja auch Zeit, sich daran zu gewöhnen, dass sie nur alle vier Jahre einen „richtigen“ Geburtstag feiern können: in den Schaltjahren am 29. Februar. Offiziell ein Jahr älter werden sie dann aber erst am 1. März – das ist sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt.

Katja Trost, Sachbearbeiterin im Bauamt des Henstedt-Ulzburger Rathauses, ist am 29. Februar 1968 zur Welt gekommen. Sie wird heute also 52 Jahre alt, feiert aber tatsächlich erst zum 13. Mal so richtig Geburtstag. Für ihre Eltern war damals klar: Der Geburtstag der kleinen Katja wird einen Tag vorgezogen, also am 28. Februar gefeiert. Im Schaltjahr natürlich am 29. Februar. Das ist bis heute zwar so geblieben, aber Freunde und Verwandte halten sich natürlich nicht immer an diese familiäre Abmachung. „Geburtstagsglückwünsche kommen immer an beiden Tagen, also am 28. Februar und am 1. März“, sagt Katja Trost. Im Schaltjahr wird ihr Geburtstag stets etwas größer gefeiert, aber eine wirkliche Riesenfete hat es bisher nicht gegeben. „Auch meine beiden Kinder haben sich natürlich längst an meine merkwürdige Geburtstagskonstellation gewöhnt.“ Heute allerdings wird es etwas anders sein: Katja Trost hat sich einen „freien Tag“ genommen und wird tagsüber nicht zu erreichen sein.

Im Elternhaus von Christine Kallweit, die in der Kämmerei des Rathauses für die Haushaltsplanung zuständig ist, wurde mit dem ungewöhnlichen Geburtsdatum etwas anders umgegangen: „Meine Mutter hat den 29. Februar immer auf dem Kalender dazugemalt.“ Diese später von ihr übernommene Angewohnheit hätte einmal beinahe fatale Folgen gehabt: In der Gemeindeverwaltung hat Christine Kallweit aus alter Gewohnheit eine Quittung im „falschen Jahr“ tatsächlich mal auf den 29. Februar datiert. Natürlich ohne Folgen, denn diesen Fehler bemerkte sie noch rechtzeitig. „Das mit dem dazugemogelten Datum habe ich mir dann schnell abgewöhnt.“

Sie wurde am 29. Februar 1972 geboren, wird heute also „offiziell“ 48 Jahre alt, obwohl sie erst zum zwölften Mal am richtigen Tag Geburtstag feiern kann. Christines Eltern bestimmten zwischen den Schaltjahren den 1. März zum Feiertag, und so ist es bis heute geblieben. In all den Jahren war ihr der ungewöhnliche Geburtstag nur einmal etwas unangenehm: „Von meinem 16. Geburtstag im Jahre 1988 wusste die ganze Schule. Von allen wurde ich angesprochen. Das war mir damals peinlich.“ Heute gehört der Schaltjahr-Geburtstag zu ihrem Leben, auch für ihre drei Kinder ist das nichts Besonderes mehr.

Vor allem für Freunde ist das Datum etwas Besonderes

Katja Trost und Christine Kallweit haben sich daran gewöhnt, dass ihnen immer wieder ähnliche Fragen gestellt werden: „Nur alle vier Jahre Geburtstag? Wann sollen wir denn gratulieren?“ Sie selbst machen sich über ihren Geburtstag längst keine Gedanken mehr. Für sie ist alles normal und gut so, wie es ist. Nur für alle anderen, vor allem die Freunde und Kollegen, ist der Geburtstag am 29. Februar noch etwas ganz Besonderes.