AGENDA 2020

So planen Henstedt-Ulzburg und das Amt Kisdorf

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Christopher Herbst
Henstedt-Ulzburg hat knapp 28.000 Einwohner.

Henstedt-Ulzburg hat knapp 28.000 Einwohner.

Foto: Christopher Herbst

Die Großgemeinde hat Investitionen in Höhe von 15,9 Millionen Euro vor, plant ein neues Gymnasium und eine neue Feuerwache.

Henstedt-Ulzburg.  Für Hen­stedt-Ulzburg ist 2020 ein Wahljahr – am 1. März entscheiden die Bürger über die Nachfolge von Bürgermeister Stefan Bauer. Um den Chefposten im Rathaus bewerben sich drei Männer und eine Frau (siehe Seite 19). Davon unabhängig auf der Agenda: die Planungen für ein neues Alstergymnasium, eine neue Feuerwache, Maßnahmen gegen die Verkehrsprobleme, ein Masterplan für das Beckersberg-Areal und mehr Wohnungsbau. Für Investitionen sind 15,9 Millionen Euro vorgesehen.


1. Neue Baugebiete
2020 werden eher längst vorbereitete Projekte realisiert. Im B-Plan 96 soll nördlich des Wohngebietes Birkenau ein neues Quartier entstehen. Zur Erinnerung: 2015 hatte ein Bürgerbegehren dieses Vorhaben deutlich reduziert. Jetzt werden auf nur noch 9600 Quadratmeter statt wie zuvor auf über zwei Hektar Häuser und Wohnungen entstehen. Für die Siedlung Pommernstraße in Henstedt besteht hingegen weiterhin eine Veränderungssperre, hier hat die Politik mehrere Bauanträge abgelehnt. Nördlich der Götzberger Straße, wo ebenso Wohnungen entstehen sollen, gibt es bislang keine Lösung zur Verkehrsanbindung. Auch für das Großprojekt „Rhener Gärten“ auf dem Wagenhuber-Areal gilt das.


2. Alstergymnasium
Eine der größten Schulen Schleswig-Holsteins soll abgerissen und neugebaut werden – das hat die Politik entschieden. Die Verwaltung leitet jetzt vier Verfahren ein: die Standortsuche, die Ermittlung des Raumprogramms, die Kostenermittlung und die Frage, ob der Neubau mit weiteren Projekten aus dem Bildungs- oder Kulturbereich gekoppelt werden könnte. Konservativ geschätzt wird das neue Alstergymnasium wohl rund 40 Millionen Euro kosten. Kurzfristige Investitionen gibt es für die Deckensanierung im Alstergymnasium (50.000 Euro), das Dach der Grundschule Rhen (50.000 Euro) und im Sanitärbereich der Olzeborchschule (87.000 Euro).


3.Neue Feuerwache
Der Ortsteil Rhen bekommt ein Feuerwehrgerätehaus. Die Wache soll in den nächsten drei Jahren auf einem 4400 Quadratmeter großen Grundstück im Bereich Norderstedter Straße/Kiefernweg entstehen. Dort hat die Gemeinde eine Fläche erworben. Schätzungsweise kostet der Neubau vier Millionen Euro. 2020 wird zudem ein neues Löschfahrzeug (357.000 Euro) angeschafft.


4.Rewe
Der Handelskonzern Rewe baut entlang des Autobahnzubringers einen neuen Regionalstandort mit Logistik- und Schulungszentrum. Hier laufen bereits vorbereitende Arbeiten, etwa für Versorgungsleitungen und eine neue Straße.


5.Investitionen in den Sport
Für 1,2 Millionen muss die marode „B-Anlage“ im Beckersbergstadion erneuert werden – das betrifft die Leichtathletikflächen, aber auch den Naturrasen. Für neue LED-Flutlichtanlagen dort, im Sportpark Henstedt und am Schäferkampsweg sind 140.000 Euro vorgesehen. Dazu wird das Umkleidegebäude an der Bürgermeister-Steenbock-Straße um zwei Duschcontainer erweitert (41.000 Euro).


6.Kinderbetreuung
Im Frühjahr soll die neue Kindertagesstätte der Lebenshilfe Kaltenkirchen am Dammstücken eröffnet werden. Die Gemeinde wird ihrerseits den Spielplatz für 110.000 Euro umbauen. Die Kita des Deutschen Roten Kreuzes (Schäferkampsweg) nimmt ihren Betrieb voraussichtlich im Sommer auf. Beide Einrichtungen haben Kapazitäten für je 30 Krippen- und 60 Elementarkinder.


7.Wohnraum für Geflüchtete
Zwei Unterkünfte für Flüchtlinge und auch Obdachlose werden neugebaut. Weiter fortgeschritten ist das Projekt an der Lindenstraße, wo Familien leben sollen. Die Eröffnung ist für den Sommer geplant (2,4 Millionen Euro). Am Kirchweg ist eine Unterkunft mit kleinen Wohneinheiten, vorrangig für Einzelpersonen, vorgesehen (2,7 Millionen Euro), diese wird wohl Ende 2020/Anfang 2021 bezugsfertig sein.


8. Geh- und Radweg
Südlich der Straße Am Bahnbogen bekommen Fußgänger und Radfahrer einen neue Verbindungsweg in Richtung Gewerbegebiet. Dazu wird eine Querungshilfe über die Straße eingerichtet (355.000 Euro).


9.Wilstedter Straße
Im zweiten Quartal soll der Wege-Zweckverband als Baulastträger einen Ausbauplan für die Wilstedter Straße präsentieren. Das Vorhaben würde über eine Million Euro kosten. Geklärt werden müssen noch naturschutzrechtliche Belange, etwa beim Baum- und Knickschutz. Die Sanierung der viel genutzten Strecke am Krankenhaus vorbei ist seit Jahren in Vorbereitung. Wird die Straße verbreitert, würde dauerhaft Tempo 50 gelten – das wollen viele Anwohner nicht. Allerdings gibt es heute zu Stoßzeiten regelmäßig Rückstaus und gefährliche Manöver.


10.Schleswig-Holstein-Straße
Gemeinsam mit Norderstedt und dem Land lässt Henstedt-Ulzburg die Machbarkeit eines Ausbaus der Schleswig-Holstein-Straße untersuchen.


11.Bildungshaus „light“
Die Volkshochschule hat den Auftrag erhalten, die Planungen für einen „Dritten Ort“, also einen modernen Lern- und Begegnungsraum für Kultur und Gesellschaft, zu beginnen. In mehreren Phasen sollen die Standortfrage und das inhaltliche Konzept erarbeitet werden. Für 2020 stehen Projektkosten von 103.000 Euro zur Verfügung.


12. Masterplan für „grüne Mitte“
Das Beckersbergareal mit Bürgerpark und Naturbad wird mittelfristig umgestaltet mit dem Ziel, besser vernetzte Anlagen zu schaffen. Hierzu hat es einen Ideenwettbewerb gegeben, der Beitrag des siegreichen Büros soll Basis für einen Masterplan sein.


13.Klimaschutz
Mittlerweile scheint es eine politische Mehrheit für ein ortsweites Klimaschutzkonzept zu geben, das schon im Frühjahr beschlossen werden könnte. Bis zu 85 Prozent der Kosten könnten gefördert werden. Ein wichtiger Punkt: Die Stelle des Energiebeauftragten wird umgewidmet, gesucht ist eine Person, die Maßnahmen koordiniert und Subventionen einwirbt.


14.Geförderter Wohnraum
500 Wohnungen für förderberechtigte Menschen sollen in der Gemeinde in den nächsten Jahren gebaut werden. Was fehlt, ist die Strategie. Noch gibt es, anders als etwa in Norderstedt, keine Förderquote von beispielsweise 30 Prozent für Geschosswohnungsbau. Allerdings werden am Kirchweg, an der Norderstedter Straße und am Schäferkampsweg mehrere kleinere Projekte realisiert.


15.Toiletten
Das öffentliche WC im Bahnhof Hen­stedt-Ulzburg wird erneuert. 75 Prozent der Kosten (100.000 Euro) übernimmt der Verkehrsverbund Nah.SH.


16.Mehr Gewerbe
Zur Erweiterung des nördlichen Gewerbegebiets hat die Gemeinde ein Areal im Bereich Westerwohld erworben – die genaue Höhe des siebenstelligen Kaufpreises wurde nicht genannt.


AMT KISDORF

17.Notlage
„Die Amtsverwaltung ist in allen Bereichen auf Personalsuche“, so Amtsvorsteher Rainer Ahrens, „die Projektabwicklung gestaltet sich schwierig“.


18. Bildung
Der Schulverband plant den Abriss und Neubau der kleinen Sporthalle in Kisdorf mit Räumen für die offene Ganztagsbetreuung, die ausgeweitet wird (Planungskosten: 100.000 Euro). Über den Digitalpakt stehen 360.000 Euro für IT-Mittel zur Verfügung.


Kisdorf
19.Kita
Der Kindergarten-Neubau mit Außenanlagen kostet rund 3,5 Millionen Euro.


20. Feuerwehr-Neubau
Am Achter de Höf soll in den nächsten Jahren eine neue Feuerwache samt Bauhof und Mischgebiet entstehen. Kommt die Planung weiterhin gut voran, gibt es 2021 die Grundsteinlegung.


21.Wesselkreuzung
Gibt es noch eine Chance auf den Wesselkreisel? Die Gemeinde will im ersten Quartal vom Land endgültig eine verbindliche Antwort, ob der Landesbetrieb Straßenbau die Planung übernimmt.


Sievershütten
22. Die Gemeinde will ein Dorfentwicklungskonzept erarbeiten, das Grundlage sein soll für weitere Projekte.
23. Die Politik plant einen neuen Flächennutzungsplan – auch, weil das Interesse an Gewerbeflächen groß ist. Im Bereich des B-Plans 8 werden über 40 Bauplätze für Einzelhäuser geschaffen.


24. Stuvenborn
Im Bereich Ruhlowiese entsteht ein Baugebiet (17 Bauplätze), dazu sollen die Abwasserleitungen saniert werden.


25. Wakendorf II
Die Erschließung des Neubaugebiets An den Linden mit rund 20 Plätzen soll im Frühjahr fertig sein. Dazu arbeitet die Gemeinde an einem Dorfentwicklungskonzept.

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