Norderstedt
Kreis Segeberg

"Sülfelder Erklärung": Feuerwehr bleibt weiterhin neutral

Jörg Nero ist Kreisbrandmeister im Kreis Segeberg.

Jörg Nero ist Kreisbrandmeister im Kreis Segeberg.

Foto: HA / Feuerwehr

Wehrführung wird die Erklärung gegen rechts nicht unterschreiben. Grund sei Pflicht zur parteipolitischen Neutralität.

Sülfeld.  Die Sülfelder Feuerwehr bleibt bei ihrem Nein und wird die Sülfelder Erklärung gegen rechts nicht unterschreiben. Das geht aus einer Erklärung hervor, die die Wehrführung, Bürgermeister Karl-Heinz Wegner und Kreisbrandmeister Jörg Nero veröffentlicht haben. Sie hatten sich am Mittwochabend zu einem Krisengespräch getroffen. Erneut begründeten die drei Ortswehren und die Gemeindewehr ihre Haltung mit der Pflicht zur parteipolitischen Neutralität, die im Brandschutzgesetz festgeschrieben sei.

Übergriffe durch drei Rechtsextremisten in Sülfeld

Die Sülfelder Erklärung war von den Gemeindevertretern und 15 Vereinen und Verbänden unterzeichnet worden, nachdem sich drei Rechtsextremisten im Dorf niedergelassen hatten und es zu einem Übergriff auf Bürger gekommen war. Seinerzeit sei die Entscheidung, nicht zu unterzeichnen, bewusst gefallen, heißt es in der Erklärung.

Grund dafür seien die Verpflichtung zur parteipolitischen Neutralität und das „eklatant in den Tagen vorhandene Bedrohungspotenzial der rechtsradikalen Szene“ gewesen. Die Feuerwehrführung habe sich um die Sicherheit der Jugendfeuerwehr und der Einsatzkräfte gesorgt.

Feuerwehr Sülfeld will "parteipolitisch neutral" bleiben

„Wir müssen parteipolitisch neutral sein, aber dennoch ein klares Bekenntnis für unsere Demokratie vertreten, deren Bestandteil und Stütze die Feuerwehren sind“, schreiben die Wehrführer. „Die Feuerwehren sind eine entscheidende Stütze unserer demokratischen Gesellschaft.“ Öffentliche Bekenntnisse gegen Extremismus seien wichtig. „Wir setzen darauf, Extremismus nicht einfach anzuprangern, sondern uns alle inhaltlich starkzumachen gegen Intoleranz, gegen Rassismus, gegen Fremdenhass und für eine bunte Gesellschaft und eine bunte Feuerwehr ohne Diskriminierung“, schreiben die Feuerwehrleute.

Damit stehe die Feuerwehr in einer klaren Tradition, denn sie helfe allen Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder Gesinnung. „Die Feuerwehren der Gemeinde Sülfeld stehen an der Seite und im Schulterschluss im Kampf gegen jegliche Gefahren für die Demokratie und Gewalttätigkeiten.“