Norderstedt
Bürgermeisterwahl

Vier Kandidaten kämpfen um das Henstedt-Ulzburger Rathaus

Sascha Klupp, Holger Diehr, Ulrike Schmidt und Valentin Deck (von links) werben um die Gunst der Wähler.

Sascha Klupp, Holger Diehr, Ulrike Schmidt und Valentin Deck (von links) werben um die Gunst der Wähler.

Foto: Christopher Herbst

Ulrike Schmidt, Holger Diehr, Valentin Deck und Sascha Klupp sind zur Bürgermeisterwahl am 1. März zugelassen worden.

Henstedt-Ulzburg.  Erstmals sind die vier Kandidaten, die sich bei der Wahl am 1. März um den Bürgermeisterposten in Henstedt-Ulzburg bewerben, direkt aufeinandergetroffen. Im Gemeindewahlausschuss wurden die vier Bewerber formal bestätigt. „Wir konnten keine Mängel in den Bewerbungen feststellen“, sagte Wahlleiter Colja Peglow.

Es ist also amtlich: Ulrike Schmidt (46, parteilos) ist die Kandidatin der SPD. Sie war schon im Oktober nominiert worden, hatte ihre Bewerbung bereits am 9. Dezember eingereicht. Schmidt ist gebürtige Preetzerin, die studierte Romanistin und Anglistin arbeitete bis 2019 im Regionalbüro der OSZE in Nordmazedonien.

Ihre männlichen Kontrahenten folgten offiziell erst in der ersten Januarwoche. Holger Diehr (50) tritt für CDU, BfB und FDP an. Diehr, ein Diplom-Verwaltungswirt und Polizeibeamter, war bis Ende 2019 Verwaltungschef in Fockbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Aus der Henstedt-Ulzburger Bevölkerung kommen die bisher in der Politik unbekannten freien Bewerber Valentin Deck (42, beim Landesamt für Archäologie tätig) und Sascha Klupp (51, Optikermeister). Sie haben jeweils die für eine Bewerbung nötige Mindestzahl von 155 geforderten gültigen Unterschriften unter den Wahlberechtigten sammeln können.

Einer oder eine aus diesem Bewerber-Quartett wird ab 1. Juni die Nachfolge von Stefan Bauer antreten, der vor Weihnachten seinen Rückzug bekanntgegeben hatte.

Es gibt drei öffentliche Infoveranstaltungen

Ulrike Schmidt (www.ulrike-schmidt-h-u.de) und Holger Diehr (holger-diehr-hu.de) haben jeweils eigene Wahlkampf-Homepages und Facebookseiten, Valentin Deck ist ebenso über Facebook zu erreichen. Wer mit Sascha Klupp in Kontakt treten möchte, kann ihn in seinem Optikergeschäft am Rhener Markt treffen. „Die Bürger sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen“, sagt er. Am 22. Januar in der Gemeinschaftsschule Rhen, am 6. Februar in der Lütte School und am 19. Februar im Bürgerhaus, jeweils von 19.30 Uhr an, stellen sich Schmidt, Diehr, Deck und Klupp den Bürgern vor, diskutieren miteinander und beantworten Fragen der Wähler.

Sollte am 1. März niemand mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, ist für den 22. März eine Stichwahl vorgesehen. Eine Briefwahl wird voraussichtlich ab Montag, 20. Januar, möglich sein.

Amtsinhaber Stefan Bauer will keine Empfehlung aussprechen

(Noch-)Bürgermeister Stefan Bauer hat sich derweil ebenso zu Wort gemeldet. Auf die Frage, ob er den unabhängigen Bewerbern Klupp und Deck Tipps geben könne, antwortete er, die Situation sei „komplett anders“ als 2014. Damals sei „der Korridor in der Mitte unbesetzt gewesen“, er trat gegen zwei Frauen an – Doris Braun stand den Grünen nahe, im Falle der CDU-Kandidatin Susanne Bendfeldt gab es sogar eine Vergangenheit in der rechtspopulistischen Schill-Partei, die zunächst verschwiegen worden war. Bauer gewann seinerzeit überraschend im ersten Wahlgang.

Stand heute wisse er, wen er wähle, sagt Bauer, der in diesen Tagen sichtlich gelöst wirkt. Von Mitte März bis Mitte Mai werde er seinen Resturlaub nehmen, verrät er. Dann wird weitestgehend seine Stellvertreterin Claudia Meyer (CDU) die Geschäfte im Rathaus führen.

Stefan Bauer: „Ich fände es gut, wenn die Verwaltung in die Hände von jemandem übergeben würde, der etwas mit Verwaltung anfangen kann.“ Damit kann er eigentlich nur Holger Diehr, kürzlich noch Chef einer Verwaltung, meinen, doch eine explizite Wahlempfehlung will Stefan Bauer bisher nicht aussprechen.