Norderstedt
Kaltenkirchen

Grundstückskauf geplatzt – Zoff im Bauverein geht weiter

Aufsichtsratsvorsitzender Johann Fuhlendorf.

Aufsichtsratsvorsitzender Johann Fuhlendorf.

Foto: HA

Ex-Aufsichtsrat erhebt schwere Vorwürfe. Mitgliederversammlung soll erzwungen werden.

Kaltenkirchen.  Der Zoff im Kaltenkirchener Bauverein nimmt eine neue Wendung: Nach Abendblatt-Informationen ist der Eigentümer des Bade-Grundstücks, das den Streit in der Genossenschaft auslöste, von dem Verkaufsangebot zurückgetreten und bietet dem Bauverein die Fläche nicht mehr an. Zu den Gründen wollte sich der Grundstücksbesitzer vorerst nicht äußern.

Der Aufsichtsrat unter seinem Vorsitzenden Johann Fuhlendorf hatte, wie berichtet, darauf gedrängt, das Gelände des Blumengeschäfts Bade in Henstedt-Ulzburg zu kaufen, um ein Bauprojekt mit Wohnungen und Gewerbeobjekten mit einem Volumen von 24 Millionen Euro zu realisieren. Martina Bennert, Vorstand des Bauvereins, lehnte den Kauf nach intensiver Prüfung ab – er sei zu risikoreich und habe das Potenzial, den Verein in seiner Existenz zu gefährden. Auf Bennerts Veto reagierte der Aufsichtsrat prompt – und berief sie ab.

Zwar hat sich mit dem Rückzug des Grundstücksbesitzers der Kauf und damit die Grundlage des Disputs zerschlagen – doch der Bauverein bleibt zerstritten. Wolfgang Lange, der fast 30 Jahre lang im Aufsichtsrat tätig war und immer noch Mitglied im Bauverein ist, erhebt nun schwere Vorwürfe gegen den jetzigen Aufsichtsrat und seinen Chef Johann Fuhlendorf. „Diesem selbstherrlichen Treiben des Aufsichtsrates, das gegen die Interessen der Genossenschaft gerichtet ist, muss unbedingt ein Ende gesetzt werden“, sagt er.

Lange wirft dem Aufsichtsrat vor, mehrmals gegen die Satzung des Bauvereins verstoßen zu haben. Der Aufsichtsrat habe bisher nicht, wie in der Satzung vorgesehen, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um Martina Bennert ihr Recht auf eine mündliche Anhörung zu ermöglichen. „Eine Gruppe von Mitgliedern ist nun dabei, Unterschriften zu sammeln, damit wir unser Recht auf eine Mitgliederversammlung erzwingen können“, sagt Lange. Des Weiteren beschuldigt er den Aufsichtsrat, rechtswidrig einen Anstellungsvertrag ausgehandelt und unterschrieben zu haben.

Zudem sei die Ernennung von Klaus Fock, eigentlich Mitglied des Aufsichtsrates, zum kommissarischen Vorstand ein Verstoß gegen die Satzung. „Mehr Filz geht wohl nicht“, sagt Lange. Johann Fuhlendorf sitze im Aufsichtsrat der Pütz Security AG. Den Firmenchef, Thomas Pütz, hat Fuhlendorf erst vergangene Woche zum neuen Vorstandsmitglied im Bauverein ernannt. „Ist Herr Pütz dann noch neutral, wie er in der Presse angibt?“, fragt Lange. Zudem würden sich Pütz, Fuhlendorf und drei weitere Aufsichtsratsmitglieder sowie der kommissarische Vorstand Fock bereits aus dem Rotarier-Club der Stadt kennen.

Johann Fuhlendorf wollte sich weiterhin nicht zu den Vorwürfen äußern. Nur so viel: In den kommenden Tagen soll es eine Infoveranstaltung für die Mitglieder des Bauvereins geben.