Norderstedt
Norderstedt

Ein Konzertabend zwischen Klassik und Klamauk

Salut Salon liebt es klassisch und unterhaltsam. Das kam bei den Norderstedtern sehr gut an.

Salut Salon liebt es klassisch und unterhaltsam. Das kam bei den Norderstedtern sehr gut an.

Foto: Heike Linde-Lembke

Die vier Musikerinnen von Salut Salon begeisterten das Publikum in der voll besetzten Norderstedter „TriBühne“ mit dem Programm zur Liebe.

Norderstedt.  Bei Salut Salon steht nur eines auf dem Programm, die Liebe. Laut und leise. Lyrisch und lästerlich. Schön und hässlich. Die Musikerinnen nutzen den Gegensatz, wenn sie neue, meist freche Texte auf klassische Ohrwürmer legen und dadurch Überraschendes entsteht.

Mit „Libertango“ von Astor Piazzolla rauschen die vier Ladys in Red auf die Bühne, ziehen das Tempo mit „Let’s Fall In Love“ von Cole Porter kräftig an und gehen in „Streit“ nach sechs Stücken aus Sergej Prokofieffs „Cinderella“ mit Geigenbögen und Instrumenten aufeinander los. Das Publikum jubelt.

Wenn Geigerin Angelika Bachmann dann nach dem Volkslied „Es soll sich der Mensch nicht mit der Liebe abgeben“ schluchzt „Und mir hat mein Herbert die Liebe abgesagt“, weiß auch der letzte im Saal, wo die Liebesreise endet – beim Scheidungsrichter.

Hervorragend spielen Bachmann, die zweite Geigerin Iris Siegfried, Cellistin Anna-Lena Perenthaler und Pianistin Olga Shkrygunova die klassischen Weisen. Sie sind technisch so versiert, dass sie die Musik wie aus dem Stegreif in Komödien verwandeln. Sie fabulieren wie Bänkelsänger, zupfen Pizzicati, klopfen mit den Bogen einander auf den Kopf. Wenn im Krimi-Medley „Liebesmord“ mit Doldingers „Ein Fall für Zwei“ die Cellistin der auf dem Klavierhocker liegenden Geigerin den Cello-Dorn in den Körper bohrt, ist das zwar kurz vor Klamauk, aber die Komödiantinnen bremsen stets ab, bevor es peinlich wird.