Norderstedt
Kunst

45 Kunstschaffende treffen sich in Langenhorn

„Something has changed“ nennt Nassim Aslani ihr Werk, in dem soziale  Medien menschliche „Kopflosigkeit“ auslösen.

„Something has changed“ nennt Nassim Aslani ihr Werk, in dem soziale Medien menschliche „Kopflosigkeit“ auslösen.

Foto: Claudia Blume, Annika Buß, Corinne Schmid / blume

Beim Künstlertreff im Langenhorner „LaLi“ am 15. und 16. Februar gibt es spannende Malerei zu sehen – etwa die von Nassim Aslani.

Langenhorn.  Großformatig und farbgewaltig ist die Gesellschaftskritik von Nassim Aslani. Die gebürtige Iranerin setzt sich künstlerisch mit sozialen und politischen Themen auseinander, sie prangert Missstände in der Umwelt sowie harte Frauenarbeit in Entwicklungsländern an – vorzugsweise in Öl und durchaus provokant.

So kostet der oft undifferenzierte Umgang mit sozialen Medien ihre Motive den Kopf, Tiere tragen „Human-Pelz“ zur Schau und jahrtausendalte Kulturgüter sind wahllos mit Graffiti verschandelt. „Ich möchte, dass sich der Betrachter mit menschengemachten Problemen auseinandersetzt“, sagt die 47-Jährige.

Die Möglichkeit dazu gibt es beim Langenhorner Künstlertreff im „LaLi“ an der Tangstedter Landstraße 182a. Das renommierte Event zieht seit 13 Jahren Künstler und Kulturinteressierte aus dem ganzen Norden an. Bei freiem Eintritt präsentiert Organisator Jürgen Beecken 45 ambitionierte, talentierte Kreative aus Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Porzellan- und Glasmalerei sowie aus dem Goldschmiedehandwerk, die sich durchaus schon einen Namen in der Kunstszene gemacht haben – wie Nassim Aslani. Sie hat zahlreiche Ausstellungen in und um Hamburg bestückt, etwa die Kunst- und Kulturtage, außerdem hat Aslani bereits einige Auszeichnungen erhalten. Die Malerin hat in ihrer Geburtsstadt Teheran Kunst studiert. Seit ihrer Flucht 1999 wohnt sie in Hamburg, fand in Mümmelmannsberg ihren zweiten Mann und eine neue Heimat. „Gerne hätte ich als Grafikerin gearbeitet, aber damals waren nicht nur die sprachlichen Hürden zu hoch“, sagt Aslani rückblickend. Es wurde ein Büro-Job, und das Malen statt zum Beruf zum Hobby – geprägt durch einen außergewöhnlichen Mal-Stil zwischen Expressionismus und Pop-Art. Ein Element verbindet nahezu alle ihre Werke: Comic-Figuren, Mangas oder bekannte Firmen-Logos, die im Bild integriert werden wie die böse Cruella aus Disneys Zeichentrickfilm „101 Dalmatiner“, Mickeys schlappohriger Hundefreund Goofy oder großäugige Anime-Charaktere. Sie stellen eine Brücke zwischen Fiktion und Wirklichkeit her. Die leuchtenden Farben tun ihr Übriges. „Meine Frau schafft es, sogar den Untergang der ‚Titanic‘ in den schönsten Farbtönen zu malen“, sagt Stephan Thiele, Ehemann und glühender Verehrer der Künstlerin.

Inspirationen kommen ihr in der U-Bahn, auf dem Weg zur Arbeit, im Büro, beim Nachrichten hören. Trotz der großen Leinwand macht sie keine Skizzen, sondern malt schwungvoll los – mit beeindruckendem Ergebnis.

Künstlertreff 2020, Sa+So, 15.+16.2, 11.00-18.00, „LaLi“, Tangstedter Landstraße 182a.