Norderstedt
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Ratlose Gesichter und nach der Pause leere Plätze

Nora von Collande und Herbert Herrmann zeigten eine gute schauspielerische Leistung in einem weniger gut inszenierten  Stück.

Nora von Collande und Herbert Herrmann zeigten eine gute schauspielerische Leistung in einem weniger gut inszenierten Stück.

Foto: Heike Linde-Lembke

Theaterkritik: Das Erfolgs-Duo Nora von Collande und Herbert Herrmann spielte in der Norderstedter „TriBühne“ eine sinnentleerte Komödie.

Norderstedt.  Nora von Collande und Herbert Herrmann sind Garanten für ein volles Haus. Zuverlässig sorgt das Schauspieler-Ehepaar beim Publikum in der Regel für ein entspanntes, fröhliches Theater-Erlebnis.

Doch diesmal war es anders, denn in der Norderstedter „TriBühne“ führte das Duo ein leider recht sinnentleertes Stück auf – „Als ob es regnen würde“: Ein ganz normales Ehepaar führt ein ganz normales Leben. Laurence ist Schuldirektorin, Bruno Anästhesist. Doch von einem Tag auf den anderen gerät ihre bisher heile Welt aus den Fugen. Der Grund: ein rätselhafter Geldsegen!

Was macht der schnöde Mammon mit den Menschen? Diese durchaus berechtigte Frage wollte Sébastien Thiéry in seiner Komödie thematisieren. Nora von Collande und Herbert Herrmann, die das Stück in Herrmanns Regie mit dem Tourneetheater Komödie am Kurfüstendamm auf die Bühne brachten, scheitern jedoch am Anspruch des Autors.

Zur Garnitur ihres Ehespiels haben sich die beiden ein zweites Duo geholt, Uwe Neumann als gestörten Nachbarn und Marie Wolff als spanische Putze Teresa. Sie ist in dem ganzen Chaos ein erfrischender Lichtblick, flink mit ihrem Sprach-Kauderwelsch und flott im Spiel.

Indes häufen sich bei Duo 1 sowohl die immer gleichen eindeutigen Bewegungen, die der 78-jährige Regisseur Herrmann sich selbst verordnet, und die immer gleichen Sprech-Melodien seiner Partnerin Nora von Collande. Draußen rieselt leise der Schnee, drinnen regnet es Banknoten, garniert mit Gags und mehr oder weniger flotten Sprüchen. Sie: „Du redest wie ein Banker“ – Er: „Jetzt beleidigst du mich aber.“

Zur Pause gibt es ratlose Gesichter und nach der Pause leere Plätze, während andere Zuschauer mit „Das halten wir jetzt aus, vielleicht wird es ja besser, schließlich habe ich 30 Euro bezahlt“ wieder ihren Platz einnehmen.

Es wurde im zweiten Teil dann noch sinnbefreiter. Zum Schluss regnet es Geld vom Bühnenhimmel, aber warum nur, warum? Oder um es mit Brecht zu sagen: „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen/Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“