Norderstedt
Sievershütten

Geheimtipp "Halle 11": Der urige Rockclub auf dem Lande

Halle 11: Mitbetreiber Michel Pfennig vor der „Wall of Fame“, zu seinen Lieblingskonzerten in der Halle 11 zählt der Auftritt von Janet Robin.

Halle 11: Mitbetreiber Michel Pfennig vor der „Wall of Fame“, zu seinen Lieblingskonzerten in der Halle 11 zählt der Auftritt von Janet Robin.

Foto: Patrick Schwager / Schwager

Der Club in Sievershütten ist ein Geheimtipp, obwohl dort seit Jahren international bekannte Musiker auftreten.

Sievershütten. Die Geschichte beginnt im Jahre 2008, als sich Michel Pfennig mit ein paar Freunden zusammentut, um eine Band zu gründen. Dass einige der Bandmitglieder noch nie ein Instrument in der Hand hatten, hielt die Männer keineswegs von ihrem Vorhaben ab. Schlagzeug, Gitarre und Bass waren da, und auch ein Proberaum war schnell gefunden: Der Besitzer des Gewerbeparks Holstenstraße überließ der bunten Truppe zum Üben einen Teil der Halle 11.

Damit war auch der Bandname gefunden, und die Männer versuchten sich von nun an eifrig an Coverversionen bekannter Rocksongs. Ein Jahr später folgten die ersten Auftritte vor Freunden im Bandraum, dann vor richtigem Publikum. „Es war spannend mitzuerleben, wie wir immer besser wurden“, erinnert sich Schlagzeuger Michel Pfennig.

Eines Tages fragte der Tontechniker und Freund Kay Lembke, ob nicht mal eine Band aus den USA in der Halle 11 auftreten könne. Dass es sich dabei um die Todd Wolfe Band handelte, machte die Sache interessant. Todd Wolfe hatte sich als Songwriter von Sheryl Crow in der internationalen Musikszene etabliert. „Die Bude war rammelvoll, und Todd Wolfe legte einen legendären Auftritt hin“, sagt Pfennig.

Eine Location mit kleiner Bühne und Profi-Mischpult

Das fand auch der Chef einer Hamburger Booking-Agentur, der anfragte, ob Konzerte dieser Art nicht häufiger in der Halle 11 stattfinden könnten. In nur einem Monat machte die Band aus dem Proberaum eine echte Rock-’n’-Roll-Location mit kleiner Bühne, urigen Ledersitzen und einem Profi-Mischpult. Mehr als 30 Künstler haben seitdem in der Halle 11 gastiert – darunter die Jeffery Brothers und die verrückten Rocker von Bite the Bullet aus Dänemark.

Mittlerweile veranstalten die Betreiber der Halle 11 vier bis fünf Konzerte im Jahr und präsentieren Freunden handgemachter Musik eine musikalische Bandbreite, die von Rock, Blues bis hin zu Rockabilly alles abdeckt. Eine weitere Besonderheit: Der Eintritt ist immer kostenlos, für die Künstler geht am Ende des Konzertes ein Hut rum.

Noch ist der Rockclub Halle 11 ein Geheimtipp

Vor dem Eingangsbereich soll in Kürze ein Vordach angebaut werden. Natürlich wird auch diese Baumaßnahme von der Behörde ordnungsgemäß abgenommen. „Das haben wir auch bei unserem großen Umbau so gemacht. Damals hatten wir einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes hier, der sich alles genau ansah, dann wortwörtlich sagte ,wie geil ist das denn’ und ohne Beanstandung wieder wegfuhr“, sagt Michel Pfennig, der den gemütlichen Clubcharakter der Halle 11 unbedingt erhalten möchte. „Der hautnahe Kontakt zu den Künstlern, die Grillwurst mit den selbst gemachten Salaten und ein friedliches Publikum, das einfach nur abfeiern will, sind genau das, was uns ausmacht.“

Noch ist der kleine Rockclub so etwas wie ein Geheimtipp. Das darf sich laut Michel Pfennig und seinen Bandkollegen aber gern ändern. Sie sind offen für neue Ideen und gewillt auch regionalen Bands vermehrt eine Bühne zu geben. In ihrer eigenen Band läuft es indes nicht so gut, die Combo ist von fünf auf zwei Mitglieder geschrumpft. Gesucht werden ein Sänger oder eine Sängerin sowie Gitarristen.