Norderstedt
Neujahrsempfang

Norderstedter CDU begrüßt das neue Jahr

Von links: Innenminister Hans-Joachim Grote, Fraktionschef Peter Holle, Landtagsabgeordnete Katja Rathje-Hoffmann, Stadtpräsidentin Kathrin Oehme, Stadtvertreter Arne Mann und Uwe Matthes, Ortsvorsitzender Thorsten Borchers sowie Susanne Rummel, Vorsitzende der Senioren Union.

Von links: Innenminister Hans-Joachim Grote, Fraktionschef Peter Holle, Landtagsabgeordnete Katja Rathje-Hoffmann, Stadtpräsidentin Kathrin Oehme, Stadtvertreter Arne Mann und Uwe Matthes, Ortsvorsitzender Thorsten Borchers sowie Susanne Rummel, Vorsitzende der Senioren Union.

Foto: Annabell Behrmann

Hans-Joachim Grote hält Impulsvortrag bei Neujahrsempfang und verrät, warum er nicht beim Stadtgeburtstag war.

Norderstedt.  Bevor er seinen Vortrag beim CDU-Neujahrsempfang in den Räumlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Garstedt begann, wollte Hans-Joachim Grote noch etwas in eigener Sache klären: Viele Norderstedter wunderten sich, warum ihr langjähriger Oberbürgermeister und jetzige Innenminister am 1. Januar nicht zu den Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag der Stadt gekommen war. „Ganz einfach: Ich war im Urlaub auf Rügen“, sagte Grote, korrigierte sich aber wenig später: „Ach Quatsch, Usedom meinte ich.“

Die ersten Lacher hatte der 64-Jährige damit auf seiner Seite. „Außerdem hatte ich nach der Silvesternacht keine Lust, um 11 Uhr beim Empfang zu sein“, fügte er hinzu. Da mischte sich Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD) ein: „Es ging erst um 15.30 Uhr los. Sonst hätte ich es auch nicht geschafft“, rief sie dazwischen. Mit den Worten „Ende der Debatte“ schloss Grote das Thema ab und begann in aufgelockerter Stimmung mit seinem Vortrag.

Grote muss Vorstellungen von 1106 Gemeinden in Einklang bringen

Er appellierte an die Gemeinschaft und den Zusammenhalt. „Das, was die Stadt Norderstedt ausmacht, sind die einzelnen Persönlichkeiten“, sagte Grote und lobte die neue Serie der Regionalausgabe des Hamburger Abendblatts, die zum 50. Stadtgeburtstag jeden Sonnabend besondere Menschen aus Norderstedt vorstellt. Sie seien diejenigen, die die Gemeinschaft lebenswert machten.

Grote wies darauf hin, wie schwer es als Politiker ist, allen Erwartungen gerecht zu werden. „Als Bürgermeister von Norderstedt hatte ich es ‚nur‘ mit 80.000 Menschen zu tun, die unterschiedliche Meinungen hatten“, sagte er. Als Schleswig-Holsteins Innenminister müsse er allerdings die Vorstellungen von 1106 Gemeinden in Einklang bringen. „Dazu gehören die sieben Einwohner in Gröde, der kleinsten Gemeinde Schleswig-Holsteins, die 263 Einwohner in Arnis, der kleinsten Stadt Schleswig-Holsteins, sowie die 250.000 Einwohner der Landeshauptstadt Kiel.“ Um dieses Problem zu lösen, gebe es die Demokratie. Nur so ließen sich Kompromisse finden.

Langanhaltender Applaus für Impulsreferat

„Wir brauchen Ziele“, fuhr Grote fort. John F. Kennedy habe sich 1961 das Ziel gesetzt, dass die USA einen Menschen zum Mond schickt. „Wie willst du das machen? Und was soll das kosten? Das wären die zentralen Fragen gewesen, die der deutsche Bundesbürger gestellt hätte“, sagte Grote. Für komplexe Probleme gebe es keine Patentlösung. Lösungen bestehen aus vielen kleinen Bausteinen. Und weiter: „Kennedy hat nicht mit dem Finger geschnippt und dann ist die Rakete auf dem Mond gelandet.“ Vielmehr müsse man anfangen, Fachleute befragen und den Weg gehen, um sein Ziel umzusetzen. „Und 1969 landete Neil Armstrong bekanntlich auf dem Mond.“

Im Anschluss an das 15-minütige Impulsreferat folgte ein lang anhaltender Applaus. Dann durften die Gäste des Neujahrsempfangs dem Innenminister Fragen stellen. „Ich wollte aber auch noch einen Berliner essen“, sagte Grote, als sich immer mehr Menschen per Handzeichen meldeten.

Oberbürgermeisterin schenkte Grote eine Anstecknadel

Neben Grote richtete auch die CDU-Landtagsabgeordnete Katja Rathje-Hoffmann noch einige Worte an die Parteikollegen. In Norderstedt werde derzeit ein Haus für Frauen gebaut, die nicht mehr den besonderen Schutz eines Frauenhauses bräuchten, sagte sie, aber eine Wohnung. „Norderstedt ist modern und immer eine Idee voraus. Ich finde es wichtig, dass wir in dieser Stadt beides können: erfolgreich wirtschaften, aber auch das Soziale nicht vergessen. Das macht uns aus“, sagte Rathje-Hoffmann, die im vergangenen Jahr von Thorsten Borchers als Ortsvorsitzende der CDU Norderstedt abgelöst wurde. Für Schleswig-Holstein wünscht sie sich, dass die Jamaika-Koalition über 2022 hinaus bestehen bleibt. „Das ist unser Ziel und daran sollten wir alle arbeiten.“

Thorsten Borchers blickte positiv auf das im vergangenen Jahr neu eingeführte Gesprächs- und Diskussionsformat „Tacheles“ zurück. „Wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht“, sagte er. Auch 2020 wird es sechs Termine in Norderstedt geben, an denen „Tacheles gesprochen wird“ sowie ein weiteres neues Veranstaltungsformat.

Zum Schluss des offiziellen Teils nutzte die Oberbürgermeisterin die Chance, um Hans-Joachim Grote eine Anstecknadel der Stadt Norderstedt zu überreichen. Normalerweise hätte er sie auf der Feier zum 50. Geburtstag geschenkt bekommen. Aber da war er ja auf Usedom.