Norderstedt
Kreis Segeberg

Hunderte kamen zum Segeberger Lichterfest

Verschiedene Gruppen setzten am Sonnabend in Bad Segeberg ein feuriges Zeichen gegen rechts.

Verschiedene Gruppen setzten am Sonnabend in Bad Segeberg ein feuriges Zeichen gegen rechts.

Foto: Heike Hiltrop / Hiltrop

Initiative „Wir sind mehr – Segeberg bleibt bunt“ hatte zum Fest eingeladen, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Neonazis.

Bad Segeberg . „Segeberg bleibt bunt“ setzte am Sonnabend mit engagierten Bürgern erneut ein Zeichen für Toleranz. Es sah anfangs gar nicht danach aus, dass so viele Menschen kommen würden, aber Kälte und Nieselregen konnten sie nicht davon abhalten, sich an die Seite derer zu stellen, die sich durch Neonazis bedroht und verunsichert fühlen. Die Initiative „Wir sind mehr – Segeberg bleibt bunt“ will weiter Präsenz zeigen. Nach einer Demo im November und einem Bürgerspaziergang durch die Südstadt folgte nun ein Lichterfest im Quartier, das laut Veranstalter etwa 500 Besucher, darunter auch viele Sülfelder, mitfeierten. Neonazis, die sich am Südstadtpark postiert hatten, um offenbar einzuschüchtern, wurden von der Polizei des Platzes verwiesen.

„Wir wollen der Bedrohung unsere Gemeinschaft und unsere Solidarität entgegensetzen“, fasste ein Sprecher der Initiative zusammen. Sie zählt rund 80 Aktive, die etliche Akteure mehr mobilisieren konnten: Die Bands Cover Up, Wolfgang Holland und die Combo Missratene Töchter unterhielten ohne Gage mit Musik. Die christlichen Pfadfinder hatten Tische, Bänke und Jurten zur Verfügung gestellt, die Lebenshilfe baute Pavillons auf, heiße Suppe und Punsch wärmten. Feuerspieler aus Hamburg, Oldenburg und Bremen waren dabei. „Das ist unser feuriges Zeichen gegen rechts“, sagte Künstler Juna.

„Flagge zeigen, finde ich extrem wichtig“, unterstrich Südstadtbewohner Reinhard Gertz, während Hartmut Weidtmann gespalten war. „Mir gefällt nicht, dass die Rechen so viel Aufmerksamkeit bekommen, aber wie schon bei der Demo hat man hier das Gefühl, dass man nicht alleine ist. Es sind viele, die in Frieden leben wollen.“