Norderstedt
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Oberbürgermeisterin Roeders Blick in die Zukunft

Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder (links) und Stadtpräsidentin Katrin Oehme begrüßen herzlich Pastor Gunnar Urbach.

Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder (links) und Stadtpräsidentin Katrin Oehme begrüßen herzlich Pastor Gunnar Urbach.

Foto: Wolfgang Klietz

Beim Neujahrsempfang skizzierte Norderstedts Verwaltungschefin die Entwicklung der Stadt bis 2040. Auch Innenminister Grote kam.

Norderstedt.  Das Händeschütteln nimmt kein Ende. Nachdem Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder und Stadtpräsidentin Kathrin Oehme beim Empfang fürs Stadtjubiläum am 1. Januar Hunderte Bürger persönlich begrüßt hatten, stand der Handschlag für jeden Gast auch beim Neujahrsempfang am Sonntag auf dem Programm. Der Andrang fiel allerdings geringer aus als in den vergangenen Jahren: Viele Stühle in der „TriBühne“ blieben frei, die Empore war kaum besetzt. Die Gastgeberinnen erklärten den geringeren Zuspruch mit dem vorangegangenen Empfang zum 50. Geburtstag der Stadt am Neujahrstag.

Prominentester Gast aus Norderstedt war Roeders Vorgänger und Innenminister von Schleswig-Holstein, Hans-Joachim Grote, der mit seiner Frau Doris und zwei Sicherheitsbeamten die „TriBühne“ betrat. Seine Abwesenheit hatte am 1. Januar für Gerede gesorgt. Er sei im Urlaub gewesen, ließ der Innenminister kurz danach wissen. Grote vertiefte sich vor Beginn der Veranstaltung in ein Gespräch mit dem FDP-Stadtvertreter Tobias Mährlein, der, wie zuletzt am Sonnabend berichtet, derzeit öffentlich mit seinem Fraktionschef Sven Wojtkowiak heftig im Clinch liegt.

Zu den Ehrengästen zählten außerdem Kreispräsident Claus-Peter Dieck, Landrat Jan Peter Schröder sowie Abgeordnete und Bürgermeister und Bürgervorsteher aus Nachbarkommunen. Präsent waren außerdem die Norderstedter Organisationen und Verbände von den Pfadfindern bis zur Feuerwehr.

Verein Paulinchen mit der Bürgermedaille ausgezeichnet

Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der Bürgermedaille. Noch bei der persönlichen Begrüßung am Eingang hatte die Stadtpräsidentin eisern auf die Frage nach den Preisträgern geschwiegen. Als sie dann auf der Bühne begann, die Geschichte von Paulinchen aus dem „Struwwelpeter“ zu zitieren, war klar, wer sich in diesem Jahr mit der höchsten Auszeichnung der Stadt schmücken darf: der Norderstedter Verein Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder.

Die Vorsitzende und Mitbegründerin Adelheid Gottwald und ihre Vertreterin Anneliese Stapelfeldt nahmen die Medaille und die Urkunde entgegen. Oehme wies in ihrer Laudatio auf die Gefahren für Kinder durch Feuer und heißes Wasser hin und mahnte Eltern zu besonderer Wachsamkeit. Sie erinnerte daran, dass der Verein 1993 von Eltern gegründet wurde, deren Kinder schwere Brandverletzungen erlitten hatten und erleben mussten, dass es an professioneller Hilfe und Netzwerken mangelte. Heute ist Paulinchen bundesweit aktiv, berät 5000 Betroffene pro Jahr und vermittelt Kontakte zu Fachkliniken, Therapeuten und Selbsthilfegruppen. „Alle Mitglieder sind mit großer Freude und hohem Engagement dabei“, sagte Oehme.

Nach der Rückschau auf 50 Jahre Norderstedt am 1. Januar nahm Oberbürgermeisterin Roeder – von Moderator Michael Eggert als „Pretty woman“ angekündigt – die Gäste mit auf eine Zeitreise in die Zukunft der Stadt. „Norderstedt wird sich erheblich verändern“, kündigte die Verwaltungschefin an. 2030 werden nach ihrer Einschätzung 88.000 Menschen in Norderstedt leben und mit autonom fahrenden Bussen unterwegs sein. Die Bauarbeiten für die Verlängerung der U-Bahn nach Henstedt-Ulzburg seien im vollen Gang, die Ulzburger Straße zwischen Schmuggelstieg bis Harckesheyde sei ebenso komplett umgebaut wie die Rathausallee und der Vorplatz des Rathauses.

Für 2040 kündigte Roeder ein Bevölkerungswachstum auf 100.000 Menschen an. Die Innenstadt werde autofrei, die gesamte Stadt klimaneutral. Eine Stadtbahn verbinde Norderstedt mit Poppenbüttel, sagte die Oberbürgermeisterin voraus. Sie rief die Bürger erneut dazu auf, die Zukunft Norderstedts getreu dem von ihr ausgegebenen Motto „Zusammen. Zukunft. Leben“ mitzugestalten.

Nach Roeders Rede zogen die Sternsinger der Gemeinde St. Hedwig auf die Bühne, die in diesem Jahr schon 11.300 Euro gesammelt haben.