Norderstedt
Kiel/Kreis Segeberg

Schleswig-Holstein-Straße soll ausgebaut werden

Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) nennt die aktuelle Situation „kritisch“.

Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) nennt die aktuelle Situation „kritisch“.

Foto: dpa Picture-Alliance / Carsten Rehder / picture alliance/dpa

Land und Kommunen einigen sich auf gemeinsames Vorgehen: Mit einer Machbarkeitsstudie werden mögliche Varianten für den Ausbau analysiert.

Kiel/Kreis Segeberg.  Norderstedt, Henstedt-Ulzburg und der Kreis Segeberg haben sich bei einem Treffen in Kiel mit Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) auf das weitere Vorgehen für die Ausbauplanung der Schleswig-Holstein-Straße verständigt. Zur Erinnerung: Schon 2018 hatten die Henstedt-Ulzburger Landtagsabgeordneten Ole-Christopher Plambeck (CDU) und Stephan Holowaty (FDP) das Thema auf die Agenda gebracht. Damals wurde vereinbart, dass der zuständige Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) eine Machbarkeitsstudie erstellen soll.

Diese müsste Bezug nehmen auf die Entwicklung der Region – Wohnen, Gewerbe, Verkehrsströme. Bisher ist das nicht passiert. Offenbar war unklar, welche Daten genau von den Kommunen geliefert werden müssten, damit das Verfahren vorankommt. „Wir haben vereinbart, Grundlagen zu schaffen, um Möglichkeiten, die kritische Situation auf der Schleswig-Holstein-Straße zu lösen, im Wege einer Machbarkeitsstudie zu untersuchen“, sagte Minister Buchholz. Der LBV benötigt hierfür Entwicklungspläne und Schätzungen über künftige Verkehrsbewegungen, die von den jeweiligen Bauämtern zur Verfügung gestellt werden sollen.

Im Grundsatz geht es darum, ob die Landesstraße als Nord-Süd-Achse teilweise ausgebaut werden sollte auf dann vier Spuren. Der Verkehrsfluss hat sich in den letzten Jahren verschlechtert, das wird jeder Pendler bestätigen können. Und weil in sämtlichen Städten und Gemeinden des Umlandes Wachstum erwartet wird, ist mit einer Zunahme der Fahrzeuge zu rechnen. Buchholz spricht so auch vom „Entwicklungspotenzial von Norderstedt, Henstedt-Ulzburg und Tangstedt“. Die dafür nötige Infrastruktur müsse entwickelt werden.

„Die empirische Grundlage wird uns dann sagen, wo ausgebaut werden muss“, sagt Stephan Holowaty. „Die Verkehrsprobleme der Region sind klar erkannt worden. Der Wirtschaftsminister hat deutlich gesagt, dass er die Gesamtsituation zwischen dem Ochsenzoll und Kaltenkirchen als sehr problematisch wahrnimmt.“ Ole-Christopher Plambeck zitiert eine Statistik: „Im Durchschnitt soll an bestimmten Punkten 54 km/h gefahren werden. Es ist zum Teil nicht einmal die Hälfte. Und jedes weitere Auto, das dazukommt, erhöht die Differenz.“ Klar sei: „Die Schleswig-Holstein-Straße soll eine Umgehungsstraße bleiben.“

Weil weiter nördlich Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg zusammen mit den Ämtern ein regionales Verkehrskonzept erarbeiten, soll dies mit der Machbarkeitsstudie abgestimmt werden. Denn auch dort nimmt die Belastung zu: Amazon baut ein Verteilzentrum, Rewe ein Logistikkreuz, Netto hat sich bereits angesiedelt. Das bringt zwar Arbeitsplätze, wird aber von vielen Menschen skeptisch betrachtet. „Es muss auch untersucht werden, welcher Verkehr aus Kaltenkirchen oder Hamburg kommt“, so Plambeck. „Das macht man nicht von heute auf morgen.“ Bis Ende 2020 soll die Studie vorliegen.