Norderstedt
Karl-May-Spiele

Aus der Kalkberg-Arena direkt ins Dschungelcamp

Schauspieler Raul Richter (er spielte in Bad Segeberg den Sohn des Bärenjägers) ist beim RTL-Dschungelcamp 2020 dabei.

Schauspieler Raul Richter (er spielte in Bad Segeberg den Sohn des Bärenjägers) ist beim RTL-Dschungelcamp 2020 dabei.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Eine auffällige Gemeinsamkeit haben viele Darsteller der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg: sie sind oder waren Teil des Ekel-Contests von RTL

Kreis Segeberg.  Wie hoch seine Gage bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg war, bleibt ein Geheimnis. Bekannt ist aber, wie viel Raúl Richter bei einem anderen Härtetest verdienen soll: 60.000 bis 80.000 Euro, so wird in den sozialen Medien berichtet, verdient der Schauspieler, der am Kalkberg im vergangenen Jahr als Sohn des Bärenjägers die Herzen der Zuschauer eroberte, mit seiner Teilnahme am RTL-Dschungelcamp „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“.

Richter gehört damit in die Riege ehemaliger Karl-May-Darsteller, die sich in Australien ebenfalls im Kakerlakenbad gesuhlt und mehr oder weniger erfolgreich um die Dschungelkrone gekämpft haben.

Die ehemaligen Besetzungslisten der Wild-West-Inszenierung in der Kreisstadt lesen sich wie das Who-is-Who der Dschungelcampbewohner. Ingrid van Bergen (1992 Gaststar bei den Karl-May-Spielen) wurde 2009 Dschungelkönigin. Lisa Fitz (2011 am Kalkberg) belegte 2004 Platz zwei. Das gelang auch Larissa Marolt 2014. Sie spielte zusammen mit Raúl Richter im vergangenen Jahr bei den Karl-May-Spielen.

Lisa Fitz wurde Zweite und Ingrid van Bergen sogar Dschungelkönigin

Matthieu Carrière (Karl May 2000 und 2017) landete 2011 auf Platz 6. Allegra Curtis, Tochter von Christine Kaufmann und Hollywood-Star Tony Curtis (Karl May 2002) belegte im Dschungelcamp 2013 Platz 8. Tanja Schumann (Karl May 2000) kam 2014 auf Platz 4, Winfried Glatzeder (Karl May 2006) 2014 auf Platz 5, Mola Abedisi (Karl May 2012) auf Platz 8, Markus Majowski (Karl May 2011) 2017 auf Platz 10. Der Berliner Schauspieler und Comedian Majowski unterschrieb seinen Dschungelcamp-Vertrag übrigens 2016 ausgerechnet während eines Arbeitsbesuches in Henstedt-Ulzburg.

Raúl Richter musste einen Shit-Storm über sich ergehen lassen

Für Raúl Richter ist der Dschungel-Job lukrativ. In der ersten Reihe sitzt der Schauspieler bei den Fernsehproduzenten auch nach sieben Jahren „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ noch nicht. Allerdings gewinnt er an Aufmerksamkeit: Die Sat. 1-Internetserie „Single’ Diaries“, in der er die Hauptrolle spielt, hat viele internationale und nationale Preise gewonnen. Bei den Film Awards in Los Angeles und New York wurde sie als „Best Romantic Comedy 2019“ ausgezeichnet. Produziert wurde die Serie vor den Karl-May-Spielen, zu sehen ist sie seit Juni 2019. Ob Richter – wie in Segeberg – die Zuschauer des Dschungelcamp zu Fans machen kann, scheint derzeit zweifelhaft. Zunächst hat sich Raúl Richter den Zorn einiger Instagram-Follower zugezogen: „Aus aktuellem Anlass ist es tatsächlich paradox, dass wir für eine Unterhaltungsshow in ein Land fliegen, in dem gerade Menschen um ihr Leben kämpfen und viele, viele Tiere diesen Kampf bereits verloren haben.“ Er fordert seine Fans zu Spenden auf, um den Helfern beim Kampf gegen die Buschbrände in Australien zu helfen. 217 Kommentare, meist gehässiger Natur, waren die Folge. „Dann bleib doch einfach bitte zu Hause und geh mit gutem Beispiel voran“, schreibt ines.gesa. „Warum fliegst du dann hin, wenn du so klimabewusst bist“, will digiartpicture wissen.

Richter reagierte schnell: „Für jeden Tag, den Raúl am dem 17. Januar im Camp bleibt, werden 500 Euro an die Helfer gegen die Brände in Australien gespendet“, ließ er am Montag von den Produzenten der Sendung auf Instagram verbreiten. Die erhoffte mediale Aufmerksamkeit hat er also erhalten.