Norderstedt
Kreis Segeberg

Polizei: 2019 bislang weniger Einbrüche als 2018

Ein Einbrecher hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses auf (gestellte Szene).

Ein Einbrecher hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses auf (gestellte Szene).

Foto: Silas Stein / dpa

Tatniveau laut Polizei für ein Flächenland wie Schleswig-Holstein immer noch hoch. Starker Anstieg der Zahl von Einbrüchen im November.

Kreis Segeberg.  Die schlechte Nachricht lautet: Mit dem Beginn der dunklen Jahreszeit ist die Zahl der Einbrüche im Kreis Segeberg deutlich angestiegen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Zahl dieser Straftaten insgesamt abnimmt. Von Januar bis Oktober dieses Jahres zählte die Polizei 282 Delikte. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 403. „Wir stellen eine abnehmende Tendenz fest“, sagt Polizeisprecherin Sandra Mühlberger.

Auch die Vergleichszahlen für den November zeigen diese erfreuliche Entwicklung: In diesem Jahr ermittelte die Polizei im Kreis Segeberg in 42 Fällen, 2018 waren es noch 75.

Zwar bewertet die Polizei die Gesamtzahl immer noch als hoch, hält aber den Rückgang für einen Beleg ihrer intensiven Arbeit. Im Oktober 2017 hatte die Polizeidirektion für die beiden Kreise Segeberg und Pinneberg eine landesweit einmalige Sonderkommission gegründet, die intensiv ermittelt. Aus der Soko „Wohnung“ entwickelte sich ein neues Sachgebiet, dessen Mitarbeiter sich intensiv von Pinneberg aus mit der Einbruchskriminalität beschäftigen, Muster bei der Tatbegehung aufdecken, Verdächtige im Blick behalten und regionale Schwerpunkte identifizieren.

Die Ermittler arbeiten eng mit ihren Kollegen von der erfolgreichen Soko „Castle“ in Hamburg, der Kripo in Niedersachsen und dem Landeskriminalamt in Kiel zusammen. Das Sachgebiet besteht derzeit aus elf Beamten der Kriminalpolizei sowie sieben Beamten der Schutzpolizei, die zur Unterstützung der Ermittlungen aus unterschiedlichen Polizeirevieren kommen. Hinzu kommt eine Angestellte. „Die Zentralisierung der Ermittlungen hat dazu geführt, dass Tatzusammenhänge schneller erkannt und somit die Ermittlungsmaßnahmen koordinierter und zielgerichteter erfolgen konnten“, hatte Pinnebergs Kripo-Chef Sebastian Schodrowski bereits vor Wochen gesagt.

Neue Wege geht die Polizei auch bei der Kommunikation. „Wir gehen mit den Fakten nach vorn“, berichtet Sprecherin Sandra Mühlberger. Die Öffentlichkeitsarbeiter berichten ausführlich über Einbrüche, bitten immer wieder um Zeugenaussagen und können sich inzwischen über viele Rückmeldungen mit wichtigen Hinweisen aus der Bevölkerung freuen. Noch vor wenigen Jahren hatte die Polizei zurückhaltend über die hohe Zahl der Einbruchsdelikte berichtet. „Wir wollen keine Unruhe in der Bevölkerung“, hieß es damals.

Zur offensiven Informationspolitik gehören auch die immer wiederkehrenden Aufrufe zur Prävention. Dazu gehören die Sicherung des Eigentums vor Einbrüchen ebenso wie der Hinweis, beim Auftauchen Verdächtiger in der Nachbarschaft sofort die Polizei unter dem Notruf 110 zu rufen.

Schwerpunkt der Einbruchskriminalität ist derzeit die Region zwischen Schenefeld und Hasloh im Kreis Pinneberg. Vor Kurzem verzeichnete die Polizei eine Häufung von Einbrüchen in Norderstedt. Im Norderstedter Stadtteil Glashütte ist es am Montag in den späten Nachmittagsstunden zu drei Einbrüchen gekommen. Tatort waren die Segeberger Chaussee, die Siegfriedstraße und der Kielortring.

Die positive Tendenz im Kreis Segeberg verläuft ähnlich wie im gesamten Bundesland Schleswig-Holstein. „Erwartungsgemäß steigen die Einbruchszahlen in der dunklen Jahreszeit weiter an“, sagte Uwe Keller, Sprecher der Landeskriminalamtes in Kiel. „Sie lagen im November aber deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.“ Insgesamt zählte die Polizei im November 528 Einbrüche nach 352 im Oktober und 241 im September.

„Trotz der aktuell steigenden Einbruchszahlen setzt sich der abnehmende Trend dieser Taten im Jahresvergleich aber fort“, teilte das LKA mit. Im Vergleich zu den 606 Delikten im November 2018 sei ein Rückgang um 78 Taten zu verzeichnen. Insgesamt verzeichne das LKA die niedrigsten Fallzahlen seit 2014. „Das Tatniveau ist für ein Flächenland wie Schleswig-Holstein allerdings immer noch hoch“, sagte der LKA-Sprecher.

Weitere Informationen, auch zur sicherheitstechnischen Beratung, präsentiert die Landespolizei im Internet auf ihrer Homepage www.polizei.schleswig-holstein.de sowie unter www.k-einbruch.de.