Norderstedt
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Norderstedter Müllsammler geht nach Namibia

André Rüssmeier-Lindloff (ASB), Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder, Inke Maleen Beese und Bernhard Luther (ASB) bei der Verladung des Fahrzeugs in Rissen (v. l.).

André Rüssmeier-Lindloff (ASB), Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder, Inke Maleen Beese und Bernhard Luther (ASB) bei der Verladung des Fahrzeugs in Rissen (v. l.).

Foto: Stadt Norderstedt

Die Stadt Norderstedt schenkt einem Projekt gegen Plastikmüll in der Stadt Windhoek in dem afrikanischen Land ein Spezialfahrzeug

Norderstedt.  Der grüne Mercedes Sprinter aus dem Jahr 2002 hat bis 2010 brav seinen Dienst für das Norderstedter Betriebsamt getan. 220.000 Kilometer kurvte er in Sachen Müllentsorgung mit seiner Müllpresse auf der Pritsche durch Norderstedts Straßen. Und nun, wo andere seiner Art eher Richtung Schrottpresse gehen, macht der Sprinter noch mal eine große Karriere – als Müllbotschafter in Afrika. Genauer gesagt in Windhoek, der Hauptstadt von Namibia.

Die Stadt hat den betagten Dienstwagen nun dem Arbeiter-Samariter-Bund Hamburg-Mitte (ASB) geschenkt. Dort ist der Norderstedter Bernhard Luther aktiv. Der ASB unterstützt in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Stadt Windhoek den Aufbau der Recyclingwirtschaft in dem afrikanischen Land. Der Mercedes Sprinter kommt künftig nördlich von Windhoek zum Einsatz. Dort werden von jungen Menschen Plastikabfälle eingesammelt und somit das empfindliche Ökosystem geschützt. Der Plastikabfall wird später zur Weiterverwertung nach Windhoek gebracht und gelangt so in den Wertstoffkreislauf. In der Republik Namibia, die erst seit März 1990 unabhängig ist, sei die Wertstoffkreislaufwirtschaft noch nicht so ausgebaut wie in Deutschland. „Ein Pfandsystem gibt es in Namibia nicht, daher enden Plastikflaschen und Plastikverpackungen als normaler Abfall in der Landschaft. Da das Plastik nicht verrottet und kaum recycelt wird, verstärkt sich die Müllproblematik in dem Land stetig“, sagt Bernhard Luther. Der ASB hat den Sprinter durch den TÜV gebracht und für den Rechtsverkehr im Zielland umgebaut. In Hamburg-Rissen ist das Fahrzeug im Beisein von Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder in einen Container verfrachtet und für die weitere Seereise vom Hamburger Hafen nach Afrika vorbereitet worden. „Wir haben das Fahrzeug bewusst verschenkt. Das haben wir sehr gerne gemacht, denn wir unterstützen mit dieser Aktion einen guten Zweck“, sagt die Oberbürgermeisterin. Das Fahrzeug wird zu Weihnachten in Windhoek ankommen und dort von der Namibia-San-Development-Organisation und dem Bürgermeister Muesee Kazapua in Empfang genommen.