Norderstedt
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Das Wohnquartier "Levenslust" ist bezugsfertig

Die Adlershorst-Vorstände Hendrik Pieper (links) und Uwe Wirries (rechts) mit Hans-Joachim Grote, dem Innen- und Bauminister von Schleswig-Holstein und früherem Oberbürgermeister.

Die Adlershorst-Vorstände Hendrik Pieper (links) und Uwe Wirries (rechts) mit Hans-Joachim Grote, dem Innen- und Bauminister von Schleswig-Holstein und früherem Oberbürgermeister.

Foto: Christopher Herbst

Baugenossenschaft hat Großprojekt für über 100 Wohnungen am Harksheider Markt fertiggestellt. Planung geht in die nächste Phase.

Norderstedt. Ab heute fahren am Harksheider Markt die Umzugswagen vor. Der erste große Bauabschnitt für das Wohnquartier „Levenslust“ ist beendet, in gerade einmal zwei Jahren hat die Adlershorst-Baugenossenschaft 84 barrierefreie Mietwohnungen für Senioren und eine weitere Wohngruppe mit zwölf Appartements fertiggestellt. Ein weiteres Gebäude, das „Smart Ideenhaus“, verfügt über 25 Wohnungen auch für jüngere Menschen. Bis auf einen Teil der Wohngruppe sind alle Objekte längst vermietet. Ebenso inklusive: ein Servicebereich für das Deutsche Rote Kreuz, das für die ambulante Betreuung verantwortlich sein wird. Sogar eine Gästewohnung für Besucher ist vorhanden.

Mehr als die Hälfte der Wohnungen ist gefördert

„Insgesamt hat Adlershorst circa 26 Millionen Euro in den ersten von vier Bauabschnitten investiert, mehr als 53 Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert“, sagte der Vorstandsvorsitzende Uwe Wirries anlässlich der Einweihung. „Dort, wo es machbar ist, beziehen wir die Möglichkeiten der öffentlichen Förderung in unsere Planungen gerne mit ein.“

Es ging und geht weiter darum, den Bereich rund um den Marktplatz zu modernisieren. Hans-Joachim Grote, Schleswig-Holsteins Innenminister und früherer Norderstedter Oberbürgermeister, schlug den Bogen zur Vergangenheit. „Sie haben als Adlershorst hier die Gartenstadt Falkenberg mit aufgebaut, als hier nur eine Kirche stand.“ In der Nachkriegszeit entstand für viele Menschen, die zum Teil als Flüchtlinge nach Harksheide gekommen waren, eine Heimat. Viele der Bewohner sind über die Jahrzehnte geblieben, haben Familien gegründet, sind alt geworden.

„Wir haben hier im Quartier einen hohen Anteil auch älterer Menschen“, so Grote. „Der Bedarf an bezahlbaren und altersgerechten Wohnungen ist deshalb hoch. Mit diesem Projekt reagieren wir auf diese Tatsache.“ Dazu werde der Stadtteil langfristig aufgewertet. Das Land hat den Neubau mit 8,34 Millionen Euro gefördert, 1,6 Millionen Euro davon wurden für die Begegnungsräume verwendet. Denn in dem Quartier sollen nicht nur individuell voneinander getrennte Wohnungen sein, sondern möglichst bald eine Gemeinschaft entstehen. „Gemeinsam statt einsam“, sagt Uwe Wirries, das gelte besonders für die Wohngruppe, wo sich die Bewohner Küche und Aufenthaltsbereich teilen.

Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder sagte, die Stadt sei vielerorts zusammengewachsen. „Aber es ist auch wichtig, dass Stadtteile und Nachbarschaften zusammenwachsen, räumlich wie menschlich. Egal, ob Jung oder Alt, ob gebürtige Norderstedter oder Zugezogene. Das Quartier wird der Türöffner zu einer starken Nachbarschaft.“ Andreas Breitner, der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, sprach von einem „herausragenden Projekt“. Es komme alles zusammen, was der Verband wichtig finde: „Hier gibt es bezahlbare, altersgerechte und geförderte Wohnungen sowie solche für das mittlere Preissegment. Ergänzt wird das Ganze durch eine öffentliche Begegnungsstätte und eine altersgemäße Betreuung.“

Das DRK ist für die Betreuung und Pflege zuständig

Die übernimmt das DRK. Deren Kreisgeschäftsführer Stefan Gerke sagte, die große Anzahl an Bewohnern würde zu einer homogeneren Nachfrage und zu einem stärkeren Angebot führen. Neben dem Pflegedienst wird das Rote Kreuz auch die Veranstaltungsräume im Erdgeschoss regelmäßig nutzen. „Der Betreuungsansatz fördert die Kommunikation. Dazu gibt es ein gezieltes Bewegungsprogramm. Und in der Cafeteria wird es einen Mittagstisch geben.“

Bald wird nebenan weitergebaut, denn Adlershorst wird entlang des Alten Kirchenwegs sowie am Stonsdorfer Weg weitere Wohnblöcke ersetzen. „Das Gesamtprojekt umfasst rund 300 Mietwohnungen, wird sowohl Familien als auch Singles und Paaren ein Zuhause bieten“, sagt Vorstand Hendrik Pieper. Im nächsten Abschnitt soll eine Kita in das Quartier integriert werden, der Träger wird der Verein „Der Kinder wegen“ sein. „Harksheide wird als Stadtteil von dieser Entwicklung insgesamt profitieren.“