Norderstedt
Kreis Segeberg

Kastration – damit Katzenelend ein Ende hat

Frisch kastrierte Katzen liegen in einem Tierheim in der Narkose (Symbolbild).

Frisch kastrierte Katzen liegen in einem Tierheim in der Narkose (Symbolbild).

Foto: Grit Büttner / picture alliance / dpa

Freilebende Tiere können jetzt wieder kostenlos bei Veterinären in der Region behandelt werden. Der Verein Straßentiger Nord unterstützt dabei.

Kreis Segeberg.  Sie leben überall in Deutschland und dennoch unscheinbar – die Straßenkatzen. Kaum einer erkennt die gnadenlose Lage in der sie sich befinden. ,,In Schleswig-Holstein gibt es etwa 60.000 bis 70.000 Straßenkatzen die täglich einen harten Kampf ums Überleben führen müssen, meist im Verborgenen und ohne menschliche Zuwendung’’, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Europas älteste und größte Tier- und Naturschutzdachorganisation.

Kastrationen und Sterilisationen von frei laufenden Katzen und Katern ist der beste Weg, das Elend der Tiere einzudämmen. Ab Sonnabend, 15. Februar, bis 13. März können Tiere in Schleswig-Holstein nun kostenlos behandelt werden. Der Tierschutzbund, die Tierärztekammer, die teilnehmenden Städte und Gemeinden sowie das Land Schleswig-Holstein tragen die Kosten. Der Tierschutzbund macht seit 2014 mit der Kampagne ,,Die Straße ist grausam. Kastration harmlos’’ auf die Lebenssituation und das Leid der Katzen aufmerksam. Bei den acht vergangenen Aktionen wurden über 17.000 Katzen und Kater behandelt. Das sorgte dafür, dass die Zahl der Fundkatzen in Schleswig-Holstein um 30 Prozent sank. Holger Sauerzweig-Strey vom Landesverband des Tierschutzbundes: ,,Schleswig-Holstein zeigt vorbildhaft, dass nur die Kastration dieses Elend nachhaltig eindämmen kann.’’

Unterstützt wird die Aktion von Tierschutzvereinen wie dem Straßentiger Nord in Norderstedt. Die Aktiven des Vereins helfen beim Einfangen der Tiere und dem Transport zum Tierarzt. Mit einem Zuschuss von 60 Euro bei Katzen und 30 Euro bei Katern unterstützt Straßentiger Nord auch Katzenhalter, die sich die Kastration ihres Tieres nicht leisten können. Der Verein finanziert die Zuschüsse aus Spenden (Sparkasse Südholstein IBAN: DE32 2305 1030 0510 0523 84). Es ist wichtig, dass alle Halter von frei laufenden Katzen ihre Tiere kastrieren lassen. Denn die Straßenkatzen stammen von Freigängerkatzen ab. Von einer unkastrierten Katze und deren Jungen kann es innerhalb eines Jahres bis zu 35 Nachkommen geben.

Für alle Kastrationsaktionen wurden von der Landesregierung, den kommunalen Verbänden, der Tierärzteschaft, den Tierschutzverbänden und privaten Spendern insgesamt schon etwa 1,7 Millionen Euro bereit gestellt. Außerdem beteiligt sich der Deutsche Tierschutzbund dieses Jahr mit 20.000 Euro. Die einzige Voraussetzung für die Teilnahme an der Aktion ist, dass die Katzen in einer der teilnehmenden Gemeinden gefangen worden sein müssen und dass jeder, der eine Katze zur Kastration bringt, einen dafür vorbereiteten Vordruck ausfüllt und unterschreibt, in dem bestätigt wird, dass es sich um eine freilebende Katze handelt.

Teilnehmende Städte und Gemeinden unter www.schleswig-holstein.de/gegenkatzenelend. Kontakt: Straßentiger Nord, 040/320 46 97 43