Norderstedt
Agenda 2020

Das planen Bad Bramstedt und die Dörfer 2020

Der Landweg in Bad Bramstedt bleibt vorerst eine Baustelle

Der Landweg in Bad Bramstedt bleibt vorerst eine Baustelle

Foto: Annabell Behrmann

Rolandstadt stehen 7,4 Millionen Euro im Haushalt zur Verfügung. Besonders der Platzmangel in den Grundschulen stellt sie vor Herausforderungen.

Bad Bramstedt.  Seit knapp einem Jahr ist Verena Jeske Bürgermeisterin von Bad Bramstedt. „Ich bin gut angekommen in der Verwaltung“, resümiert die 40-Jährige. In der Politik sei es wie in einer Partnerschaft. „Im Laufe der Zeit stellt man fest, was dem einen mehr am Herzen liegt als dem anderen. So lassen sich Mehrheiten finden.“

Jeske hat im vergangenen Jahr diverse Projekte ihres Vorgängers Hans-Jürgen Kütbach fortgeführt. Nun liegt ein neues Jahr vor ihr – ohne alte Fußabdrücke. Für Investitionen stehen ihr knapp 7,4 Millionen Euro im Haushalt zur Verfügung – mehr als 3 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Das meiste Geld steckt die Stadt in die Bereiche Kita, Schule, Sport und Gewerbe.


BAD BRAMSTEDT


Ärztliche Versorgung
Das langfristige Ziel der Verwaltung ist es, ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) auf die Beine zu stellen, um die ambulante Versorgung der Bramstedter und Bewohner im Umland zu verbessern. Für die Planung stehen 100.000 Euro bereit. Bis das Projekt konkret wird, will die Stadt in diesem Jahr ein vorübergehendes Ärztehaus in­stallieren. Im Herbst soll der Betrieb mit Ärzten, die kurz vor der Rente stehen, starten. Die Stadt mietet sich hierfür entweder in einem leer stehenden Gebäude am Klinikum oder im Raiffeisenhaus ein.


Bahnübergang als Langzeitprojekt

Eigentlich sollte am Bahnübergang Landweg/Bimöhler Straße bereits 2018 eine neue Verkehrsführung eingerichtet werden. Doch das Projekt hat sich zur Langzeitaufgabe entwickelt. Allerdings: Der erste Bauabschnitt ist bereits fertig, der zweite soll nun im Winter folgen, sofern es das Wetter zulässt. Der dritte Bauabschnitt bis zu den Bahnschienen ist für das Frühjahr geplant. Ziel ist es, lange Rückstaus bis in die Innenstadt zu verhindern, indem eine neue Rechtsabbiegerspur zum Bahnhof gebaut wird. Das Gesamtprojekt kostet knapp 3,8 Millionen Euro. 150.000 stehen noch im Haushalt 2020.


Neuer Standort für die Feuerwache

Was lange währt, wird endlich gut. Bereits seit Jahren hat die Stadt einen neuen Standort für die Feuerwache gesucht – und ist nun endlich fündig geworden. Das Grundstück an der Hamburger Straße ist mit rund 7200 Quadratmetern doppelt so groß wie das alte. Doch bevor mit dem Bau der neuen Wache begonnen werden kann, muss 2020 zunächst ein europaweiter Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. Der Spatenstich ist gegen Ende des Jahres geplant. Der Neubau wird in den kommenden Jahren neun bis zwölf Millionen Euro kosten.


Neubau der Kita an der Bimöhler Straße

Das B-Planverfahren der neuen städtischen Kita an der Bimöhler Straße läuft, der Spatenstich soll noch in diesem Jahr erfolgen. Die Kita bietet Platz für mehrere Krippen- und drei Ü3-Gruppen. Der Neubau ist mit 3,5 Millionen Euro Bad Bramstedts teuerste Investition. Das Gebäude soll so gestaltet sein, dass es notfalls erweitert werden kann, sollte die Stadt feststellen, dass noch mehr Plätze benötigt werden.


Stadt rüstet Schulen für Ganztagsbetrieb um

In größter Not befinden sich die Schulen der Stadt. Keine der drei Grundschulen ist darauf ausgelegt, dass immer mehr Schüler nachmittags betreut werden müssen. Zum einen gibt es zu wenig Räume, zum anderen sind die Mensen zu klein. Die Grundschule am Storchennest richtet etwa einen Busverkehr in die benachbarte und leer stehende Schule in Weddelbrook ein. Nach dem Unterricht werden die Schüler mit dem Bus zur Ganztagsbetreuung gebracht. Kostenpunkt: 90.000 Euro pro Jahr.

Die Grundschule am Bahnhof bekommt neue Klassenräume und Sanitäranlagen. Der Mitteltrakt zwischen zwei Gebäuden wird für rund 1,3 Millionen Euro neugebaut – 700.000 Euro gibt es für das Vorhaben aus dem Fördertopf. Die Jürgen-Fuhlendorf-Schule braucht dringend eine neue Heizungsanlage. Im Frühjahr wird der Schulhof für 1,5 Millionen Euro umgebaut.


Verkauf im Gewerbepark Auenland beginnt

Der Gewerbepark Auenland am Lohstücker Weg soll im Frühjahr fertig erschlossen sein. Im Januar verkauft die Stadt die Grundstücke im Gewerbegebiet an Unternehmen. Da es mehr Interessenten als Grundstücke gibt, plant die Verwaltung, noch mehr Gewerbeflächen dazuzukaufen. Für dieses Vorhaben stehen 1,8 Millionen Euro im Haushalt bereit. Bürgermeisterin Verena Jeske wünscht sich für 2020 zahlreiche Spatenstiche.
Klimaschutzkonzept

Um die Natur in Bad Bramstedt und dem Umland zu erhalten, erstellt die Stadt ein Klimaschutzkonzept. Bürger sollen sich in Workshops einbringen und konkrete Projekte erarbeiten. Immer wieder wird es Vorträge von Experten geben.


Sanierung der Sportanlage

Die Stadt saniert die Leichtathletikanlage der Bramstedter Turnerschaft am Schäferberg. Dazu gehört der Bau einer LED-Fluchtlichtanlage. Die Investitionen liegen bei rund 1,2 Millionen Euro.


Neue und alte Veranstaltungen

Die Stadtverwaltung wünscht sich, dass die Bramstedter so oft wie möglich zusammenkommen. Unter anderem soll ein Open-Air-Kino auf der Schlosswiese eingeführt werden. Der lebendige Adventskalender, der 2019 erstmals veranstaltet wurde, soll sich als Tradition etablieren. Außerdem liegt es der Bürgermeisterin am Herzen, die Städtepartnerschaft mit Drawsko Pomorskie zu intensivieren. Bad Bramstedt will sowohl ein Erntedankfest in der polnischen Kleinstadt als auch im eigenen Ortszentrum gemeinsam ausrichten. So sollen sich die Kulturen besser kennenlernen.


AMT BAD BRAMSTEDT-LAND


Die Gemeinden des Amtes Bad Bramstedt-Land investieren in diesem Jahr zusammengerechnet knapp 16 Millionen Euro. Am meisten Geld gibt Hitzhusen aus. Auch die Amtsverwaltung muss investieren. Rund 920.000 Euro stehen für die Erweiterung und Umgestaltung des Amtsgebäudes sowie für den Bau neuer Parkplätze bereit.


Armstedt

680.000 Euro lässt sich die Gemeinde den Grunderwerb und die Erschließung eines neuen Wohnbaugebietes kosten. Insgesamt 16 Grundstücke sollen bebaut werden.


Hagen

Hagen beendet die vor drei Jahren begonnene Sanierung der Abwasserleitungen und gibt dafür 611.000 Euro aus. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf rund drei Millionen Euro.


Hitzhusen

Hitzhusen tätigt mit vier Millionen Euro die größte Investition der Gemeinden. In einem großen Wohnbaugebiet werden 26 Grundstücke ausgewiesen, weitere sollen folgen. Sie werden allesamt erschlossen und die umliegenden Gemeindestraßen saniert. Hinzu kommen der Umbau des Kindergartens und des Dorfhauses, Kosten: 270.000 Euro.


Weddelbrook

Um die Bad Bramstedter Schüler, die mit dem Bus von der Grundschule am Storchennest nach Weddelbrook transportiert werden, nachmittags betreuen zu können, muss das leer stehende Schulgebäude zunächst umgebaut werden. Die Mensa wird für knapp 60.000 Euro aufgerüstet. Zusätzlich fallen rund 300.000 Euro für den Straßenbau des Baugebiets „Aschepohl“ an.


Wiemersdorf

Wiemersdorf gehört zu den Gemeinden, die in diesem Jahr am meisten Geld investieren. Knapp 1,5 Millionen Euro fließen in die Kanalsanierung. Weitere 870.000 Euro werden für den Erwerb von Grundstücken für Wohn- und Gewerbeland genutzt.


Fuhlendorf

Der Kanal entlang der Kreisstraße von Hagen nach Fuhlendorf wird für rund eine Million Euro saniert.


Großenaspe

Mit fast 3000 Einwohnern ist Großenaspe die größte Gemeinde des Amtes Bad Bramstedt-Land. 550.000 Euro stehen für den Grundstückserwerb zur Verfügung. Sowohl das Gewerbegebiet als auch das Kindergartengelände sollen mit diesem Geld erweitert werden. Um die Beleuchtung im Kindergarten und in der Sporthalle auf LED umzustellen, gibt die Gemeinde 130.000 Euro aus. Zusätzliche 145.000 Euro investiert Großenaspe, um die Grundschule digitaler zu gestalten und ebenfalls die Beleuchtung umzustellen. Eine halbe Million Euro fällt für die Verbesserung der Abwasseranlage an. Die Gemeindewege Diekstücken und Scheeperredder werden für knapp 900.000 Euro saniert.