Kreis Segeberg

Viele Eichelhäher, doch die Finken werden weniger

Ein Eichelhäher schluckt in einem Garten in eine Erdnuss (Symbolbild).

Ein Eichelhäher schluckt in einem Garten in eine Erdnuss (Symbolbild).

Foto: Georg Wendt / dpa

5567 Vogelfreunde haben sich in Schleswig-Holstein an der Nabu-Aktion „Stunde der Wintervögel“ beteiligt. Ergebnisse bis 20. Januar eintragen.

Kreis Segeberg.  Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) freut sich über die hohe Zahl von bislang 5567 Vogelfreunden, die von Freitag bis Sonntag in der vergangenen Woche innerhalb einer Stunde 148.816 Vögel in Schleswig-Holsteins Gärten gezählt haben.

Deutschlandweit hatte der Eichelhäher aufgrund eines unerwartet hohen Auftretens schon im Herbst für Aufsehen gesorgt. In Schleswig-Holstein hat sich gegenüber dem Jahr 2019 die Zahl von 0,29 auf 0,57 pro Garten verdoppelt. Schon in den Jahren 2011, 2013 und 2015 traten Häher verstärkt auf. Die Invasionen betrafen sowohl Schleswig-Holstein als auch das übrige Bundesgebiet.

So wie die Jahre zuvor belegen auch dieses Jahr wieder Haus- und Feldsperling den ersten und zweiten Rang. Die Zahl der Haussperlinge scheint in den vergangenen Jahren in Schleswig-Holstein sogar zu steigen. Auf den nächsten Plätzen folgen, wie im vergangenen Jahr, Kohlmeise, Amsel und Blaumeise. Der Trend bei Grünfinken deckt sich mit dem bundesweiten Ergebnis. So sinkt auch hierzulande die Zahl der Grünfinken stetig. 2011 wurden 3,15 Vögel pro Garten gezählt, während es 2020 nur noch 1,12 Grünfinken sind. Grund ist der Einfluss von Trichomonaden, einer parasitären Krankheit, an der die Finken seit 2009 verstärkt sterben.

Je milder der Winter, desto weniger Vögel in den Gärten

Auch Buchfinken traten während der letzten Jahre seltener auf. Die Abnahme fällt jedoch geringer aus als bei den Grünfinken. Ansonsten lassen sich in Schleswig-Holstein bei den Standvögeln, die überwiegend nicht ziehen, keine größeren Abnahmen erkennen, eine gute Nachricht für viele Vogelfreunde.

Bei den klassischen Wintervögeln, die aus anderen Regionen zu uns ziehen, sieht es jedoch anders aus. Aufgrund des ungewöhnlich milden Winters sind in diesem Jahr nicht so viele Wintervögel in den Gärten zu beobachtet, so bei Erlenzeisigen oder Wacholderdrosseln. Obwohl mehr Bergfinken dieses Jahr gesichtet worden sind, nimmt die Zahl über die letzten zehn Jahre betrachtet ab. Das schwächere Auftreten in den Gärten hängt stark mit der Temperatur zusammen. Je milder der Winter, desto geringer der Energieverbrauch der überwinternden Vögel: In Folge dessen kommen weniger Vögel in die Gärten, um das ausgebrachte Futter aufzunehmen. Auch dies ist eine Auswirkung des Klimawandels, der langfristig sogar zum Verschwinden klassischer Wintervögel führen kann.