Norderstedt

Umstellung auf Ganztagsbetrieb kommt voran

Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder (l.) und die kommissarische Schulleiterin Frauke Arnold feiern Richtfest.

Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder (l.) und die kommissarische Schulleiterin Frauke Arnold feiern Richtfest.

Foto: Christopher Herbst

Die Grundschule Harksheide-Nord ist die zehnte in Norderstedt, die umgewandelt wird. Anbau soll zum Schuljahr 2020/2021 fertig sein.

Norderstedt.  Die 2011 in Norderstedt gestartete Umstellung aller Grundschulen auf einen offenen Ganztagsbetrieb bedeutet für alle Beteiligten – Verwaltungsmitarbeiter, Politiker, Eltern, Lehrer und Schüler – einen Kraftakt. Neun der zwölf Standorte sind bereits umgewandelt worden, der zehnte – die Grundschule Harksheide-Nord – hat nun Richtfest für einen Neubau gefeiert. Am Weg am Denkmal entstehen für 3,2 Millionen Euro eine neue Mensa sowie Betreuungs- und Verwaltungsräume.

Projekt umfasst auch neues Lehrerzimmer und WC-Bereich

Einfach ist es nie, während des Unterrichts die Bauarbeiten unter Zeitdruck voranzubringen. Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD) bedankte sich bei Schülern und Lehrern für das Verständnis in einer Phase, die eine Herausforderung sei. Alle würden mit den Strapazen „positiv“ umgehen. „Es sind mehr als 1200 Quadratmeter Fläche, wir schaffen Platz für Verwaltung, Mensa, Betreuungsräume. Dadurch kann die Grundschule zu einer modernen offenen Ganztagsgrundschule werden“, so die Verwaltungschefin.

„Wir geben Kindern die Möglichkeit zur Entfaltung. Eltern unterstützen wir dabei, Arbeit und Familie besser unter einen Hut zu bringen. Und Lehrer haben mehr Möglichkeiten, auf Bedürfnisse einzugehen und einen attraktiven, effektiven Unterricht zu leiten.“

Die Gebäudetrakte sind sehr verwinkelt

Die Hälfte aller Investitionen in diesem Jahr würde die Stadt im Bildungssektor ausgeben. „Wir geben gern Geld für die Ausbildung der Kinder aus“, so Roeder. Und doch ist der Standort Harksheide-Nord ein besonderer, das Projekt komplexer als andere. Einerseits, weil die Grundschule über die Jahrzehnten in mehreren Etappen gebaut, erweitert, verändert worden ist, die Gebäudetrakte sind sehr verwinkelt.

Die architektonische Lösung: eine neue „Mitte“ mit einer Mensa, die auch als kleine Aula etwa für Theateraufführungen dienen kann. Im Obergeschoss entsteht der Betreuungsbereich für den Nachmittagsbetrieb, daneben ein zeitgemäßes, geräumiges Lehrerzimmer. Und ganz wichtig: Die Sanitärbereiche werden renoviert.

Ganztagsbetrieb läuft jetzt über ein Container-Provisorium

„Eigentlich sollten wir eine der ersten offenen Ganztagsgrundschulen sein“, sagt Frauke Arnold, die kommissarische Schulleiterin. Die Verzögerung liegt darin begründet, dass es lange Zeit zwischen Politik und Schulvertretern unterschiedliche Auffassungen zum Umfang des Vorhabens gab. So war eine Mehrheit unter den Fraktionen anfangs der Meinung, dass Verwaltungstrakt und WC-Anlagen nicht zum Ganztags-Paket gehören sollten. Dafür war der Standort „Remise“, also der alte Fachwerkbau, eine Option, dieser hätte abgerissen werden sollen für den Neubau.

Erst nachdem sich Lehrer und Eltern vehement öffentlich einschalteten, änderte sich die Stimmung endgültig. „Wir haben für diese Lösung gekämpft“, sagt Frauke Arnold. „Ich hoffe, dass wir zum neuen Schuljahr in das Gebäude einziehen.“ Der Ganztagsbetrieb läuft bereits, wenn auch über ein Container-Provisorium, Träger ist wie überall in Norderstedt die gemeinnützige städtische Gesellschaft BEB (Bildung-Erziehung-Betreuung).

Eltern und Schule bekommen ihre „Wunschlösung“

Dennis Hoyer, der Vorsitzende des Elternbeirats, ging beim Richtfest mit einem zufriedenen Blick über die Baustelle und durch die noch unfertigen Räume. „So, wie es gekommen ist, sind wir froh. Aber nicht über den Zeitraum.“ So habe er schon vor sechs Jahren als Elternteil an einer Arbeitsgruppe mitgewirkt, die sich mit dem Umbau befasste. „Wir haben kämpfen müssen, es war harte Arbeit, aber wir haben es hinbekommen.“

Auch Hoyer sagt, dass eine Eröffnung des Neubaus zum Schuljahr 2020/2021 ein „Muss“ sei. Auch die Stadt habe dieses Ziel genannt. Dann würden in Norderstedt nur noch die Grundschulen Harkshörn und Pellwormstraße fehlen, um wirklich alle Erst- bis Viertklässler nachmittags angemessen betreuen zu können.