Kreis Segeberg

Entscheidung über Organspende steht an

Ingrid Nestle (Grüne) für die Zustimmungslösung.

Ingrid Nestle (Grüne) für die Zustimmungslösung.

Foto: Olaf Bathke

Der Bundestag entscheidet am Donnerstag über eine neue Regelung für Transplantationen. Was sagen Politiker aus dem Kreis Segeberg?

Kreis Segeberg . Deutschland hat zu wenige Organspender. Im vergangenen Jahr haben nur 932 Menschen ihre Organe gespendet, aber 9000 warten auf ein Spenderorgan. Das soll sich ändern: Der Bundestag entscheidet am morgigen Donnerstag über neue Regelungen für Transplantationen. Wie stimmen die für den Kreis Segeberg zuständigen Bundestagsabgeordneten ab?

Gero Storjohann (CDU, Wahlkreis 8) will für die doppelte Widerspruchslösung stimmen. Diese Regelung, entwickelt von Gesundheitsminister Jens Spahn und dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, sieht vor, dass jeder Organspender ab 16 Jahren sein soll, der keinen Widerspruch in einem Organspende-Register oder bei einem Angehörigen erklärt hat. Fehlt im Register eine Erklärung, müssen die Angehörigen befragt werden, ob sie von einem Widerspruch wissen. „Diese Lösung ist sinnvoll gegenüber anderen“, sagt Gero Storjohann. „Das habe sich in der Praxis bereits gezeigt.

Ingrid Nestle (Die Grünen) spricht sich für Online-Register aus

Mark Helfrich (CDU, Wahlkreis 3) wird ebenso entscheiden: „Hier scheint mir die doppelte Widerspruchslösung die geeignetere zu sein, weil sie jedem von uns – anders als die Zustimmungs- oder Entscheidungslösung – eine Entscheidung abverlangt. Die Pflicht, sich zu entscheiden, ist jedem zumutbar.“

Melanie Bernstein (CDU, Wahlkreis 6) vertritt diese Ansicht ebenfalls. Sie könne im Gesetzentwurf keinen staatlichen Druck oder Bevormundung erkennen. „Ein Spenderorgan bedeutet, wenn es verfügbar ist, eine Chance für das Leben.“ Sie habe sich entschieden, diese Chance zu unterstützen.

Ingrid Nestle (Die Grünen, Wahlkreis 3) will den Antrag von Annalena Baerbock, Katja Kipping (Die Linke) und anderen unterstützen: Jeder Bürger soll danach in einem Online-Register seine Entscheidung dokumentieren, ändern oder widerrufen. „Der Weg sollte sein, die Entscheidung von den Menschen einzufordern, nicht sie implizit für sie zu treffen“, sagt die Grünen-Politikerin. „Denn die Unversehrtheit des Körpers und die Würde des Menschen sind auch im Sterben ein hohes Gut.“

Lorenz Gösta Beutin (Die Linke, Wahlkreis 6) „tendiert dazu“, für die Zustimmungslösung der Grünen und Linken zu stimmen. „Das würde bedeuten, dass es ein bundesweites Register gibt und in regelmäßigen Abständen die Bürger nach ihrer Entscheidung befragt werden und diese auch im Zweifelsfall ändern können.“ Dadurch könne der Anteil der Spender erhöht werden.