Norderstedt
Verkehrsplanung

Garstedt bekommt einen weiteren Kreisel

Für 2030 rechnet die Stadt damit, dass im Bereich Ochsenzoller Straße/Tannenhofstraße/Achternfelde täglich 45.200 Fahrzeuge rollen (aktuell: 37.500).

Für 2030 rechnet die Stadt damit, dass im Bereich Ochsenzoller Straße/Tannenhofstraße/Achternfelde täglich 45.200 Fahrzeuge rollen (aktuell: 37.500).

Foto: Luka Simon

Bau ist für 2021 geplant. Projekt soll Verkehrssituation im Stadtteil verbessern und die Staugefahr verringern.

Norderstedt. Regelmäßiges Stop-and-go, zur Rushhour oftmals Stillstand in alle Richtungen: So erleben Autofahrer an vielen Tagen die Straßen in Garstedt rund um das Herold-Center. Weil der Stadtteil mittel- bis langfristig durch den geplanten Wohnungsbau weiter wachsen wird, soll die Verkehrssituation in mehreren Schritten verbessert werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr hat jetzt die Planung für einen weiteren Kreisverkehr per Beschluss vorangebracht. Demnach soll die Kreuzung Ochsenzoller Straße/Tannenhofstraße/Achternfelde im nächsten Jahr grundlegend neugestaltet werden.

Politisch ist die Notwendigkeit für den Bau eines weiteren Kreisels weitgehend Konsens, denn dass der vor ungefähr einem Jahr eröffnete Kreisverkehr zur Berliner Allee positive Effekte hat, wird allgemein anerkannt. „Das ist ein sehr gelungener Kreisverkehr“, sagte Petra Müller-Schönemann von der CDU. Matthias Vollmer, Verkehrsplaner der Stadt, betonte, dass beide Kreisverkehre, die Kern des 2015 verabschiedeten „Verkehrskonzepts Garstedt“ sind, zusammengehören. Eine Simulation für den Bereich Tannenhofstraße habe bereits bis 2030 eine deutliche Zunahme der Fahrzeugströme prognostiziert. In Addition der vier Fahrtrichtungen kommt die Verwaltung auf ein Plus von 7700 Fahrzeugbewegungen binnen zehn Jahren auf dann täglich 45.200 Fahrzeuge. Ohne bauliche Veränderungen, so Vollmer, wäre das nicht zu verkraften.

36 neue Bäume sollen im Stadtgebiet gepflanzt werden

Laut Vollmer habe die Kreuzung eine „mangelnde Leistungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr“. Ein Problem seien die Linksabbiegespuren – die sind entweder sehr kurz oder gar nicht vorhanden. Ebenso fehlt eine angemessene Führung des Radverkehrs, und, so Vollmer, „wir haben eine hohe Flächenversiegelung und wenig Aufenthaltsqualität“.

Unter Einbeziehung der Zufahrt zum Birkenweg, der aber keine Durchfahrt zum Herold-Center ermöglicht, wird der Kreisverkehr fünfarmig sein. „Mit Ausnahme des Birkenwegs gibt es an jedem Arm einen Zebrastreifen, die Radverkehrsführung läuft um den Kreisverkehr herum“, sagte Vollmer. Das sei so mit der Arbeitsgruppe Radverkehr abgestimmt worden.

Da die bisherige Rechtskurve der Tannenhofstraße wegfallen würde, könnte dort eine kleine Grünfläche gepflanzt werden. Andererseits werden zwölf Bäume gefällt. Das veranlasste Marc-Christopher Muckelberg (Grüne) zu dem Antrag, dass dies in dreifacher Anzahl, also mit 36 Bäumen, innerhalb des Stadtgebiets, ausgeglichen werden müsse. Die Mehrheit stimmte dem zu.

Die Zahl der Parkplätze vor Ort wird sich durch den Umbau verringern, das dürfte speziell das Steakhaus betreffen. Dafür, das deutete Mario Kröska, Fachbereichsleiter für Verkehrsflächen, an, soll eine neue Bushaltestelle gebaut werden. „Es wäre sinnvoll, das im Zuge des Baus zu realisieren.“ Auf die vorsichtige Nachfrage von Joachim Welk (WiN), ob das Fassungsvermögen des Kreisels ausreichen würde, versicherte Kröska: „Ja, der Kreisverkehr wäre so belastet wie der an der Marommer Straße/Ulzburger Straße.“

Weil die betroffenen Straßenabschnitte so stauanfällig sind, will die Stadt versuchen, die Baumaßnahmen während des laufenden Verkehrs umzusetzen – also wie schon bei den vergleichbaren Vorhaben am Ochsenzoll oder eben an der Berliner Allee. „Noch kann ich es nicht genau sagen, ich kann es nicht versprechen“, sagte Mario Kröska. Vor 2021 wird sowieso nichts passieren. Denn zuvor, das ist fest vorgesehen für 2020, wird der Knotenpunkt Friedrich-Ebert-Straße/Friedrichsgaber Weg optimiert.

Die Kreuzung soll im Frühjahr komplett neu gebaut werden und eine neue Entwässerung erhalten. Auf der durch Ampeln geregelten Kreuzung prallen täglich zu den Stoßzeiten die Pendlerverkehre aufeinander. Dabei bilden sich regelmäßig mehrere Hundert Meter lange Rückstaus. Zudem kam es an dieser Ecke zu etlichen Unfällen, weil die Linksabbieger aus der Friedrich-Ebert-Straße immer wieder mit dem geradeaus fahrenden Gegenverkehr zusammenstießen. Zwar wurde die Situation durch eine veränderte Ampelschaltung entschärft – aber die Staus wurden noch länger.

Stadt: Zwei Linksabbieger zum Herold-Center sind genug

Das soll sich nun ändern. Die östliche Zufahrt der Kreuzung über die Friedrich-Ebert-Straße soll zwei Fahrstreifen bekommen – einen für die Linksabbieger und einen für den Geradeaus- und Rechtsabbiegerverkehr. Dadurch soll auch der Versatz der gegenüberliegenden Zufahrten der Friedrich-Ebert-Straße beseitigt werden – er war ein Grund für die vielen Unfälle. Auf dem Fried­richsgaber Weg soll aus Richtung Süden ebenfalls ein Linksabbiegerstreifen entstehen, damit der Geradeausverkehr ungehindert passieren kann.

Was die Stadtverwaltung verbieten wird, ist das Linksabbiegen aus Richtung Norden in die Friedrich-Ebert-Straße. Die Begründung: Mit der Horst-Embacher-Allee und der Stettiner Straße gebe es bereits genug Zufahrten in Richtung Herold-Center.