Norderstedt
Prozess

Autodiebe stahlen Porsche und Wohnmobil

Zählte zur Beute der Einbrecher in Ellerau: Ein  Porsche Panamera im Wert von 155.000 Euro..

Zählte zur Beute der Einbrecher in Ellerau: Ein Porsche Panamera im Wert von 155.000 Euro..

Foto: Porsche / HF

In Kiel steht ein 39-jähriger Lette vor Gericht. Ein Geständnis lehnt er ab. Die Autos sind bis heute verschwunden.

Kiel/Norderstedt. Während die Besitzer schliefen, stiegen Autodiebe in ihre Villa in Ellerau ein, stahlen die Kfz-Schlüssel für einen Porsche und ein Wohnmobil und fuhren mit den beiden Wagen im Wert von rund 200.000 Euro davon. Seit Dienstag muss sich ein mutmaßlicher Einbrecher wegen schweren Diebstahls vor dem Kieler Landgericht verantworten.

Der 39 Jahre alte Angeklagte aus Lettland schweigt zu den Vorwürfen, die ihm eine Dolmetscherin ins Russische übersetzt. Für den Fall eines Geständnisses hat ihm die Strafkammer maximal vier Jahre Haft in Aussicht gestellt. Doch der Angeklagte sagt „njet“ und winkt ab.

Laut Anklage waren mindestens drei Täter beteiligt. Nach dem Einbruch in der Nacht zum 5. August setzten sich zwei Fahrer ans Steuer des vor dem Haus abgestellten Porsche Panamera GTS (Wert: 155.000 Euro) und des Fiat-Wohnmobils (50.000 Euro). Beide Fahrzeuge bleiben bis heute verschwunden.

Weniger professionell wirkt die Vor- und Nachgeschichte: Am Tag vor der Tat ließ sich der Angeklagte im Norderstedter Obi-Baumarkt beim Stehlen eines Akkuschraubers und eines Metallschneiders erwischen. Sein Begleiter konnte flüchten. Wollte man sich mit Einbruchswerkzeug ausrüsten?

Im Haus des Ehepaars und seiner vier Kinder erbeuteten die Einbrecher auch rund 7500 Euro Bargeld und ein Apple MacBook. Mit einer gestohlenen EC-Karte wurde der Angeklagte gegen 3.30 Uhr beim Geldabheben in einer Sparkassenfiliale aufgenommen. Später fehlten auf den Konten 4250 Euro.

Das Überwachungsvideo der Bank ist nicht das einzige Indiz, das den Angeklagten belastet: Gerade mal 15 Stunden nach dem Einbruch ließ er sich erneut bei einem Ladendiebstahl erwischen. Nach der Festnahme fischte ihm die Polizei den Fahrzeugschein des Porsches aus der Tasche. Seitdem sitzt der Mann in U-Haft. Gegen ihn spricht zudem, dass sein Handy in der Funkzelle des Tatorts eingeloggt gewesen sein soll.

Sein Mandant müsse wohl zufällig auf der kaum 500 Meter vom Tatort entfernten A 7 vorbeigefahren sein, folgert sein Verteidiger Philipp Marquort. Der Kieler Rechtsanwalt fordert die Aussetzung des Verfahrens, begründet den Antrag mit Unvollständigkeit der Akten. Die Kammer hat sich nach dem Platzen eines Deals auf einen Indizienprozess eingestellt und vertagte sich auf Anfang Februar. Dann sollen auch die Geschädigten als Zeugen gehört werden.