Norderstedt
Bad Bramstedt

Abendblatt-Kolumnist Schröter blickt zurück

Kolumnist Jan Schröter (r.) und Gitarrist Moritz Petersen.

Kolumnist Jan Schröter (r.) und Gitarrist Moritz Petersen.

Foto: Heike Linde-Lembke

Im Bramstedter Kaisersaal präsentierte der Autor aus Wrist seine ganz persönliche Jahresschau – mit Musik von Moritz Petersen.

Bad Bramstedt. Woche für Woche nimmt sich Jan Schröter die kleinen und großen Ereignisse vom Dorf über die Stadt bis zur Welt vor und schreibt seine Sichtweise für seine Sonnabend-Kolumne „Schröters Wochenschau“ in dieser Zeitung auf. Im Bramstedter Kaisersaal hat der Abendblatt-Kolumnist daraus seine persönliche Jahresschau gefiltert, die mehr als 160 Schröter-Fans hören wollten – mehr als je zuvor.

Sein Freund Moritz Petersen macht auf der Gitarre die Musik dazu, und im Duo liefern der Autor und der Musiker so manches Schröter-Lied ab, mal auf bekannte Melodien wie „If I Had A Hammer“, mal mit eigenen Noten. Auch diese Lieder sind satirisch, wobei die Texte schon mal gern derbe werden wie in seinem Lied vom Plumpsklo oder in der Bestatter-Satire „Wohin mit der Leiche“. Gern klaut er Witze, beispielsweise von Udo Lindenberg, oder streut seine „Goldenen Beleidigungen“ ein und zitiert, was sich die Altvorderen der großen Politik einst in die Ohren hämmerten, beispielsweise Herbert Wehner. Da kochte die Politik ihre Satire noch selbst.

Schröter jongliert mit Wörtern, Silben und Buchstaben

Mit seinen Kolumnen lässt er das alte Jahr Revue passieren, beispielsweise mit dem Wolf, der wieder weg ist, mit dem skandalösen Gerichtsurteil im Fall Künast, Karl Lagerfeld in Bad Bramstedt, der Bank vor der Bäckerei Nitt an der Ulze in Norderstedt, mit Karl May in Bad Segeberg über die Reeperbahn, die zum Ponyhof mutiert, bis zu Greta Thunbergs Rede in New York.

Auf einem ausrangierten Bahnhof irgendwo in der westfälischen Pampa geht’s in seiner Erzählung über einen speziellen Talk-Abend mit Kabarettist Georg, dem Suffke, und seiner Verena. „Diese Geschichte werden Sie irgendwann im meinem ,Tagebuch eines Lesereisenden’ finden, für das ich immer mal aufschreibe, was mir unterwegs passiert“, sagt Jan Schröter.

Der Mann aus Wrist jongliert mit Wörtern, Silben und Buchstaben, beispielsweise wenn er das schöne Wort „Leergut“ weiterspinnt zu „Vollböse“ und zum Schluss resümiert: „2020 machen wir aus Vollböse Leergut.“